Mars Mission "Curiosity" und der Blick auf Erden

07 Aug 2012

Nach einem 36-wöchigen Flug ist am frühen Montagmorgen der Mars Rover „Curiosity“ erfolgreich auf dem roten Planeten gelandet. Ein neues Kapitel der Erforschung des Mars hat begonnen. Wie vermag die Mission unseren Blick auf Erden zu beeinflussen?

Experten der US-Weltraumbehörde „NASA“ und interessierte Laien weltweit sind begeistert: Die Landung von „Curiosity“, dem technologisch hochstehenden und bislang teuersten Roboterfahrzeug auf dem Mars, war ein voller Erfolg. Nach der geglückten Landung beginnt nun die eigentliche Erkundungsarbeit auf dem roten Planeten. Dazu wurde das mit Greifarm, Bohrer, Laser, Kameras, Analysewerkzeugen und vielem mehr ausgestattete Gefährt zunächst auf seine Funktionstüchtigkeit durchgecheckt. Das Fahrzeug hat bereits erste Bilder und ein Video aufgenommen und zur Erde gesendet. Die Mission zum Mount Sharp, einem rund 5‘500 Meter hohen Berg inmitten des sogenannten Gale-Kraters, von dem vermutet wird, dass er einmal mit Wasser gefüllt war, kann beginnen. Die Bodenproben, Fotos und Analysen sollen Informationen zur Geschichte des Planeten und zu Umweltveränderungen sowie Hinweise zur Beantwortung der Frage liefern, ob Leben auf dem Mars möglich ist bzw. dort einmal existiert hat.

Die Tätigkeiten von „Curiosity“ sind Teil umfassenderer Bemühungen der NASA, mehr über unseren Nachbarplaneten, über das Vorhandensein von Leben ermöglichenden Bedingungen und letzten Endes auch mehr über das Weltall generell zu erfahren. Die Faszination All und der Drang, die grossen Fragen nach dem woher, wohin und warum unserer Existenz zu ergründen, blicken auf eine lange Geschichte zurück. Der Sternenhimmel ist ein seit Urzeiten geöffnetes Kino, das den Menschen seit jeher Anreiz zum Nachdenken über ihr Sein, ihren Platz auf Erden und über die Stellung des ihnen bekannten Lebensraums innerhalb eines übergeordneten Bereichs geboten hat.

Das auf exakt messenden Verfahren und naturwissenschaftlichen Modellen aufbauende heutige Weltbild wurde wesentlich von der Geschichte der Raumfahrt seit dem frühen 20. Jahrhundert geprägt. Noch gut in Erinnerung ist die erste bemannte Mondlandung von 1969, durch die sich überraschend eine neue Sicht auf unsere Erde ergab. Obgleich in der Theorie hinlänglich bekannt, war es vom Mond aus das erste Mal unmittelbar sichtbar, dass die Erde ein ringsum begrenzter Körper ist, dessen bewohnbare Flächen beschränkt und Ressourcen endlich sind. Unsere Handlungen bleiben nicht ohne Folgen, sondern hinterlassen selbst vom All aus sichtbare Spuren. Weil Bilder der Erde als Kugel im All heute allgegenwärtig sind, vergisst man leicht, dass nicht zuletzt die Raumfahrt, auch wenn diese nicht frei von Luftschadstoffemissionen ist, das Umweltbewusstsein in vielen Köpfen gefestigt und der globalen Umweltbewegung weltweit zu einem Ausschwung verholfen hat.

Was die Mission auf dem Mars, abgesehen von den wissenschaftlichen Erkenntnissen, für die konkrete Lebenspraxis auf Erden einbringt, ist (noch) nicht leicht abzuschätzen. Der Blick aus dem All auf unsere eigene Lebensgrundlage ist zwar keine Neuheit mehr und vom Mars aus betrachtet – verglichen mit dem Mond – auch weniger spektakulär. Dennoch birgt die Mission, die der Roboter „Curiosity“ auf unserem Nachbarplaneten nun antritt, eine Potential in sich, Entdeckungen zu machen, die sich für die Weiterentwicklung bestehender Technologien oder Lebensformen auf Erden als nützlich erweisen könnten. Möglicherweise ergibt sich daraus auch wieder ein verstärktes Bewusstsein unserer Erde als unserem Lebensraum gegenüber, den wir schätzen und schützen sollten.

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