Stich aus dem Unterholz – geben Sie Zecken keine Chance

07 Jul 2016
Weltweit sind über 900 Zeckenarten bekannt. Weltweit sind über 900 Zeckenarten bekannt.

Anfang Juni wurde der aktuelle Bericht zu den Arztbesuchen in Bezug auf Zeckenstiche veröffentlicht (BAG). Bis Ende Mai waren über 10‘300 Arztbesuche wegen Zeckenstichen zu verzeichnen (Hochrechnung). Dies sind mehr als doppelt so viele wie im vergangenen Jahr. Bevor fremde Hilfe angezeigt ist, können wir uns vorbeugend selbst helfen.

Die Zecke gehört zur Familie der Spinnentiere, zur Unterklasse der Milben. Sie sind sogenannte Ektoparasiten – sie ernähren sich durch einen Wirt, welchen sie äusserlich befallen. Die Blutsauger leben vornehmlich in Laub- und Mischwäldern mit Unterholz, Sträuchern, Gräser oder Büschen sowie auch auf Waldlichtungen oder in hohem Grasland. Entgegen dem vielverbreiteten Mythos fallen die Zecken nicht von den Bäumen, sondern warten auf niedrig wachsenden Pflanzen (bis ca. 1.5m), bis ein Wirt sie abstreift. Zecken, in der Schweiz ist es vorwiegend die Art des Holzbocks, befallen nebst Wildtieren auch Haustiere oder den Menschen. Beim Menschen bevorzugen sie Stellen wie Arm- oder Kniebeugen, Achselhöhlen, Bauchnabel, Ohrrückseite oder den Schambereich.
Durch die zunehmend milderen Winter dehnt sich die Aktivität der Zecken während des Jahres aus.

Der Stich der Zecke

Zecken können Träger von krankheitserregenden Bakterien und Viren sein, die beim Stich übertragen werden. Das häufigste Bakterium verursacht die Lyme-Borreliose, diese kann mittels Antibiotika behandelt und, sofern frühzeitig erkannt, komplett geheilt werden. Der Anteil infizierter Zecken schwankt je nach Region sehr stark.
Eine weitere durch Zecken übertragene Krankheit ist die Frühsommer-Meningoenzephalitis (kurz FSME). Während die meisten befallenen Patienten nur grippeartige Beschwerden wahrnehmen und dies nicht in Zusammenhang mit einem Zeckenstich bringen, kann in einer zweiten Phase (bei 5-15 % aller erkrankten Personen) das Nervensystem befallen werden und verheerende körperliche Beeinträchtigungen verursachen, bzw. zum Tod führen. Im Gegensatz zur Borreliose kann man sich gegen FSME impfen. Das Bundesamt für Gesundheit hat eine interaktive Karte erstellt, in welcher ersichtlich ist, welche Gebiete von der Impfempfehlung betroffen sind (siehe Link unten).

Prävention

Wer sich in der Natur, im Wald oder auf Wiesen aufhält, sollte folgendes beachten.

  • Meiden Sie das Unterholz, Gebüsche und Dickicht.
  • Tragen Sie gut abschliessende Kleidung (geschlossene Schuhe, Socken über die Hosenstösse stülpen, Kopfbedeckung bei Kindern).
  • Helle Kleidung lässt die dunklen Zecken einfacher erkennen.
  • Zeckenschutzmittel auf Kleidung und Haut auftragen.
  • Suchen Sie Ihren Körper nach Besuchen in der Natur ab.
  • Personen, welche sich häufig in der Natur und in gefährdeten Gebieten aufhalten, sollten die Impfung gegen FSME in Betracht ziehen (drei Impfdosen nötig).

Falls Sie sich dennoch einen Zeckenstich zuziehen, ist folgendes zu tun:

  • Durch eine feine Pinzette und kontinuierlichem Zug entfernen.
  • Die Stichstelle anschliessend desinfizieren.
  • Datum und Körperstelle des Stichs notieren.
  • Treten Rötungen im Bereich der Stichstelle auf, oder falls grippeähnliche Beschwerden auftauchen (Kopfschmerzen, Fieber, Müdigkeit, Gelenkbeschwerden), ist sofort ein Arzt aufzusuchen.

Nützliche Tipps und Hilfestellung bietet hierbei die von der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften entwickelte App „Zecke“ (für Android und iOs verfügbar). Gefahrenkarten und Vorkehrungen helfen zum Schutz vor einem Stich. Wer gestochen wurde, kann ein Video-Tutorial zur Zeckenentfernung schauen und danach den Stich ins Zeckentagebuch eintragen. Die App erinnert automatisch an weitere Kontrollen des Stichs.

 

Weiterführende Informationen/Quellen:
Bundesamt für Gesundheit, Karte mit Gebieten der Impfempfehlung in der SchweizWeitere Ameisenbekämpfungsmethoden
Bundesamt für Gesundheit, Zeckenübertragene Krankheiten

 

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