Buch «Phyto for Future»

Buch «Phyto for Future»

Mit Pflanzen aus der Klimakrise

Pflanzen haben uns zur Verbesserung unserer Welt viel mehr zu bieten als nur Aufforstungen. Tim Kaysers trägt engagiert zusammen, welche Lehren, Technologien und Lösungen sie uns noch bereithalten - und was wir zu einer fruchtbaren Kooperation von Pflanze und Mensch beitragen können.

 Autor Tim Kaysers
 Verlag Büchner
 Umfang 240 Seiten
 ISBN 978-3-96317-291-5
 Preis Fr. 31.90 (UVP)

 

Von Pflanzen lässt sich viel lernen – ganz allgemein, speziell aber auch zur Bewältigung des Klimawandels. Mehr noch: Sie können uns bei letzterem viel breiter unterstützen, als wir uns üblicherweise klarmachen. Tim Kaysers machte sich auf seinem Lebensweg rund um die Welt ein vielfältiges Bild davon, was uns die natürlichen Fertigkeiten und Anpassungen der kleinen und grossen, prominenten und unscheinbaren Pflanzen an praktischen Lösungen und ganzheitlicherem Weltverständnis bereithalten. Als Landschaftsarchitekt ist ihm verständlich, dass wir Natur zu unserem Nutzen gestalten: Was er an darauf aufbauender Botschaft und Einsicht vermittelt, ist, wie sich diese Gestaltung zum allseitigen statt nur unserem menschlichen Nutzen erweitern und verfeinern liesse.

Das Buch, in dem er uns seine diesbezüglichen Kenntnisse, Erfahrungen und Inspirationen darlegt, ist ein dichtes, manchmal forderndes. Tim Kaysers macht es sich zur Aufgabe, uns eine immense Fülle an Entwicklungen, Problemstellungen und Lösungen zur zukunftsfähigen Kooperation von Pflanze und Mensch vorzustellen und abzubilden; für die Landwirtschaft, die Siedlungsplanung und Architektur, die Energieversorgung, für Wirtschaft, Gerechtigkeit und Gesundheit. Dennoch meistert er es, dabei auch noch ein schönes Teil seiner Begeisterung und Wertschätzung der irdischen Flora auf uns zu übertragen. Mühelos gelingt das im ersten Teil, in dem er uns das Wesen und die vielfältigen Wirkungen der Pflanzen auf unser Leben, auf die Biodiversität und das Klimageschehen auseinandersetzt. Es setzt sich dann aber auch fort, wo er im zweiten Teil die gegenwärtige Forschung, die Projekte und Gestaltungsmöglichkeiten zur Integration der pflanzlichen Prozesse und Materialien in unsere Technik und Lebensgestaltung ausleuchtet. Darauf baut er abschliessend seine Vision einer phytophilen, „pflanzenliebenden“ Gesellschaft. Orientiert an den dargelegten Chancen, entwirft er ein inspirierendes, lebendiges Panorama einer grünen, resilienten Zukunft, um uns daraus dann auch gleich noch konstruktive Vorschläge abzuleiten, was wir zu ihrer Verwirklichung persönlich und politisch beitragen können.

Die Öffnung des Horizonts für die enormen Möglichkeiten, die sich uns aus der schöpferischen Erforschung und Kenntnisnahme des pflanzlichen Lebens ergeben, ist die vorrangige Leistung seines Buches. Daraus erwächst unwiderstehliche Inspiration nicht nur für pflanzenbasierte Technologien, sondern auch für eine grundlegendere, individuelle und gesellschaftliche Neuorientierung. Man darf Tim Kaysers darüber schon vorhalten, gelegentlich der wissenschaftlichen Validierung vorauszueilen: Auch seiner unscharfen Definition und vorgefassten Wertung von „Natürlichkeit“ bzw. „Unnatürlichkeit“ heisst es mit etwas Vorsicht zu begegnen. Das sind dann allerdings Einwände, die sich aus seinem ambitionierten Balanceakt zwischen Engagement und Pragmatismus fast zwangsläufig ergeben und hinter der famosen Inspirationskraft seiner Erkenntnisse und Entwürfe deutlich zurückstehen.

 

Rezension: Sacha Rufer


 

 

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