Buch «Naturerbe der Schweiz»

Buch «Naturerbe der Schweiz»

Die Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung

Es hat sich herumgesprochen, dass die Schweiz einige ganz ansprechende Flecken Landschaft beheimatet. Der Landschaftsschutz hatte deshalb stets einen - relativ - hohen und sicheren Stellenwert in unserem Land. Der atemberaubende Bildband von Raymond Beutler und Andreas Gerth tut seinen Teil dazu, dass das auch so bleibt.

Ein kleines Kürzel mit einem beeindruckend langen Namen im Hintergrund: BLN. Es meint 'Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung'. Dahinter verbirgt sich eine ausnehmend wertvolle Einrichtung unseres Landes – auch wenn wir uns, aus vielleicht nachvollziehbaren Gründen, nie darum gerissen haben, den Namen auszuschreiben.

 

Autor Raymond Beutler / Andreas Gerth 
Verlag Haupt Verlag
Umfang 385 Seiten
ISBN 978-3-258-07767-3
Preis Fr. 78.— (UVP)

 

In diesem Fall ist es aber unumgänglich, denn das BLN ist Dreh- und Angelpunkt dieses Bildbands des Geografen Raymond Beutler und des Fotografen Andreas Gerth. Also lassen wir für einmal die Ehrerbietung den Sieg über unsere Faulheit erringen und stellen es kurz vor:Gewachsen ist das 'Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung (BLN)' aus einem von privaten Schutzorganisationen angestrengten Verzeichnis besonders attraktiver und schützenswerter Landschaften.

Diese Landschaften sollten (als die Idee vom Bundesrat übernommen, ausgestaltet und in Form des BLN im Jahr 1977 in Kraft gesetzt wurde) eine oder mehrere von ausdefinierten Eigenschaften ausweisen: Sie sollten besonders schön und einzigartig sein, einen charakteristischen Landschaftstyp - wie beispielsweise ein Hochmoor oder einen Moränenhügel - repräsentieren, oder ein attraktives Erholungsgebiet stellen. Dazu gesellten sich Naturdenkmäler wie etwa der Luzerner Gletschergarten. 162 solcher Landschaftsobjekte wurden in der Folge ins BLN aufgenommen. Diese Zahl gibt uns schon einen Hinweis darauf, dass sich im BLN also nicht nur Matterhorn, Vierwaldstättersee und Eiger, Mönch und Jungfrau als kostbar und erhaltenswert versammelt finden, sondern auch viele kleinere, unscheinbarere Naturschönheiten.

In diesem Sinne, sich nicht nur an Postkartenmotiven zu orientieren, gestalten denn auch Raymond Beutler und Andreas Gerth ihren Bildband. Sie stellen uns darin die gesamten 162 'inventarisierten' Landschaften und Denkmäler in Bild und Wort vor. Das Wort stammt dabei von Raymond Beutler. Er fasst sich kurz: Macht uns auf die kennzeichnenden Besonderheiten aufmerksam, gibt geologische und ökologische Hintergrundinformationen und erweitert dies um kulturelle, historische und, wo angezeigt, touristische Anmerkungen. Während wir uns in seinem Gefolge im weitläufigen Zickzack, aber in der groben Orientierung von Nordwesten nach Südosten durch die Schweiz bewegen, gewinnen wir trotz seiner prägnanten Faktenkonzentriertheit einen breiten Überblick über die faszinierende Vielfalt unserer Lebensräume und der ihnen innewohnende Erd- und Kulturgeschichte.

Die Sensibilisierung für den Landschaftsschutz selbst, obgleich stets im Hintergrund mitschwingend, überlässt er dabei grösstenteils dem Fotografen und seinen Bildern. Sie ist da in besten Händen. Auch wenn der Bildband uns nicht auf den ersten Blick in sein Inneres reisst, da er sich mit überwältigenden, doppelseitigen Panoramen zurückhält: Selten waren wir im zweiten Blick so vielseitig berührt und anhaltend gebannt. Woher dies rührt? Von Andreas Gertsch' unaufdringlicher Begabung vielleicht, eine die Landschaft untermalende Stimmung einzufangen und sie uns entsprechend mal beschaulich, mal dramatisch, mal bedrohlich zu präsentieren. Oder aus der Spannung zwischen fokussierenden Detailansichten und weiten Ausblicken. Oder einfach aus der konzeptbedingten landschaftlichen Vielfalt der Ansichten? Wahrscheinlich ist es von allem etwas. Es funktioniert jedenfalls bestens und verschafft dem Bildband stracks einen Platz in den oberen fünf Rängen unserer indessen doch stattlichen Auswahl an Landschaftsbildbänden. Wer sich also mit dem Gedanken trägt, sich dieses Jahr mal wieder einen Schweizer Bildband zu gönnen, sollte sich in der Buchhandlung fünf Minuten für diesen reservieren – und für die darauffolgende Stunde keine Termine festsetzen.

Rezension: Sacha Rufer

 

 

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