Buch «Gefährdete Nutztierrassen»

Buch «Gefährdete Nutztierrassen»

Ihre Zuchtgeschichte, Nutzung und Bewahrung

Mit der Haus- und Nutztierhaltung brach für die Menschheit ein neues Zeitalter an. Nicht nur bezüglich der Verfügbarkeit von Fleisch, sondern von einer ganzen Anzahl Produkten, die unser Überleben sicherten und diesem Leben in den besten Zeiten sogar zu einem gewissen Komfort verhalfen. Damit sind Nutztiere nicht nur Nahrungsmittellieferanten, sondern ein entscheidendes kulturelles Erbe. Was Hans Hinrich Sambraus in seinem Buch mit der Aufarbeitung der Zuchtgeschichte und seinen klaren und reflektierten Aussagen zu Aussehen, Nutzung und Zucht der gefährdeten Nutztiere leistet, ist aber auch ganz abgesehen von dieser Botschaft eine Grosstat.

 

Autor  Hans Hinrich Sambraus
Verlag  Eugen Ulmer Verlag
Umfang  357 Seiten
ISBN  978-3-8001-6414-1
Preis  Fr. 93.90 (UVP)

 

Eine gezielte Zucht von gewünschten Eigenschaften an unseren Pferden, Rindern, Schafen und Schweinen ist jedoch noch gar nicht so lange üblich. Wie uns Hans Hinrich Sambraus schon in der Einleitung zu seinem ambitionierten Werk aufzeigt, gab es zwar schon in früheren Hochkulturen diesbezügliche Bestrebungen, eine moderne Tierzucht nach definierten Rassenmerkmalen begann jedoch erst Mitte des 18. Jahrhunderts. Das hebelt bis zu einem gewissen Grad die Argumentation vom kulturellen Erbe aus, sodass man sich fragen darf: Gewiss, Nutztiere im Allgemeinen sind wertvoll, aber bedeutet das nun, dass jede einmal gezüchtete Rasse unter Denkmalschutz erhalten werden soll? Bei der weiteren Lektüre des Buches findet man die Antwort. Wie uns der Autor anhand seiner umfangreichen Recherchen zur Zuchtgeschichte und den Eigenschaften von über fünfzig gefährdeten Nutztierrassen des deutschsprachigen Raumes aufzeigen kann, sind die Bewahrung und der Ausbau dieser Bestände wertvoll und wichtig über diesen Aspekt hinaus. Denn nur zu oft erschliessen die Unterschiede zur angestrebten „Eierlegenden Wollmilchsau" auch ganz spezifische Vorzüge. Viele der dargestellten Rinder oder Ziegen etwa ermöglichen eine Bewirtschaftung unwegsamer Weidegründe, oder (wagen wir einmal einen „rückschrittlichen" Gedanken) verschiedene Pferderassen können als klimafreundliche Alternative zum Lastfahrzeug in schwierigem Gelände wertvolle Dienste leisten; ganz zu schweigen davon, dass genetische Vielfalt einen natürlichen Schutz vor zahlreichen Pandemien darstellt, wie sie uns in den letzten Jahren ja öfters in Atem hielten.

Doch all diese Überlegungen vertiefen bereits die Botschaft des Buches. Sein Inhalt, den der Autor in nachvollziehbar aufwändiger Kleinarbeit zusammengetragen hat, bedürfte dieser nicht einmal, um das Buch in unseren Augen jeder Empfehlung wert zu machen. Was Hans Hinrich Sambraus mit der Aufarbeitung der Zuchtgeschichte und seinen klaren und reflektierten Aussagen zu Aussehen, Nutzung und Zucht der gefährdeten Nutztiere leistet, ist eine Grosstat. Der Verlag schätzt dieses Verdienst offensichtlich ähnlich ein wie wir und liess dem Buch grosse Sorgfalt zukommen. So ist es nicht nur inhaltlich bemerkenswert, sondern auch bezüglich seiner reichen Illustration und gepflegten Gestaltung.

Sacha Rufer

 

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