Der Duft der weiten Welt

29 Jul 2016
Der Nasenbär ist in Mittel- und Südamerika verbreitet und nach seiner beweglichen Nase benannt. Der Nasenbär ist in Mittel- und Südamerika verbreitet und nach seiner beweglichen Nase benannt.

Einen guten Riecher zu haben, ist vorteilhaft: Der Geruchssinn hilft bei der Gefahrenregistrierung, bei der Nahrungssuche aber auch bei der Partnerwahl. Das Riechorgan spielt im Tierreich, aber auch bei den Menschen eine zentrale Rolle.

Der Geruchssinn schützt uns vor Gefahren wie Feuer oder Gas, er lässt uns verdorbenen Essen erkennen und beeinflusst unbemerkt auch unser soziales Umfeld. Bei den Tieren ist der Geruchssinn oftmals viel besser ausgeprägt als beim Menschen und für die Nahrungs- oder Partnersuche zentral. Im Folgenden ein Überblick über die Riecher von Mensch und Tier.

Der Geruchssinn des Menschen

Gerüche werden, im Vergleich zu den anderen menschlichen Sinnen, am schnellsten verarbeitet und sind so unsere ersten Eindrücke. Duftmoleküle, welche durch Lebewesen oder auch Gegenstände abgesondert werden, gelangen zur Riechschleimhaut in unserer Nase und werden durch Millionen von Nervenzellen registriert. Vom Riechkolben gelangen die Informationen zum Gehirn, wo sie verarbeitet werden.

Der Geruchssinn spielt je nach Alter eine unterschiedliche Rolle. Schwangere Frauen sind im ersten Drittel der Schwangerschaft geruchsempfindlicher (Hyperosmie). Experten halten diese erhöhte Geruchsempfindlichkeit für einen Schutzmechanismus für das noch ungeborene Baby. Das frischgeborene Baby ist nach der Geburt ebenfalls stark auf seine Nase angewiesen, da der Geruchssinn im Gegensatz zum Sehsinn bereits voll ausgeprägt ist. Ab circa 40 Jahren nimmt die Fähigkeit, Gerüche zu erkennen und zu kategorisieren, wieder ab. Die Arbeit mit Staub, Chemikalien oder das Rauchen können den Geruchssinn ebenfalls beeinträchtigen. Menschen mit eingeschränktem Sehsinn trainieren den Geruchssinn wieder stärker und müssen sich stärker darauf verlassen.

Das Riechen als Sinneswahrnehmung wird meist als wenig wichtig eingestuft. Geschmack von Essen beispielsweise entsteht aber zu 80 % durch Riechen und nur zu 20 % durch Schmecken. Auch Erinnerungen sind oft stark mit Gerüchen assoziiert und werden durch sie ausgelöst (Proust-Effekt). Der Verlust des Geruchsinns (Anosmie) kann somit auch schwerwiegende psychische Probleme hervorrufen.

Der Geruchssinn der Tiere

Im Vergleich zum menschlichen Geruchssinn ist dieser bei den meisten Säugetieren stärker ausgeprägt. Während beim Menschen zwei Drittel der Rezeptorenarten nicht mehr aktiv sind, sind sie in der Tierwelt noch intakt. Aber nicht nur Säugetiere verfügen über ein Riechorgan, auch Reptilien und Fische können Gerüche wahrnehmen.

Während die grösste Nase im Tierreich wohl durch den Elefanten in Anspruch genommen wird, besitzt der europäische Aal die beste Nase (korrekterweise hiesse es Jakobsonsches Organ). Der Aal ist in der Lage, einen einzigen Tropfen Parfüm im dreifachen Volumen des Bodensees zu riechen. Dieser ausgesprochen gute Geruchssinn hilft ihm, in der Dämmerung die Beute zu orten und zu jagen. Zudem braucht er den Geruchssinn auch zur Orientierung.

Aufgrund des gut ausgeprägten Riechers werden Tiere auch oft für menschliche Zwecke eingesetzt. Bekannte Beispiele sind Spürhunde für Drogen, Lawinenopfer sowie Trüffelhunde oder -schweine. Hunde werden aber auch eingesetzt, um Schimmel im Haus oder Unterzuckerung bei Diabetikern zu melden. In Mosambik werden Riesenhamsterratten für das Aufspüren von Landminen und Tuberkulosekranken eingesetzt.

Nebst dem Riechen setzen Mensch und Tier die Düfte zur Anziehung oder Abschreckung ein. In dieser Artikelserie zum Thema Duft und Gerüche werden wir auch auf diese Phänomene näher eingehen.

  • Click to enlarge image Afrika-Steppe-Elefant_v2.jpg Die Elefanten besitzen die grösste „Nase“. Quelle: Megan Coughlin, Flickr.com
  • Click to enlarge image Baum-Affe-Nasenaffe_v2.jpg Die männlichen Nasenaffen tragen eine markante birnenförmige Nase. Sie leben ausschliesslich auf Borneo. Quelle: PublicDomainPictures, Pixabay.com
  • Click to enlarge image Wiese-Termitenhuegel-Ameisenbaer_v2.jpg Der Ameisenbär spürt seine Nahrung (Termiten, Ameisen) durch seinen Geruchssinn auf. Quelle: Thorsten Mohr, Flickr.com

Weiterführende Informationen/Quellen:
WDR, Planet Wissen
Die Welt, Sprengstoffratten in Mosambik
GEO, die beste Nase im Tierreich

 

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