Velomania – Mehr Platz fürs Velo

23 Nov 2016
Unzählige Velos stehen an den Grachten in Amsterdam. Unzählige Velos stehen an den Grachten in Amsterdam.

Velofahren ist eine kostengünstige, gesunde und umweltfreundliche Alternative zum öffentlichen Verkehr und dem Auto. Velostädte wie Amsterdam und Kopenhagen zeigen uns, wie Fahrrad fahren attraktiver werden kann.

Sich nicht auf die elektronische Technik verlassen, die Zügel selbst in die Hand nehmen und aus eigener Energie Antrieb verschaffen, das fördern tausende Velofahrer täglich auf den Strassen der Welt. Die Beweggründe dafür stammen wahrscheinlich aus verschiedenen Überzeugungen, so macht es so manch einer der Umwelt zuliebe und wieder andere für die persönliche Fitness. Das Fazit ist klar: Velofahren macht Spass, ist gesund, sinnvoll und erst noch kostensparend!

Der Verkehrskonflikt

Allerdings hat die Minderheit im Schweizer Verkehr, die Velofahrer, mit so manchen Herausforderungen zu kämpfen. Die Velo-Wege sind knapp berechnet oder teilweise nicht vorhanden. Auf so manchen Hauptstrassen werden Velofahrer von den immer überlegenen Autos eingeschüchtert. Die Abneigung ist allerdings klar gegenseitig, denn nicht jeder Zweiradfahrer hält sich an die Verkehrsregeln und sorgt somit für Unmut und Ärger bei den Autofahrern. Die Lösung liegt auf der Hand: Eine klare Trennung von Velowegen und Autostrassen und somit mehr Platz für beide Parteien. Diese Forderung ist jedoch mit Kosten verbunden, welche die Städte nicht tragen können oder wollen. Zudem wird oft von einem Platzmangel gesprochen.

Kopenhagen die Nummer eins unter den Velostädten

Wer bereits seine Ferien in der nordischen Stadt verbracht hat, weiss, hier haben Velos Vortritt. Wer sich in den Weg stellt, riskiert angeschnauzt zu werden. Breite, aber auch ausgelastete Velowege dominieren das Stadtbild. Im aktuellen Ranking der Copenhagenize Design Company, welche zweijährlich mit dem Copenhagenize Index die besten Velostädte auszeichnet, befindet sich zum ersten Mal Kopenhagen auf Platz eins. 122 Städte, welche alle über 600‘000 Einwohner zählen, wurden verglichen und ausgewertet. Bisher stand Amsterdam an der Spitze. Die Ablösung durch Kopenhagen war nicht ganz unerwartet. In Kopenhagen entsteht ein neues U-Bahnnetz. Die nötigen Bauarbeiten sorgen dafür, dass der Verkehr des Öfteren zusammenbricht. So entscheiden sich 45 Prozent der Kopenhagener mit dem Velo zur Arbeit zu fahren. 2012 betrug dieser Wert noch 36 Prozent. Das Velofahren wird für die Dänen immer angenehmer gestaltet. Seit Ende 2014 wurden sechs neue Velobrücken über die Kanäle gebaut oder geplant. Rund 2,2 Meter breit sind die Wege (in Zürich werden bloss 60 cm für die Fahrradfahrer bereitgestellt) und meist durch einen Randstein von den Strassen und Fussgängerzonen getrennt. Durch das stetig attraktiver werdende Velo-Netz, haben die Kopenhagener kaum mehr eine Ausrede, sich nicht auf den Drahtesel zu setzen.

Amsterdam die geborene Velostadt

Als weltweite Symbolstadt fürs Velofahren gilt eindeutig Amsterdam. Dieses Mal musste sie sich allerdings mit der Silbermedaille abfinden. Die Copenhagenize Design Company kritisiert ein mangelndes Interesse an Verbesserungen und Innovationen. Trotzdem wird in keiner anderen Stadt mit einer solchen Selbstverständlichkeit Velo gefahren wie in Amsterdam. Dies vor allem wegen der geeigneten topografischen Lage. Aber auch historischer gesehen, wurde die Velo-Liebe den Niederländer in die Wiege gelegt. Zu Beginn des Velo-Zeitalters Ende des 19. Jahrhunderts galt in den Niederlanden das Velo als ein Gut für die Wohlhabenden. Nach dem Ersten Weltkrieg wurden massenweise preisgünstige Fahrräder aus Deutschland in die Niederlande verkauft. Das Velo wurde somit günstiger als die Bahn. Doch nicht nur die Mittelschicht setzte sich aufs Velo, auch Prinzessin Juliana liess sich des Öfteren auf dem Velo blicken. Damit war die Hürde überwunden und die Niederlande wurden zur offiziellen Velo-Nation.

Schweizer Städte sind weniger auf Velofahrer ausgerichtet

Unter den Schweizer Grossstädten zählt Winterthur zu den Vorreitern. Obwohl eine Vergrösserung der Velozonen auf der Strecke bleibt, ist zumindest der Gratis-Veloverleih sehr lobenswert und fortschrittlich. Mit dem Projekt „Schweiz rollt“ können in sieben Städten Velos gratis gemietet werden. Dadurch kann so mancher ö.V.- oder Autofahrer umgestimmt werden.

 

Weiterführende Informationen/Quellen
Copenhagenize Index
Schweizer Velostädte
Schweiz rollt

 

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