Was tun gegen Schneckenplage im Garten?

02 Jul 2015
Die Nacktschnecke bereitet vielen Hobbygärtnern Ärger. Die Nacktschnecke bereitet vielen Hobbygärtnern Ärger.

Die Nacktschnecke ist ein gefrässiges Weichtier und kann die Hobbygärtner zur Weissglut treiben. Damit die Vorfreude auf den frischen Kopfsalat aus dem eigenen Garten ungetrübt bleibt, wird so manches ausprobiert. Einige Tipps gilt es zu beachten.

In den Schweizer Gärten und landwirtschaftlichen Kulturen treibt vor allem die Spanische Wegschnecke (Arion lusitanicus) ihr Unwesen. Sie wurde mit Gemüseimporten eingeschleppt und verbreitet sich rasant. Da sie bis zu 400 Eier legt, kann sie in warmen Jahreszeiten zu einer richtigen Plage werden.

Die Schneckenforscherin des Naturhistorischen Museums Bern, Estée Bochud, hält nicht viel von der weitverbreiteten Methode, die Schnecken zu zerschneiden. Schnecken sind Kannibalen. Wer Schnecken zerschneide und liegen lasse, locke noch mehr Schnecken an, die weitere Eier legen. Dasselbe gilt für Bierfallen oder andere Ködermittel, meint sie. Denn Schnecken haben einen guten Geruchssinn und der Bierduft zieht nur zusätzliche Artgenossen von weit her an. Auch die Methode des Salzstreuens ist nichts wert. Denn erstens ist es - genauso wie das Ertränken im Bier- Tierquälerei, weil die Tiere langsam sterben. Und zweitens ist das Salz im Boden schädlich für die Pflanzen.

Freuen Sie sich, wenn Sie Weinbergschnecken in Ihrem Garten haben, das ist ein gutes Zeichen.
Estée Bochud, Schneckenforscherin am Naturhistorischen Museum Bern

Und was hält die Spezialistin von Schneckenkörnern? Sie rät, auf den Gebrauch von Schneckenkörnern zu verzichten. Aasfresser nehmen beim Verzehr der toten Schnecken das Körnergift auf und es gelangt so in den natürlichen Kreislauf. Ausserdem töten Schneckenkörner weitere Lebewesen wie die Gehäuseschnecken, welche vergleichsweise geringe Schäden anrichten. Unter ihnen die geschützte Weinbergschnecke. Das ist kontraproduktiv, denn die Weinbergschnecke ist als Konkurrent den übrigen Schnecken überlegen. Sie sorgt dafür, dass sich andere Schneckenarten nicht ungehindert ausbreiten und vermehren. Es sei ganz wichtig, betont die Schneckenspezialistin, niemals abends den Garten zu giessen, sondern zu Zeiten der Morgensonne. Denn Schnecken mögen es gerne kühl, feucht und dunkel, aber meiden die Sonne und trockenen Boden.

Alternative Fressmöglichkeiten bieten

Während einige Gärtner auf installierte Schneckenzäune, Schneckenkragen oder Salathauben schwören, raten andere zu Ablenkungspflanzungen, die bewusst um Kulturpflanzen herum angelegt werden. Können sich die Schnecken beispielsweise mit Kresse verköstigen, dann stürzen sie sich nicht von vornherein auf Kopfsalate. 

Das wirksamste Mittel: ein naturnaher Garten

Die nachhaltigste Lösung ist die Umstellung auf einen naturnahen Garten, betont Bochud. Denn in diesem finden sich nicht nur Gemüsebeete und Rasenflächen, sondern sie bieten mehr als genügend alternative Fressmöglichkeiten für die Schnecken, zum Beispiel die heissgeliebten Brennnesseln. Ausserdem bieten naturnahe Gärten den Fressfeinden der Schnecken einen vielfältigen Lebensraum. Steinhaufen, Laubhaufen und Altholz im Garten stellen Unterschlupfmöglichkeiten für Schnecken(eier)vertilger wie Blindschleiche, Igel oder Laufkäfer dar.

Weitere Informationen:
Tipps von der Schneckenforscherin (nmbe.ch)
Schneckenbekämpfung - Bio besser als Gift (ktipp.ch)

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