Für alle Organismen auf dieser Welt ist Wasser unentbehrlich. Insbesondere auch für uns Menschen, die wir aus über 70 Prozent Wasser bestehen. Laut UN haben allerdings rund 1,2 Millionen Menschen keinen sicheren Zugang zu sauberem Trinkwasser. Die Versorgung mit Trinkwasser entpuppt sich somit als eine der Schlüsselaufgaben des 21. Jahrhunderts.
Alles Leben entstand im Wasser – und Wasser ist auch in allen Lebewesen enthalten. Beim Menschen spielt es zur Erhaltung der lebensnotwendigen Funktionen eine Schlüsselrolle und erfüllt eine Reihe von wichtigen Aufgaben. Zum einen ist es Baustein unserer Zellen, zum anderen Lösungs- und Transportmittel für Nährstoffe. Und schliesslich reguliert Wasser unseren Wärmehaushalt.
Virtuelles Wasser
Wasser ist jedoch nicht nur für den Organismus von essentieller Bedeutung, sondern auch für die menschliche Hygiene, die Landwirtschaft, die Wirtschaft sowie viele weitere Bereiche. Der durchschnittliche Wasserverbrauch der Schweizer liegt bei rund 130 Litern. Der effektive Wasserverbrauch ist allerdings um ein Vielfaches höher – er liegt bei über 5'000 Litern pro Tag. Erklärbar wird diese enorme Diskrepanz durch den Begriff des „virtuellen Wassers", auch „Water Footprint" genannt. Damit wird diejenige Menge an Wasser bezeichnet, welche für die Produktion eines spezifischen Gutes oder einer Dienstleistung in Anspruch genommen wird. Für die Produktion eines Kilo Getreides werden durchschnittlich 1'000 – 2'000 Liter Wasser benötigt. Für die Herstellung eines Kilo Rindfleisches, werden gar 16'000 Liter Wasser in Anspruch genommen. Um eine Tasse Kaffee herzustellen benötigt man 140 Liter, die Produktion von 100 Blatt DIN-A4 Papier verschlingt 1'000 Liter.
Für viele Menschen auf der Welt ist das kaum vorstellbar. Sie waschen sich in kolibakterienverseuchten Seen oder Flüssen und kochen Tee mit Schmutzwasser. Jeder sechste Mensch hat heutzutage nicht genug sauberes Wasser zum Trinken – in Zukunft werden es aufgrund des rasanten Bevölkerungswachstums gar noch mehr sein.
Wasserknappheit als globale HerausforderungDie Versorgung mit Trinkwasser ist eine der Schlüsselaufgaben des 21. Jahrhunderts.
Dass der Versorgung mit Trinkwasser eine Schlüsselaufgabe zukommt, liegt auf der Hand. Rund um das Wasser und seine Aufbereitung hat sich daher ein Milliardenmarkt entwickelt. Seien es Staudammprojekte, Meerwasserentsalzungsanlagen, die Renovierung von alten Wasser- und Abwasserrohren bis hin zum weltweiten Transport von Mineralwasser und der höheren Effizienz der Wassernutzung in der industriellen Produktion – in allen diesen Gebieten versuchen Unternehmen und multinationale Konzerne ihre Umsätze zu erzielen.
Die Schweiz als Wasserschloss Europas
Obwohl die Schweiz in der glücklichen Lage ist, über sehr viel Wasser zu verfügen - vom jährlichen Niederschlag wird nur 2 Prozent für die Trinkwasserversorgung genutzt – dürfen wir uns nicht auf diesen unverdienten Lorbeeren ausruhen. Wasser bleibt im ewigen Kreislauf. Deshalb ist es wichtig, unser Wasser in der Qualität möglichst wenig zu beeinträchtigen. Die sparsame Dosierung von Waschmittel, Seifen, Duschmitteln, Chemikalien und die sachgerechte Entsorgung von Medikamenten etc. sind essentiell für die Wasserqualität. Nur so ist gewährleistet, dass auch zukünftige Generationen weiterhin von unserem Wasserreichtum profitieren können.
Weiterführende Informationen
Konzept des virtuellen Wasser - umweltnetz-schweiz
Umfassende Informationen rund um das Thema Trinwasser
Wasser und Gesundheit - Bundesamt für Umwelt
Wasser - Wikipedia Eintrag
Viva con Agua -Trinkwasserinitiative