Blitz und Donner – Gewittererscheinung und Naturschauspiel

23 Aug 2012

Die spätsommerliche Hitzewelle hat sich in der Schweiz und in anderen Teilen Europas mit zahlreichen, teils heftigen Gewittern nun spürbar gelegt. Vielerorts hat es geblitzt und gedonnert – ein wohlbekanntes und doch eindrückliches Naturschauspiel. 

Blitz und Donner sind selbst in einer aufgeklärten Welt auffällige und eindrückliche Naturphänomene. Auch der meteorologisch informierte Beobachter wird beim Einschlag eines Blitzes in unmittelbarer Nähe vor Schrecken zusammenzucken und Angst verspüren. Mit zunehmender Nähe wird die sinnliche, überwiegend akustisch-visuelle Erfahrung der elektrischen Entladung zunehmend intensiver. Die Furcht vor dem Blitz ist begründet, denn wer sich während eines Gewitters an ungeschützten Orten - etwa auf Anhöhen, einem freien Feld, in der Nähe von Gewässern oder im Wald aufhält - ist einer realen und tödlichen Gefahr ausgesetzt. Blitzverletzungen betreffen meist den ganzen Körper und reichen von Verbrennungen, Störungen des Zentralnerven- und Herzkreislausystems bis zu Tinnitus und Sehstörungen. Das Risiko, durch Blitzschlag Verletzungen oder Tod zu erleiden, ist im Vergleich zu anderen Gefahren im Strassenverkehr, bei der Arbeit oder beim Sport allerdings gering, wozu insbesondere auch das Einhalten von Sicherheitsregeln beiträgt, also etwa die Meidung exponierter Stellen oder das Aufsuchen von Schutz in Gebäuden oder Autos. In der Schweiz wurden in den letzten Jahren zwischen vier und zehn Blitztote gezählt, was ein Bruchteil der mehreren hundert Personen darstellt, die noch immer jedes Jahr aufgrund von Unfällen im Strassenverkehr ihr Leben verlieren.

Blitze treten nicht unvermittelt, sondern in aller Regel im Rahmen von Gewittern auf, die sich in unseren Breitengraden mehrheitlich im Sommer, oft am späteren Nachmittag oder Abend ereignen. Angekündigt bzw. begleitet werden Gewitter durch verschiedene andere Wettererscheinungen. Es bilden sich Kumulonimbus Wolken, der Himmel verdunkelt sich, Wind- oder Sturmschnellen treten auf, die Temperaturen sinken, mehr oder minder kräftige Regen- und/oder Hagelschauer ergiessen sich. Meteorologisch wird dabei zwischen verschiedenen Typen von Gewittern unterschieden. Es gibt Wärme-, Luftmassen-, Front-  und Wintergewitter sowie weitere Arten. Definitionsgemäss sind Gewitter mit dem Phänomen Blitz verbunden. Blitze sind elektrische Entladung vorher aufgebauter elektrostatischer Spannungen in der Atmosphäre, die als verästelte Lichterscheinungen sichtbar und als Donner hörbar sind und sich zwischen verschiedenen Wolken sowie auch zwischen Wolken und Erde bilden.

Die moderne Physik, Meteorologie und Klimatologie haben die Entstehung und den Ablauf von Gewittern und Blitzen eingehend erforscht. Im Laborversuch ist es möglich, Funkenüberschläge durch die Luft zu erzeugen und dabei Stromstärke, Stromspannung sowie andere Faktoren zu messen. Wetterdienste machen sich die Erkenntnisse aus Wissenschaft und Forschung zu Nutze und bieten basierend auf Messungen, Modellen und Statistiken möglichst präzise Vorhersagen über Orte und Zeitpunkte von Gewittern und anderen Wetterveränderungen an. All das hat dem Blitz vielleicht seinen mystischen Schleier etwas genommen, den er in der Vergangenheit, z.B. bei den alten Griechen oder Römern einmal hatte; zumindest bis zu dem Zeitpunkt, in dem ein in der Nähe eintreffender Blitz beim nächsten Gewitter dann doch wieder dermassen unter die Haut geht, dass wir uns unseren ausgelieferten Rolle im Spiel der grossen Naturkräfte wieder bewusst werden.

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