Buch «Die Ökologie der digitalen Gesellschaft»

Buch «Die Ökologie der digitalen Gesellschaft»

Jahrbuch Ökologie 2019/20

Wie jeder technologische Umbruch zuvor birgt auch die Digitalisierung gleichermassen Gefahren und Chancen. Diese mit Blick auf unsere Nachhaltigkeitsbemühungen zu gewichten und sachkundig aufzuzeigen, wie sie in konstruktive Bahnen gelenkt werden können; das unternimmt das neue Jahrbuch Ökologie.

 Autor Maja Göpel / Heike Leitschuh et.al. (Hrsg.)
 Verlag S. Hirzel
 Umfang 248 Seiten
 ISBN 978-3-7776-2832-5
 Preis Fr. 30.20 (UVP)

 

Die Digitalisierung unserer Gesellschaften hat weitreichende Auswirkungen… Diesen oder einen ähnlichen Satz hat man zwangsläufig schon mal gehört. Womit dann noch nicht geklärt ist, wohin diese Auswirkungen zielen. Speziell betreffs der denkbaren Chancen und Gefahren der Digitalisierung für eine nachhaltige Entwicklung sind – auch abseits der technophilen Heilsversprechen und technophoben Schreckensszenarien – noch viele Fragen offen, die nach einer nuancierten Abklärung verlangen. Genau diese leistet der aktuelle Band des Jahrbuch Ökologie.

Bislang, so lässt sich kurz fassen, bleibt die Digitalisierung in Sachen Nachhaltigkeit noch weit hinter den Versprechen zurück. Was sie da am einen Ende an transformativen Kräften in Verkehr, Industrie und Sozialwesen freisetzt, frisst sie am anderen Ende über Ressourcen- und Energiebedarf oder Rebound-Effekte gleich wieder auf. Die digitalisierte Welt ist eben nicht zwangsläufig eine bessere; wie immer bleibt die Technik zuvorderst ein Werkzeug, das seiner destruktiven oder konstruktiven Handhabung gleichgültig gegenübersteht. Der Erforschung dieser bisherigen Handhabung sowie der Bestandaufnahme ihrer vorläufigen Resultate widmet sich das Buch dementsprechend in seinem ersten Hauptteil.

Wie gewohnt versammeln die Jahrbuchs-Herausgeberinnen hierfür einen bunten Reigen an kundigen Fachkräften. In kurzen und um Allgemeinverständlichkeit bemühten Beiträgen beleuchten diese die Thematik aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln. Von Detailanalysen (beispielsweise des Ressourcenverbrauchs der digitalen Geräte) bis zur Einordnung der Digitalisierung in den Erfahrungsschatz der Technikfolgenabschätzung finden sich alle wesentlichen Aspekte beleuchtet – im Einzelnen gewiss spezialisiert, aber immer mit dem grösseren Zusammenhang im Blick. Das gilt gleichermassen für den zweiten und dritten Teil der Sammlung, in denen dann noch einmal vertieft die Auswirkungen der Digitalisierung auf verschiedene Teilbelange des Umwelt- und Klimaschutzes diskutiert und die Voraussetzungen herausgearbeitet werden, unter denen eine digitale Gesellschaft auch eine nachhaltige werden kann. Über alle Fachbereiche und individuellen Einschätzungen hinweg schält sich diesbezüglich ein Grundtenor heraus: Ja, das Potenzial dazu ist vorhanden. Allerdings dürfen für die zweckvolle Ausgestaltung dieser Gesellschaft nicht einzig die Marktkräfte beschworen werden, sondern es müssen sich Politik, Zivilgesellschaft und interdisziplinäre Wissenschaft verstärkt darum bemühen. Es bedarf des „sozial-ökologischen Einhegens der Digitalisierung“.

Umweltschutz und Nachhaltigkeitsbemühungen sind mit der Digitalisierung eine neue Herausforderung erwachsen, die über ihren Erfolg oder Misserfolg ganz wesentlich mitbestimmen wird. Der diesjährige Band des Jahrbuchs Ökologie bietet sich an, sich diesbezüglich auf den aktuellen Wissensstand zu bringen und einen ausgewogenen Überblick über die komplexe Thematik zu gewinnen.

 

Rezension: Sacha Rufer


 

 

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