Buch «Vier fürs Klima»

Buch «Vier fürs Klima»

Wie unsere Familie versucht, CO2-neutral zu leben

Im Selbstversuch erprobt eine vierköpfige Familie, sich einen klimafreundlichen Lebensstil ab sofort ernsthaft zuzumuten. Daraus entsteht mehr als ein unterhaltsamer Erlebnisbericht. Es entsteht eine fundierte und ermutigende Handleitung für all jene, die mit ihr mithalten möchten.

 Autor Petra Pinzler / Günther Wessel
 Verlag Droemer Verlag
 Umfang 301 Seiten
 ISBN 978-3-426-27732-4
 Preis Fr. 24.80 (UVP)

 

Die Vier, die sich da eines schönen Tages entscheiden, mit dem Klimaschutz jetzt ernst zu machen, sind das Journalistenpaar Petra und Günther, ihre Tochter Franziska und der Sohn Jakob. Franziska ist es, die alles in Gang setzt, indem sie am Computer die Klimabilanz der Familie errechnet - und damit all das vorsorglich montierte gute Gewissen der Eltern ins Nirvana bläst. Ein Entschluss wird gefasst: Zumindest ein Jahr lang soll nach den verfügbaren Informationen auch gehandelt werden. Ein zweiter Entschluss wird gefasst: Ganz so asketisch soll es dabei dann aber doch nicht zugehen.

All die Skepsis, die dieses anfängliche, zögerliche Abwiegeln erst noch in uns schürte, konnten wir dann schon bald über Bord werfen. Denn viel von dem sachlichen und erzählerischen Gehalt des Erlebnisberichts ergibt sich gerade aus diesem Konflikt zwischen klimabewusster Entschlossenheit und dem Bammel vor Verzicht und gesellschaftlicher Stigmatisierung. Erst einmal, da er Diskussionen auslöst, die dann erfrischend ehrlich ihren Weg ins Buch finden - verziert mit warmem Humor und dem Vermögen zur Selbstkritik. Diese Debatten lösen wiederum Recherchen aus, und die journalistischen Tugenden der Familie rücken vor, die verfügbaren Informationen reflektiert zu durchdringen. So arbeitet sich die anfängliche Abwiegelung zu immer ambitionierterem Anspruch um. Vor den im Zuge dessen verhandelten Entscheidungen stehen früher oder später alle, die ihren ersten Schritt in eine alltägliche Klimaverantwortung tun: Kaufe ich nun Bio, regional, saisonal, oder lege ich den Fokus auf Fair Trade? Was ist mit Elektromobilität? Wie sinnvoll ist Klimakompensation? Und weshalb, Rumpelstilzchen noch mal, sind ausgerechnet die Biogurken in Plastik verpackt? Die Argumente, die die Familie hier austauscht, und die Lösungen, zu denen sie gelangt, bieten eine zuverlässige Handleitung zur eigenen Verhaltensänderung. Sowie, in ihrem abschliessenden Fazit, den wohlbegründeten Ansporn zu mehr politischem Klimaengagement, wo die individuelle Gestaltungsmacht an ihre Grenzen stösst.

Ganz zufrieden mit sich und den erzielten Resultaten ist die Familie am Ende des Jahres dann auch noch nicht. Und auch wir stimmen nicht jeder ihrer Entscheidungen vorbehaltlos zu: Manchmal, so meinen wir, gerät da die langfristigere Perspektive zu weit ins Abseits, wenn die Unterstützung einer mutmasslich systemverändernden Entwicklung unter die Räder einer nur tagesaktuellen Nutzenrechnung gerät. Aber irgendwas ist immer, und geohrfeigt sollen wir sein, wollten wir den "Vier fürs Klima" und ihrem fundierten Versprechen, sich unvermindert ins Zeug zu legen, mit kleinlichem Genörgel in den Weg treten. Nein, wir halten ihr Buch für eine wunderbare und hochwillkommene Alternative zu so vielen Klimaratgebern da draussen. Dem steht dann auch keinesfalls entgegen, dass es, betreffs Unterhaltsamkeit und allgemein gefälliger Klangfarbe, problemlos sein Plätzchen im Strandkorb findet.

 

Rezension: Sacha Rufer


 

 

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