Die Rolle der Umweltbildung in der Gesellschaft Empfehlung

Praktische Erfahrungen hinterlassen einen nachhaltigen Eindruck Praktische Erfahrungen hinterlassen einen nachhaltigen Eindruck

Bereits in den 1970er Jahren wurde das Konzept der Umweltbildung erarbeitet. Mehrere Jahrzehnte später ist es in den Lehrplänen der Schulen verankert, an der konkreten Umsetzung hapert es jedoch noch.

Die aufstrebenden Umweltbewegungen in den 1970er Jahren machten auf die Wichtigkeit des Umweltschutzes aufmerksam. In dieser Zeit wurde auch das Konzept der Umweltbildung erarbeitet. Dies ist ein Bildungsansatz, der durch entsprechende Wissensvermittlung einen verantwortungsbewussten Umgang mit der Umwelt und den natürlichen Ressourcen hervorbringen will. Das vermittelte Wissen – so die Hoffnung – soll zum aktiven Umwelt- und Klimaschutz beitragen.

Was genau beinhaltet Umweltbildung?

Zusammengefasst will die Umweltbildung das Bewusstsein und die Umweltvorsorge in der Gesellschaft fördern. Sie behandelt die Beziehung zwischen den Menschen und ihrer Umwelt und thematisiert das menschliche Handeln speziell unter dem Gesichtspunkt von dessen Auswirkungen auf Natur und Gesellschaft. In den letzten Jahren überwogen dabei die negativen Themen, wie beispielsweise der Klimawandel, der Rückgang der Biodiversität und die Schädigung von Ökosystemen.

Die Umweltbildung ist Teil des Gesamtkonzepts „Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE)“. An der Weltkonferenz 1992 in Rio de Janeiro wurde die Agenda 21 erarbeitet. Das BNE ist ein internationales Programm, das zur konkreten Umsetzung der Agenda 21 geschrieben wurde. Die Nachhaltige Entwicklung als Leitidee für die Entwicklung einer zukunftsfähigen Gesellschaft ist wesentlicher Bestandteil davon und soll in den Köpfen der Leute verankert werden.

Nachhaltige Entwicklung (engl. Sustainable Development): Diese Leitidee einer angestrebten Gesellschaftsentwicklung hat zum Ziel, das heutige sowie zukünftige Generationen mit den vorhandenen Ressourcen ihre Bedürfnisse befriedigen können. Zur Erreichung des Ziels sollen die Dimensionen Umwelt, Soziales und Wirtschaft ebenso berücksichtigt werden wie die globale Vernetzung und der Zeitfaktor. Das folgende Modell bringt die Vernetzung der verschiedenen Ebenen zum Ausdruck und gilt als Grundlage der Nachhaltigen Entwicklung.

Eigene Darstellung (Waris Stocker)


 

 

Das Prinzip der Nachhaltigkeit ist als Staatsziel in Art. 73 der Schweizerischen Bundesverfassung fest verankert. Das Bundesamt für Umwelt hat die Stiftung „education21“ ins Leben gerufen mit der Zielsetzung, die Bildung für Nachhaltige Entwicklung an den Schulen zu implementieren und zu fördern. Konkret finden Lehrpersonen, Schulleitungen und weitere Akteure bei education21 pädagogisch geprüfte Lernmedien, Angebote von schulexternen Akteuren, Orientierung und Beratung sowie Finanzhilfen für Schul- und Klassenprojekte.

Die Zielsetzungen der Nachhaltigen Entwicklung sind Teil des Lehrplans 21. Seit einiger Zeit wird dieser an den Schulen umgesetzt. Konkret werden sieben fächerübergreifende Thematiken in den Schulalltag eingebaut, welche die Nachhaltigkeitsziele in ihrem weiteren Umfang umfassen. Es sind dies: Politik, Demokratie und Menschenrechte; Natürliche Umwelt und Ressourcen; Geschlechter und Gleichstellung; Gesundheit; Globale Entwicklung und Frieden; Kulturelle Identitäten und interkulturelle Verständigung; Wirtschaft und Konsum. Die Bearbeitung der Themenfelder soll darauf angelegt sein, zukunftsorientiertes und vernetzendes Lernen sowie Partizipation zu fördern.

„Bildung soll den Menschen helfen, den eigenen Platz in der Welt zu reflektieren und darüber nachzudenken, was eine Nachhaltige Entwicklung für die eigene Lebensgestaltung und das Leben in der Gesellschaft bedeutet.“ (Lehrplan 21)

Die Umweltbildung am Beispiel des Kantons Luzern

Die Umweltbildung als Teil der Nachhaltigkeit wird im Kanton Luzern mit folgenden Themenbereichen in den Unterricht integriert: Naturbeziehung, Naturerlebnis, Naturwert; Natürliche Systeme wie Wasser, Boden, Klima, Wald; Menschliche Nutzung der Umwelt und deren Folgen (Energie, Mobilität, Abfall, Ernährung, etc.); Eigenes Konsumverhalten (Essen, Kleider, Handy, Mobilität, Ferien, etc.). Die Dienststelle Volksschulbildung des Kantons verleiht das Profil „Umweltbildung“ an Schulen, die diesen Bereichen besondere Beachtung schenken. Eine Anforderung ist unter anderem, einmal jährlich ein Umweltprojekt durchzuführen, an dem alle Schüler und Schülerinnen mindestens 3 Halbtage mitarbeiten.

An der Umsetzung hapert es noch

Umweltbildungs-Konzepte und –Ideen gibt es in diverser, erfreulicher Menge, und sie alle bieten inhaltliche und methodische Hilfestellung, den Umweltschutz fest im Handeln und Bewusstsein einer jungen Generation zu verankern. Tatsächlich fehlt es an den meisten Orten aber an konkreten Umsetzungen. Seit den 1970er Jahren machen Umweltbewegungen auf die Probleme aufmerksam, und auch die Umweltbildung an den Schulen konnte sich zunehmend etablieren. Wirklich etwas passiert in Sachen Umwelt- und Klimaschutz ist bis heute aber wenig. Eine mögliche Ursache dafür könnte sein, dass die Nachhaltige Entwicklung (und die Umweltbildung als Teil davon) „nur“ in bestehende Fächer integriert ist. Ein eigenes Fach mit lösungsbasiertem Inhalt würde der nächsten Generationen besseres Rüstzeug mitgeben, die Umwelt, die Natur und seine Ressourcen sowie das Klima zu respektieren und zu schützen. Dabei sollte nicht nur „trockenes“ Schulmaterial die Basis bilden, sondern das Umweltwissen zusätzlich mit Workshops, Ausflügen und praktischen Anwendungen vergegenständlicht werden. Mit allen Sinnen die Natur zu erfahren und zu erleben, was es heisst, nachhaltig zu leben, dürfte bei den meisten Kindern einen langfristigen Effekt erzielen.

Quellen und weitere Informationen:
éducation21
BAFU: Umweltbildung
Lehrplan 21: Bildung für Nachhaltige Entwicklung
Umweltberatung Luzern

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