Die enorme Baumwollproduktion am Aralsee hat seit den 1960er Jahren für zahlreiche Probleme gesorgt, da der See nahezu trockengelegt worden ist. Mit den verheerenden Folgen für die Umwelt kämpft die Bevölkerung rund um den Aralsee noch heute.
Diese lebte damals von der Fischerei. Der See war der Schlüssel zu einer gesicherten Ernährungsgrundlage. Nicht umsonst wurde der Aralsee auch die Oase in der Wüste genannt; fruchtbare Steppen umgaben den See, die Natur war schön und intakt. Viele Dörfer, Häfen und Fischfabriken waren aufgebaut worden, und das Geschäft florierte.
Die Wüste hatte die Menschen eingeholt. Dutzende Fischtrawler lagern auch heute noch inmitten der kargen Landschaft, die einst vom Aralsee bedeckt war.
Die Folgen davon waren katastrophal: die ganze Landschaft drohte auszutrocknen. Durch Stürme wurde immer öfters Sand und Salz aufgewirbelt, Pestizide und Düngemittel verschmutzen die letzten Wasserflächen und die Bevölkerung litt zunehmend unter gesundheitlichen Problemen. Vielen blieb nichts anderes übrig, als umzusiedeln und ihre Dörfer zu verlassen. Einige Fischer beharrten aber darauf, dort zu bleiben, wo ihre Vorfahren gelebt haben und beerdigt sind. Die Wüste hatte die Menschen eingeholt. Dutzende Fischtrawler lagern auch heute noch inmitten der kargen Landschaft, die einst vom Aralsee bedeckt war.
Erst mit der Unterstützung zahlreicher Hilfsorganisationen und dem Errichten eines grossen Dammes wird seit 2003 versucht, die letzten Reste zu retten. Noch ist die grösste ehemalige „Hafenstadt" Aralsk kilometerweit vom Wasser entfernt. Ob sich dies je wieder ändern wird, ist unvorhersehbar.
Der Aralsee ist das beste Beispiel für ein vom Mensch verursachtes Umweltdesaster. Es zeigt, wie sich massive Eingriffe rächen und damit nicht nur die ökologischen, sondern auch die ökonomischen Lebensgrundlagen zerstört werden. Dennoch werden die Ressourcen der Welt weiterhin bis an deren Grenzen ausgenutzt und übernutzt...
(Foto: Martijn Munneke)