Der Schweizer Michel von Tell erzielte im März einen neuen Weltrekord auf einem elektrisch angetriebenen Motorrad.

In den warmen Monaten werden wieder die Motorräder aus der Garage geholt und für Spritztouren und Ausflüge genutzt. Dies sollte, der Umwelt und den Anwohnern zuliebe, auf Motorrädern mit Elektromotor stattfinden. Nicht überzeugt? Der Schweizer Michel von Tell zeigt, wie weit man sich mittlerweile mit dem Elektro-Motorrad fortbewegen kann. Er fuhr innerhalb von 24 Stunden eine Strecke von über 1700 Kilometern. Die Tour führte durch insgesamt 4 Länder. Startpunkt war Zürich, von dort ging es über die deutsche Grenze in Richtung Stuttgart weiter. In der Landeshauptstadt Baden-Württembergs erfolgte die erste Akkuladung des E-Töffs. Insgesamt sechsmal pendelte von Tell anschliessend zwischen Stuttgart und Singen am Bodensee, um in der letzten Etappe über Österreich an seinem Zielort Ruggell in Liechtenstein einzutreffen. In insgesamt 23 Stunden und 48 Minuten einschliesslich 8 Akkuschnellladungen überwand von Tell eine Distanz von 1723km. Der bisherige Rekord von 2018 wurde so um 406 Kilometer überboten. Dieser gelang damals auf einer extra abgesperrten Strecke mit insgesamt 7 verschiedenen Fahrern. 
Laut dem Hersteller Harley Davidson ist die LifeWire-Maschine, mit der der Rekord aufgestellt wurde, mit einem 15,5-kWh-Lithium/Ionen-Akku ausgestattet. 80% der Batteriekapazität können innerhalb von 40 Minuten an der Schnellladesäule aufgeladen werden. Der Akku verfügt über eine Mindestreichweite von 158 Kilometern im Stadtverkehr. Dass dieser Wert auch unter Realbedingungen im Alltagsverkehr ein ganzes Stück weit übertroffen werden kann, bewies Michel von Tell mit seiner Rekordfahrt. 
 

Wussten Sie, … 
dass die ersten Elektromotorräder bereits Ende des 19. Jahrhunderts in den USA patentiert wurden? Doch gegen die grosse Konkurrenz der leistungsstarken Verbrennungsmotoren konnten sie sich vorerst nicht durchsetzen. Erst 2009 kamen die ersten Strassenmotorräder mit Elektromotor auf den Markt. Haupthindernis für die Konstruktion von leistungsstarken Zweirädern mit Elektromotor war bisher die geringe Reichweite der Lithium-Ionen-Batterien, gekoppelt mit deren langen Ladezeiten.

 
   
In der Schweiz sind 740 000 Motorräder (BfS, Stand 2020) zugelassen. Dies zeigt, wie beliebt der Motorsport ist. Doch der ungebrochene Anstieg der CO2-Emissionen im Bereich Verkehr (BAFU 2018) legt nahe, dass auch hinsichtlich dieser Freizeitaktivität ein Umdenken stattfinden muss. Wird beim Akkuaufladen Strom aus erneuerbaren Energien genutzt, können erhebliche Einsparungen bei den Treibhausgasemissionen erreicht werden. Zugleich wird die Feinstaubbelastung eingedämmt. Ein weiterer Vorteil: Die leisen Elektromotoren stören weder die Tierwelt noch die Anwohner der beliebten Ausflugsstrecken. Sollte die Fahrerin den typischen Motorensound allzu arg vermissen, gäbe es ja die Möglichkeit, den Lärm der Verbrennungsmotoren über Kopfhörer zu geniessen… 

 

Quellen und weitere Informationen:
Tagesanzeiger: Schweizer fährt elektrisch zum Rekord
Zeit.de: Test Elektromotorrad
E-Fahrer.de: Anbieter Elektro-Motorrad 2020
Bundesamt für Statistik: Motorräder in der Schweiz

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