Buch «Die Kraniche der Welt»

Buch «Die Kraniche der Welt»

Heute: Kraniche! 15 Arten weltweit. Während sie balzen, staksen, ziehen und tanzen, bannt sie Christopher Schmidt kunstvoll auf Papier. Seine Zeichnungen und Aquarelle verwebt er dann mit kundiger Sachinformation und ökologischer Sensibilität zu einem prachtvollen Bildband.

 Autor Christopher Schmidt
 Verlag pala-verlag
 Umfang 171 Seiten
 ISBN 978-3-89566-410-6
 Preis Fr. 43.40 (UVP)

 

Dem Zeichner und Maler Christopher Schmidt sind wir bereits verschiedentlich begegnet. Seine präzis naturalistischen, empfindsamen Aquarelle und Zeichnungen erfreuten uns schon in mehreren Publikationen des pala-verlags, genauso wie in den von ihm gestalteten Naturkalendern aus demselben Haus. Seinen verblüffend feinen Strich lässt er nun in diesem grosszügig ausgestatteten Bildband der Vogelfamilie der Kraniche angedeihen. Im grossen globalen Überblick und auf reich bevölkerten Bildtafeln führt er uns ihre 15 Arten plastisch vor Augen: Im Gruppenverband und im ornithologisch akkuraten Einzelporträt, bei ihren berühmten Tänzen und auf dem Vogelzug, in jedem Lebensraum und aus nahezu jedem Blickwinkel, in dem sie uns begegnen können. Wie ausdauernd und zuverlässig sich sein anscheinend unermüdlicher Fleiss mit seiner akribischen Sorgfalt verbindet, haut uns dabei nicht zum ersten Mal vom Hocker.

Vom Illustratoren Schmidt hatten wir also schon Ahnung, als wir uns seine neue Veröffentlichung zur Brust nahmen; vom Autoren Schmidt noch nicht. Stellt sich heraus: Die Qualitäten, die wir an seinen Bildern schätzen, übertragen sich ebenmässig auf seinen Schreibstil. Seine konzentrierte Beobachtungsgabe und atmende Ruhe fliessen hinüber in eine sachliche, prägnante Sprache, die uns im geradlinigen, gleichwohl belebten Fluss ihren Informationsgehalt vermittelt. Das bewährt sich in der einleitenden Überschau, die uns mit artübergreifenden Kenntnissen zu Verhalten und Lebenszyklus, Anatomie, Zuggewohnheiten und Mythologie der Kraniche weltweit versieht, ebenso wie in den anschliessenden, detaillierten Monografien zu den einzelnen Arten. Die dahinter lauernde Leidenschaft und Feinfühligkeit tritt dann im abschliessenden dritten Teil des Buches noch regsam hervor, in dem uns Christopher Schmidt an seinen Beobachtungen der Graukraniche an der Ostseeküste in Schleswig-Holstein teilhaben lässt. Da malt er uns, zusätzlich zu den gegenständlichen, auch noch stimmungsvolle innere Bilder in den Geist und weckt dabei jene Poesie, wie sie manchmal – nur manchmal – aus einer zurückhaltenden, aufs Wesentliche verdichteten Sprache erstehen kann.

So beschaulich das nun alles klingen mag und so entschieden der Band auch tatsächlich dazu einlädt, sich bequem zurückgelehnt ins stille Naturerlebnis hineinzuträumen, bleibt seine artenschützerische Botschaft doch durchweg offenbar. Während Christopher Schmidt auch diesbezüglich mehr auf die nüchterne Vermittlung der Zusammenhänge der Gefährdung der Kraniche vertraut, als einer emotionalen Rührung aktiv zuzuarbeiten, trifft dann der vermeintlich so unschuldige, letzte Satz – „Die Winter werden wärmer“ – doch nur umso kraftvoller ins Herz. Die Konsequenzen dieser Feststellung fürs Dasein und den Fortbestand der prachtvollen Vögel haben sich bis dahin, heimlich und leise, in ihrem vollen Umfang ins Verständnis eingeschlichen. In ganz ähnlich unaufdringlicher Manier wird sich der liebevoll gestaltete Bildband – einmal angekommen im Regal der Vogelkundlerin, des Naturbegeisterten oder des Artenschützers – unweigerlich in einen eifersüchtig gehüteten Schatz verwandeln.

Rezension: Sacha Rufer


 

 

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