Buch «Es war die Nachtigall»

Buch «Es war die Nachtigall»

In ihrem mitreissenden Jugendroman webt Katrin Bongard romantische Bande zwischen einer Tierschutz-Aktivistin und einem Jäger. Da geht es dann oft um Tierschutz, klar. Vor allem aber bewirbt sie darin die konstruktive und selbstkritische Annäherung gegensätzlicher Weltbilder.

 Autor Katrin Bongard
 Verlag Hanser
 Umfang 271 Seiten
 ISBN 978-3-446-26609-4
 Preis Fr. 22.10 (UVP)

 

Warnung an alle, die es nicht bereits aus dem Titel schlossen: Dies ist eine Romeo-und-Julia-Geschichte, mit jugendlicher Leidenschaft, tief eingewurzelter Zwietracht, tragischem Ende und allem. Auf das tragische Ende ist man derweil gut vorbereitet; es wird schon zu Beginn vorweggenommen. Das erlaubt es uns, uns ganz auf die sich entspinnende Liebesgeschichte zwischen Marie und Ludwig zu konzentriert. Marie ist aktivistische Tier- und Klimaschützerin, Ludwig ist Jäger aus einer Familie von Jägern. Der Konflikt ist damit anberaumt, der ideologische Schlagabtausch eröffnet.

Die Autorin Katrin Bongard bezieht in den Fragen dieses Konflikts nicht selbst Stellung. Ihr geht es in ihrem ambitionierten Jugendroman um die Überwindung von Vorurteilen und die konstruktive Annäherung gegensätzlicher Welten. Entsprechend lässt sie abwechselnd Ludwig und Marie berichten und ihre jeweiligen Argumente und Erfahrungen aneinander und vor sich selbst kritisch hinterfragen – wobei diese Auseinandersetzung gewiss noch tiefer hätte schürfen können. Doch insgesamt erzählt Katrin Bongard mitreissend und gibt den zwei Stimmen so glaubwürdige emotionale Tiefe, dass solche Einwürfe in den Hintergrund rücken. In den Hintergrund rückt auch sie selbst in ihrer Rolle als Autorin. Wir sind stets ganz und gar bei den handelnden Personen, nehmen sie dadurch zu gleichen Teilen ernst: Die Erzählung lässt uns gleich selbst vollziehen, was sie als Botschaft mit sich trägt.

Da mag jetzt dem Rezensenten, mit seinem nicht mehr ganz so adoleszent-elegischen Herzen, das unausweichliche Ende auch etwas überspannt erscheinen; als herausfordernder Donnerschlag dient es wohl, und ganz gewiss stösst es dazu an, die ganze Geschichte noch einmal prüfend aufzurollen. Dem Roman gelingt damit mehr, als eine Diskussion anzustossen, die die Jugendlichen ja ohnehin schon führen. Er lenkt sie in ein Klima des Respekts, der kritischen Selbstreflexion und des gegenseitigen Verständnisses, ohne ihr darüber alle Zähne zu ziehen.

 

Rezension: Sacha Rufer


 

 

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