Endlich soll es den kleinen weissen Plastiksäcklein an den Kragen gehen. Doch ein Verbot stösst nicht überall auf Begeisterung. Dabei wäre ein entsprechendes Verbot ein kleiner, aber wirkungsvoller Schritt in eine nachhaltige Zukunft.
Schon zahlreiche Städte haben es geschafft, Plastiksäcke abzuschaffen und somit zur Verminderung der Kunststoffentsorgung beizutragen. In San Francisco sind jegliche Plastiksäcke bereits vor fünf Jahren aus dem Handel gezogen worden und in zahlreichen Städten wird darauf eine Gebühr erhoben. Die Schweiz hinkt dieser sinnvollen Umstrukturierung jedoch hinterher; gerade bei einer einfachen Möglichkeit um zum Umweltschutz etwas beizutragen, hapert es.
Jeder Schritt, auch wenn es nur der Kleinste ist, wie ein Verbot der Plastiksäcke, geht in die richtige Richtung.
Hans-Niklaus Müller, Präsident der Luzerner Stiftung für Umweltinformation
Zudem landen längst nicht alle Plastiksäcke in der umweltgerechten Abfallentsorgung. Viele der Säcke werden achtlos zu Boden geworfen oder schwimmen in unseren Seen und Flüssen und belasten so die Umwelt. In Küstenstaaten ist das Problem besonders prekär; die Plastik-Rückstände befinden sich zu tausenden in den Weltmeeren und bedrohen die marine Tierwelt und die Nahrungskette erheblich.
Dabei wäre die Verminderung dieser Säcke sehr einfach. Sicher ist dabei auch die Bereitschaft der Bevölkerung gefragt, denn Alternativen gibt es allemal. Dazu gehören neben Papiertüten auch Baumwolltaschen, welche mehrmals verwendet werden können.
Der Nationalrat hat entschieden, überaus deutlich. 2008 wurde die Motion von Dominique de Buman aber abgelehnt. Bleibt also zu hoffen, dass das Verbot in der Herbstsession auch vom Ständerat angenommen wird.
Hören Sie hier den Bericht über das Plastiksack-Verbot in der Schweiz auf Radio Sunshine im Interview mit Hans-Niklaus Müller.
Schluss mit Plastiksäckchen Teil1
Lesen Sie mehr über das "Problem Plastik" in unserer Serie über Meeresverschmutzung durch Abfall