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Berge

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BergeWerner M. Egli / Ingrid Tomkowiak (Hrsg.)
Chronos Verlag, 160 Seiten
ISBN 978-3-0340-1051-1
Fr. 38.—(UVP)

 

Berge sind Symbole. Erhaben, gefährlich, unbewegt seit Menschengedenken. Berge sind romantisch. Zarte Blumen an schroffen Hängen, schlanke Hufe auf Geröllfeldern, mächtige, entrückte Wasserfälle. Berge sind Ausflugsziele, Wirtschaftsraum, Identifikationsobjekte. Und sie sind dem gegenüber so sensibel, dass sie als wichtige Indikatoren für künftige Umweltentwicklungen gelten.

Die Vortragssammlungen des Chronos Verlags zeichnen sich dadurch aus, dass sie es schaffen, eine breite Themenvielfalt in Form teilweise sehr spezialisierter Einzelaufsätze so zu verbinden, dass sich dem Leser schliesslich doch ein weitläufiger Überblick erschliesst. Ein schönes Beispiel dafür ist dieser Band. Berge sind das Thema: Berge als Symbole des Göttlichen, Berge als Motive der Kunst, Berge als Lebensräume vermeintlich „primitiver" Menschen und Gesellschaften. Sakrale Berge, brutale Berge. Es ist gewiss von Vorteil, ein kleines Mass an historischem Interesse in die Lektüre mitzubringen. Doch dieses darf sich gerne auf dem Niveau des faszinierten Laien bewegen. Dann sollte man die eigenen Erwartungshaltungen darüber, was ein Buch über Berge beinhalten sollte, herunterschrauben, und sich davon überraschen lassen, was uns Untersuchungen zu den Staatsritualen chinesischer Kaiser oder den Votivbildern des 19. Jahrhunderts mitzuteilen haben. Das Wagnis, so beweisen uns die Autoren auch diesmal wieder, lohnt sich. Nicht wegen der Kaiser oder der Votivbilder, sondern weil man über alledem mannigfaltige Erkenntnisse zu unseren Motiven beim pfleglichen oder eben zerstörerischen Umgang mit den Bergen und ihren Bewohnern gewinnt.

Angesichts der Klimaerwärmung und veränderter Nutzungsgewohnheiten rücken Berglandschaften verstärkt als schützenswerte Natur- und Kulturgüter in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. Landschaftsschutz muss über längere Zeiträume von einer breiten Öffentlichkeit mitgetragen werden. Zu wissen, was diese Bevölkerung auch längerfristig an ihren Landschaften schätzt und für schützenswert hält, ist deshalb essentiell, wird aber in den Planungen oft vernachlässigt. Um den Landschaftsschutz an den tatsächlichen, widersprüchlichen Bedürfnissen auszurichten, kann die historische Perspektive dienliche Hinweise liefern. Man kann diese Publikation unter diesem Gesichtspunkt studieren. Oder aus verschiedenen anderen. Gewinnbringend ist es allemal.

Rezension: Sacha Rufer

 

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