Geschrieben wird viel. In Zusammenarbeit mit der Umweltmediathek Luzern behalten wir für Sie den Überblick. Lesen Sie hier die aufschlussreichen Rezensionen zu brandaktuellen Publikationen aus den Bereichen Ökologie, Umwelt, Gesundheit, Natur, Energie, Nachhaltigkeit und all jenen Gebieten, die damit zusammenhängen.
Stellen wir uns vor, Pflanzen wären Tiere, und stellen wir uns dann vor, wir besuchten einen botanischen Garten. Wie ganz neu würden wir staunen ob der Vielfalt von Formen und Farben, die da in verwirrendem Treiben um uns herumwuseln! Ewald Webers kleines Buch über Botanik weckt genau dieses Staunen, und er muss dafür die Flora keineswegs in Fauna umdeuten. Sein Erzähltalent und sein Fachwissen genügen ihm vollauf.
Die Städte weltweit erhalten stillen und freundlichen Zuwachs. Die Neuankömmlinge heissen Tomate, Sonnenblume und Kohl, Apfel und Zwiebel. Sie nisten sich auf Brachflächen ein, auf Dächern und in Hochbeeten, in verlotterten Parks und auf Verkehrsinseln, eingeladen von dem bunten Völkchen der urbanen Gärtner. Wie kommt's, und was soll das? Martin Rasper verrät es uns.
Der Mensch isst Fleisch, und er isst es gern. Dies zu behaupten ist ebenso wenig tollkühn wie die Feststellung, dass unser anwachsender Fleischkonsum beängstigend weitreichende und hässliche Folgen für unseren Planeten hat. Oder wie die Beobachtung, dass Menschen auf Belehrungen und Gewissensprüfungen oftmals unwillig reagieren. So ist es nicht verwunderlich, dass der Vegetarismus, so trendy er auch gerade wieder sein mag, immer noch zu Kontroversen Anlass gibt. Andreas Grabolle begibt sich zwischen die Fronten, um die beiderseitigen Mythen und Vorurteile zu entflechten.
Mit seinem neuen Buch bewährt sich der weltbekannte Autor Umberto Eco als Kinderbuchautor. In liebevoll friedfertigem Tonfall nimmt er sich gefährlich grosser Themen an: Krieg, Intoleranz und Umweltzerstörung. Er balanciert dabei gekonnt in der Diskrepanz zwischen seiner fröhlichen Fabulierkunst und dem Gewicht der Themen, ohne das eine gegenüber dem anderen auszuspielen.
Die Geothermie, insbesondere auch die tiefe Geothermie, ist eine mindestens so zukunftsfähige Erneuerbare Energiequelle wie all jene, die direkt oder indirekt von der Sonne abhängen. Immerhin steht sie ganz unabhängig von Jahres- und Tageszeiten oder Wetterlaunen zur Verfügung. Die notwendigen Sachinformationen sind aber, abgesehen von kurzgefassten Einführungstexten, etwas schwerer aufzufinden. Das Fachbuch des Fraunhofer IRB Verlages ist deshalb mit seiner Zusammenstellung von Fachbeiträgen zum aktuellen Kenntnisstand und den technischen Verfahren der Erdwärmenutzung höchst willkommen.
Die Menschen, mit denen der bekannte Reporter und Fotograf Éric Valli in den USA zusammenlebte und deren autarken Alltag er mit eindrücklichen Bildern dokumentiert, sind Aussteiger von bemerkenswerter Konsequenz. Da ist Lynx, die lebt wie unsere Vorfahren in der Steinzeit, oder John, der seine Wall-Street-Karriere mit einer Hütte im Sumpf getauscht hat. Dazu der alte Mason und seine Familie, mit ihrem von gläubiger Bescheidenheit und fast naiver Naturnähe geprägten Leben. Und einige andere, ebenso beseelt von einem unbeugsamen Widerwillen gegenüber so mancher Segnung des Fortschritts.
Ganz so schwarz ist es nicht, das „Schwarzbuch Baumwolle" vom international anerkannten Textilexperten Andreas Engelhardt. Wer von einem Schwarzbuch also ätzende Kritik oder einen Holzhammerschlag auf die gleichfarbigen Schafe erwartet, ist vielleicht etwas enttäuscht. Wer jedoch gewillt ist, solche Ansprüche etwas zurückzufahren, findet hier ein höchst informatives Buch und einen umfassenden Überblick zu einem Thema, das noch nicht mit vielen vergleichbaren Publikationen gesegnet ist.
Die individuelle Mobilität ist uns ein liebes Kind. Wir setzen, bewusst oder unbewusst, grundsätzliche Bedürfnisse damit gleich – Unabhängigkeit, Status, Leistungsfähigkeit. Sie ist uns zugleich ein ewiges Ärgernis: Stau, Lärm, Dreck und das unangenehm langweilige und obendrein noch fremdbestimmte Warten auf die Ampel. Wir schauen uns das hochmotorisierte Schlangestehen an und fragen uns: Wo wollen die alle hin?
George ist ein Galápagos-Riesenschildkröterich. Einsam ist er, weil er der Letzte ist; zumindest der Letzte jener Unterart von Riesenschildkröten, die auf der Galápagos-Insel Pinta beheimatet war. Seine Geschichte ist nur eine von vielen, die der Biologe und Journalist Lothar Frenz uns in seinem unaufgeregten, aber um nichts weniger spannenden Buch über das weltweite Artensterben erzählt.
Reiseführer, Bildbände, Geschichtswerke und naturwissenschaftliche Fachpublikationen zum und rund um den Vierwaldstättersee gibt es in reichem Umfang. Wenn also die Naturforschende Gesellschaft Luzern diesen mit dem 39. Band seiner Mitteilungen einen weiteren hinzufügt, ist das noch nicht besonders bemerkenswert. Das wird es aber sofort, wenn man das Büchlein dann in Händen hält.
Die Dachbegrünung hat es, als Begriff und Idee, in den letzten Jahren immerhin geschafft, in den Sprachschatz von Bauwilligen Einzug zu halten. Davon, zum verbreiteten Trend zu werden, ist sie – nach unserer ganz subjektiven Beobachtung – noch ein Stück entfernt. Vielleicht deshalb beschäftigen sich die Biologin und Gartenplanerin Brigitte Kleinod und der Gärtnermeister Friedhelm Strickler in ihrem Buch überwiegend mit kleineren Dachflächen: Um Mut zu machen und Experimente anzuregen. Die Qualitäten ihres Büchleins führen gleichwohl noch ein gutes Stück darüber hinaus.