Buch «Der sanfte Schnitt»

Buch «Der sanfte Schnitt»

Schonend schneiden im Naturgarten

Naturgartenfreunde stehen immer wieder mal vor einer schwierigen Entscheidung. Wie schneide ich meine Bäume, Sträucher, Stauden, dass nicht nur ihnen, sondern meinem gesamten Ökosystem Garten möglichst wenig Schaden entsteht? Soll ich sie überhaupt schneiden? Das neue Buch von Ulrike Aufderheide hält differenzierte Antworten bereit.

Autor  Ulrike Aufderheide
Verlag  pala-verlag
Umfang  195 Seiten
ISBN  978-3-89566-320-8
Preis  Fr. 19.90 (UVP)


Naturgartenfreunde stehen immer wieder mal vor einer schwierigen Entscheidung. Wie schneide ich meine Bäume, Sträucher, Stauden, dass nicht nur ihnen, sondern meinem gesamten Ökosystem Garten möglichst wenig Schaden entsteht? Soll ich sie überhaupt schneiden? Das neue Buch von Ulrike Aufderheide hält differenzierte Antworten bereit.

Die erste Antwort, die uns die Biologin und erfahrene Naturgartengestalterin gibt, ist indessen noch eine simple. Ja, sagt sie, wir dürfen und sollen die Pflanzen schneiden: So wenig wie möglich, aber so viel wie nötig. Dem Artenreichtum im Garten ist ein schonender und verständiger Pflanzenschnitt grundsätzlich förderlich. Er schafft neue ökologische Nischen, die in der „wilden" Natur beispielsweise von knabbernden und schabenden Hirschen, Feuern oder Parasiten besorgt werden - Dingen also, die uns im Garten hoffentlich seltener begegnen. Weiter sagt sie, dass der sorg- und achtsame Pflanzenschnitt mit einigen Kenntnissen von biologischen Zusammenhängen eigentlich leicht zu erlernen sei. Ganz so einfach ist es dann aber natürlich nicht. Sie hätte wohl auch kein Buch voller Pflanzenlisten, Detailtipps, veranschaulichenden Illustrationen und speziellen Arbeitsanleitungen im Jahreslauf entworfen, wenn dem so wäre. Wir sind also doch dankbar, dass sie tiefer in die Materie einsteigt und ihre profunde Fachkenntnis und langjährige Praxiserfahrung über uns ausschüttet. Zuerst klärt sie uns in einer botanischen Einführung über alle für den Pflanzenschnitt relevanten Geheimnisse des Pflanzenwachstums, der verschiedenen Wuchsformen und speziell auch des Bezugs der sichtbaren Pflanze zu ihrem Wurzelwerk auf. Dann geht es bereits mit Staudensichel und Baumschere zur Sache. Sie erläutert uns im Detail die Schnittregeln für Obstbäume und Stauden, einzeln stehende Gewächse und Hecken, Nutz- und Ziergehölze, unterschieden noch nach ihrem erwünschten Beitrag zum Garten. Sie geht auf die zu wählenden Werkzeuge ein, auf Sicherheitsfragen und immer wieder auf die Praxis eines Schnitts, der der Pflanze keinen nachhaltigen Schaden zufügt und eine rasche Wundheilung ermöglicht. Hilfreich unterstützt wird sie dabei von den selbsterklärenden Illustrationen von Margret Schneevoigt, die wir ja auch schon in Bezug auf andere Publikationen des pala-verlags gelobt haben.

Jetzt sind sachkundige Ratgeber zum Pflanzenschnitt, auch wenn sie uns nicht täglich begegnen, gar nicht so selten. Was Ulrike Aufderheides Buch aus diesem Angebot heraushebt, ist ihr Bekenntnis und ihre Anleitung für eine konsequente Minimierung der Eingriffe. Diesbezüglich setzt sie auf eine Gartenplanung, die den Pflanzen von Beginn weg genug Raum lässt, und setzt uns diese in einem eigenen Kapitel und auch immer wieder fallspezifisch über das Buch verteilt auseinander. Desgleichen erläutert sie in ihrem Buch zwar auch manche radikalere Schnittmethode wie beispielsweise das Heckenknicken, das wohl bei so mancher Naturgärtnerin ein unwillkürliches Stirnrunzeln hervorrufen wird. Doch auch hier gibt sie Hand, dies im Bedarfsfall so anzugehen, dass die Pflanze keinen unnötigen Schaden nimmt. Ihr Ratgeber bietet also Hilfestellung, ohne sich gegen dogmatische No-go-Areas abzugrenzen, und behält dabei doch stets die Grundsätze des naturnahen Gartenbaus fest im Blick. Dem entspricht auch, dass sie uns für das anfallende Schnittgut Verwendungsmöglichkeiten abseits der Müllabfuhr empfiehlt, die der Biodiversität im Garten weiteren Auftrieb geben. Einzig die verschiedenen Vorgehensweisen nach Schnittzwecken, wie dem Erziehungsschnitt, dem Verjüngungsschnitt oder dem Auslichtungsschnitt, hätten wir uns noch an einer zentralen Stelle übersichtlich dargelegt gewünscht. Doch auch diesbezüglich stand uns ein dienstbarer Sachindex bei, und so bleibt das Urteil davon kaum angekratzt. Wir haben hier einen hochgradig hilfreichen, freundlichen und sorgfältigen Ratgeber zu einer entscheidenden Detailfrage des naturnahen Gartenbaus.

Rezension: Sacha Rufer

 

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