Buch «Wir bauen ein Zukunftshaus»

Buch «Wir bauen ein Zukunftshaus»

Ein Familiendrama in drei Akten

Ein Haus bauen. Aus der Menschheits- geschichte lässt sich herauslesen, dass mit stetig sich erhöhenden Ansprüchen an das Dach über dem Kopf auch die anwachsende Gefahr von Nervenzusammenbrüchen bei den Bauherren verknüpft ist. Dies umso mehr beim Ehepaar Horx, die, als Zukunftsforscher, nicht nur irgendein Haus, sondern ein Zukunftshaus bauen wollen. Oona Horx-Strathern berichtet uns in ihrem ebenso amüsanten wie informativen Buch von ihrem kühnen Unterfangen.

 

Autor Oona Horx-Strathern 
Verlag Deutsche Verlags-Anstalt DVA
Umfang 238 Seiten
ISBN 978-3-421-04450-1
Preis Fr. 28.50 (UVP)


Das Haus, das Oona Horx-Strathern zusammen mit ihrem Mann für ihre kleine Familie in Wien bauen will, soll sowohl architektonisch anspruchsgerecht, innovativ, wohlbefindlichkeitsförderlich, technologisch zeitgemäss und ökologisch nachhaltig sein. Kein Wunder, dass sie sich ein paar Gedanken im Voraus macht. Für den Leser bedeutet das, dass er im Auftakt des Buches auf einen höchst vergnüglichen Streifzug durch die Architekturgeschichte entführt wird und dabei auch gleich zu ahnen beginnt, weshalb die Suche nach einem Architekten zu einer hochsensiblen Angelegenheit gerät. Ist ein solcher dann gefunden, wird über die folgende Hälfte des Buches gebaut – mit etwas mehr als den zu erwartenden handwerklichen Fehlleistungen, nachbarschaftlichen Kriegserklärungen und allgemeinen Unglücken. Nicht ganz unschuldig daran war wohl die stetige intellektuelle Feinjustierung der persönlichen und globalen Ansprüche der Bauherren, denen die laufenden Bauarbeiten Rechnung tragen sollten. Dass sich dies nicht nur erstaunlich kurzweilig, sondern auch inspirierend und lehrreich liest, ist ein Lob wert. Die Autorin kann ihren nicht zu leugnenden Stolz auf den eigenen Bildungshintergrund durch eine sympathische Portion Selbstironie brechen und zugleich Ratschläge, Visionen und auch nützliche Warnungen – auf psychologischer genauso wie auf ganz praktischer Ebene - aus ihrem Leidensweg destillieren. So gerät das Buch nur in dem Sinne zu dem angedrohten Drama, als es handlungs- und emotionsreich ist; nicht im Sinne einer auf ein tragisches Ende hinsteuernden Erzählung. Zwangsläufig, natürlich, denn das Ende ist ja ein glückliches, wie sie uns im letzten Teil des Buches beweist. Hier stellt sie uns das fertige Haus, ihr „Future Evolution House", in seinen wichtigsten Komponenten und Ideeninhalten nochmals detaillierter vor.
Wovon wir gerne etwas mehr gelesen hätten – unzweifelhaft auf Grund einer gewissen professionellen Deformation – sind die praktischen oder theoretischen Hintergründe der energietechnischen und ökologischen Entscheidungen, die gefällt wurden. Zwar werden hiervon im letzten Teil des Buches einige angeführt, jedoch grösstenteils im recht unproduktiven Zusammenhang einer Absetzung der eigenen Ideen von den „heuchlerischen" Bestrebungen anderer grün angehauchter Bildungsbürger. Wir konnten die Bereitschaft zu Kompromissen jedenfalls auch aus ihren Ausführungen herauslesen, und die Zukunftsfähigkeit des hier vorgestellten Wohnentwurfs kränkelt nicht unwesentlich an dessen Raumanspruch. Ob wir hier die Zukunft des Wohnens vorgeführt bekamen, wollen wir also noch mit Fragezeichen umkränzen. Dass das Buch eine kluge und inspirierte Vision bereithält und, wichtiger noch, sie auch gleich in der Unbill des Gegenwärtigen erprobt, darf um nichts weniger mit Ausrufezeichen angepriesen werden. Es stellt das Signal einer hoffnungsfrohen, verantwortungsvollen Innovation gegen architektonische Grossmannssucht auf der einen und kulturpessimistische Kleingeisterei auf der anderen Seite. Ganz abgesehen davon, dass es ausnehmend guter, nämlich unterhaltsamer und geistreicher Lesestoff ist, der gerne auch Leser erreichen darf, die sich nicht mit einem Bauvorhaben tragen.

Rezension: Sacha Rufer

 

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