Buch «Schluss mit dem Wachstumswahn»

Buch «Schluss mit dem Wachstumswahn»

Plädoyer für eine Umkehr

„Wachstum" ist ein Schlagwort, dem wir regelmässig begegnen. Wir wissen auch etwas damit anzufangen: Wirtschaftswachstum, so wissen wir, ist gut und unabdingbar. Auf der anderen Seite ist uns schon eine Weile klar, dass Wachstum auf einem begrenzten Planeten an Grenzen stossen muss, die sich nicht mit geschickter Buchhalterkunst umschiffen lassen.

Autor  Urs P. Gasche / Hanspeter Guggenbühl
Verlag  Rüegger Verlag
Umfang  134 Seiten
ISBN  978-3-7253-0965-8
Preis  Fr. 19.50

 

Mit der Besprechung dieses Titels hinken wir etwas hinterher. Die Streitschrift der Journalisten Urs P. Gasche und Hanspeter Guggenbühl ist bereits letztes Jahr erschienen. Glücklicherweise ändert dieses Jährchen, das das Büchlein auf dem Buckel hat, nichts an seiner Aktualität.

„Wachstum" ist ein Schlagwort, dem wir regelmässig begegnen. Wir wissen auch etwas damit anzufangen: Wirtschaftswachstum, so wissen wir, ist gut und unabdingbar. Auf der anderen Seite ist uns schon eine Weile klar, dass Wachstum auf einem begrenzten Planeten an Grenzen stossen muss, die sich nicht mit geschickter Buchhalterkunst umschiffen lassen. Dass diese beiden Gedanken nicht grimmiger kollidieren, liegt wahrscheinlich am emotionalen Gehalt des Wortes Wachstum. Das qualifiziert die Idee vom Wirtschaftswachstum noch nicht als Wahn, bestimmt aber als zwanghafte Vorstellung. Gegen diese gehen die beiden Autoren in ihrem Buch an. Sachbezogen, aber kämpferisch zeigen sie auf, welche Schäden an Umwelt und Gesellschaft dieses Handlungs- und Denkmuster anstiftet. Dabei beleuchten sie gleichzeitig die Marktinteressen, die das Dogma des Wachstums immer wieder neu befestigen, und entkräften die diesbezüglichen Argumentationen. All dies ist sorgfältig herausgearbeitet und knackig dargelegt. Was das Buch aus der wachsenden Menge an Publikationen heraushebt, ist seine Konzentration auf die Schweiz. Auch wenn die Autoren von den Auswirkungen des Wachstumsgedankens auf die ärmsten Länder dieser Welt berichten, behalten sie den Schweizer Leser im Blick. Es ist natürlich nicht in erster Linie angenehm, gesagt zu bekommen, wie das eigene Verhalten und Denken mit himmelschreiender Ungerechtigkeit andernorts zusammenhängt. Es ist nur wichtig. Und die Autoren lassen den Leser nicht ratlos mit dieser Botschaft stehen, sondern formulieren Alternativen.

Die Vorschläge, die sie in diesem Zusammenhang machen, sind in unseren Augen die problematischsten Kapitel des Bändchens. Wir wundern uns, wenn sie sagen, dass ein vom Wachstum unabhängiges Wirtschaftskonzept noch zu entwickeln wäre: Tatsächlich häufen sich die Publikationen und Ideen hierzu. Dementsprechend hängen ihre Vorschläge als Bruchstücke im Raum. Jeder einzelne ist als Schritt in eine nachhaltigere Zukunft ernst zu nehmen, bedarf zur Umsetzung jedoch soviel guten Willens, dass damit auch gleich eine etwas mutigere Neuorientierung vollzogen werden könnte.

Dieser leise Einwand darf nicht davon ablenken, dass wir das Buch vorbehaltlos empfehlen. Es formuliert seine Kritik unter Kenntnis der Fakten und weiss diese wirksam zu vermitteln. Es verstrickt sich nicht in wirtschaftstheoretische Exkurse, sondern bleibt dicht am alltäglichen Beispiel. Es vertritt sein Anliegen unmissverständlich: Eine Wirtschaft ohne Wachstum ist nicht nur denkbar. Und wollten wir es gar nach Kosten-Nutzen-Kriterien bewerten, so schwingt das Buch sowieso oben aus.

 

Kommentar schreiben

Die Kommentare werden vor dem Aufschalten von unseren Administratoren geprüft. Es kann deshalb zu Verzögerungen kommen. Die Aufschaltung kann nach nachstehenden Kriterien auch verweigert werden:

Ehrverletzung/Beleidigung: Um einen angenehmen, sachlichen und fairen Umgang miteinander zu gewährleisten, publizieren wir keine Beiträge, die sich im Ton vergreifen. Dazu gehören die Verwendung von polemischen und beleidigenden Ausdrücken ebenso wie persönliche Angriffe auf andere Diskussionsteilnehmer.

Rassismus/Sexismus: Es ist nicht erlaubt, Inhalte zu verbreiten, die unter die Schweizerische Rassismusstrafnorm fallen und Personen aufgrund ihrer Rasse, Ethnie, Kultur oder Geschlecht herabsetzen oder zu Hass aufrufen. Diskriminierende Äusserungen werden nicht publiziert.
Verleumdung: Wir dulden keine Verleumdungen gegen einzelne Personen oder Unternehmen.

Vulgarität: Wir publizieren keine Kommentare, die Fluchwörter enthalten oder vulgär sind.

Werbung: Eigenwerbung, Reklame für kommerzielle Produkte oder politische Propaganda haben keinen Platz in Onlinekommentaren.

Logo von umweltnetz-schweiz

umweltnetz-schweiz.ch

Forum für umweltbewusste Menschen

Informationen aus den Bereichen Umwelt, Natur, Ökologie, Energie, Gesundheit und Nachhaltigkeit.

Das wirkungsvolle Umweltportal.

Redaktion

Stiftung Umweltinformation Schweiz
Eichwaldstrasse 35
6005 Luzern
Telefon 041 240 57 57
E-Mail redaktion@umweltnetz-schweiz.ch

Social Media

×

Newsletter Anmeldung

Bleiben Sie auf dem neusten Stand und melden Sie sich bei unserem Newsletter an.