Einem Verkehrsbetrieb über die Schulter geschaut

Die Leitstelle ist das Herzstück eines Verkehrsbetriebes Die Leitstelle ist das Herzstück eines Verkehrsbetriebes

Wenn wir den Bus benützen, dann soll er gefälligst pünktlich sein und uns ohne Zwischenfälle ans Ziel bringen. Was aber alles dahinter steckt, damit ein Fahrplan möglichst genau eingehalten werden kann, erfuhren wir bei den Verkehrsbetrieben Luzern (VBL).

Öffentlicher Verkehr in der Stadt Luzern

Das erste öffentliche Personentransportmittel war das Tram; 1898 verkehrten die ersten Fahrzeuge. Autobusse wurden ab 1928 eingesetzt, und anfangs der 1940er Jahre folgte der Einsatz von Trolleybussen.  Die Tramfahrzeuge wurden schliesslich nach und nach durch Trolleybusse ersetzt. Das letzte Tram fuhr im November 1961.
Heute stehen in der Stadt Luzern gut 60 Trolleybusse und über 90 Autobusse (davon 3 Hybrid-Busse) im Einsatz. Damit werden mehr als 50 Millionen Personen pro Jahr befördert.
Testfahrten mit einem Elektrobus verliefen negativ: Die Betriebsdauer sei zu kurz und die Ladezeiten zu lang. Zudem fehlen zur Zeit die finanziellen Mittel für die Beschaffung.

Der Unterhalt der Fahrzeugflotte

Die Fahrzeuge bedürfen einer regelmässigen Reinigung, Überprüfung und Instandstellung. Im Winter werden die Fahrzeuge vor allem wegen des Streusalzes täglich gewaschen. Pro Fahrzeug benötigt dies im Schnitt 360 Liter Wasser; 40 % dieses Wassers wird wieder aufbereitet. Bei der Innenreinigung fallen 18 t Abfall pro Jahr an. Es ist schon erstaunlich, wieviel Müll in den Fahrzeugen liegen gelassen wird.

Böswillige Sachbeschädigungen werden oft erst während der Reinigung entdeckt. Der Vandalismus verursacht mehrere Tausend Franken im Jahr für Reparaturen und Beseitigung von Schmierereien. Die Videoüberwachung im Innenraum der Fahrzeuge ermöglicht in vielen Fällen, das Vorgefallene zu dokumentieren; dies auch bei Unfällen von Passagieren bei Schnellbremsungen. Der Hergang kann dank der Aufnahmen nachvollzogen werden und beseitigt Unklarheiten, insbesondere bei Versicherungsfragen.

Die Leitstelle, das Herz jedes grösseren Verkehrsbetriebes

In Luzern wurde 1987 eine Leitstelle in Betrieb genommen. Anfangs wurden lediglich die Fahrzeuge beobachtet, dann kamen Fahrgastinformationen hinzu. Heute ist es möglich, den Verkehrsbetrieb gesamthaft zu überwachen. Alle Busse sind über GPS mit der Leitstelle verbunden und können jederzeit geortet werden. Die GPS-Karten auf den Monitoren geben Auskunft über den Standort des jeweiligen Fahrzeugs. Ersichtlich ist auch ein Linienbild, das die Fahrt der Busse aufzeichnet. Es zeigt an, ob die Busse fahrplangemäss unterwegs sind. Bei Verspätungen kann die Leitstelle - wenn nötig - unmittelbar darauf reagieren, indem Durchsagen im betreffenden Bus erfolgen und die elektronischen Anzeigetafeln an den Haltestellen - die sogenannte dynamische Fahrgastinformation (DFI) - aktualisiert werden. Auf diesen DFIs lassen sich auch zusätzliche Informationen übermitteln.
Weiter wird der Verkehr überwacht. Die Beobachtung der Kamerabilder von verschiedenen neuralgischen Stellen in der Stadt ermöglicht bei Ereignissen ein rasches Eingreifen. Die Fahrgäste können sofort informiert werden und bei Bedarf kommen Zusatzfahrzeuge zum Einsatz.
Die Leitstelle dient auch als Alarmzentrale. In Notfällen wenden sich die Chauffeure per Funk an die Leitstelle. Wenn nötig koordiniert sie den Einsatz von Polizei und Sanität.

„Durchsage der Leitstelle ....“; für regelmässige ÖV-Benutzer eine vertraute Ansage. Mit dem Wissen, was alles dahinter steckt, hört sich das nun ganz anders an.

 

Quellen und weitere Informationen:
VBL

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