Energiewende live im Berner Jura

30 Sep 2013

Mit der Energiestrategie 2050 hat der Bundesrat beschlossen, mittelfristig aus der Atomenergie auszusteigen. Um die Energieversorgung der Schweiz auch in Zukunft sicherstellen zu können, setzt er auf einen etappenweisen Umbau der Energiesysteme. Auf dem Mont-Soleil und dem Mont-Crosin im Berner Jura beginnt die Energiewende, Wirklichkeit zu werden.

Die BKW betreibt im Berner Jura den grössten Windpark der Schweiz. Im Rahmen der „Repowering“-Aktion wird er für 17 Mio CHF modernisiert und erweitert. Aus vier Windrädern werden die alten Turbinen ausgebaut und durch solche der neusten Generation ersetzt. Dadurch kann die Gesamtleistung des Windparks um 40%, von 44 auf 55 Mio kWh pro Jahr, erhöht werden. Die alten Turbinen funktionieren noch und werden innerhalb der EU und in Neuseeland weiterverwendet. Gesamthaft umfasst der Park nach der Erweiterung 16 Windräder. Deren Leistung reicht aus, um den Strombedarf von etwa 18‘000 Haushalten des Berner Juras zu decken! Gleichzeitig mit den Bauarbeiten am Windpark hat die BKW den Erlebnispfad „Energiewende live“ installiert, der die Besucher noch bis am 13. Oktober 2013 über erneuerbare Energien informiert. An verschiedenen Posten erfährt man viel Wissenswertes und Interessantes zur Energiesituation in der Schweiz, aber auch speziell über die Wind- und Solarenergie. Darüber hinaus wird ersichtlich, wie die Stromerzeugung und -verteilung des Windparks funktioniert: In den sogenannten Gondeln der Windrädern wird die Spannung des erzeugten Stroms von 690 Volt auf 16 Kilovolt (kV) transformiert. Der Strom aller Windräder gelangt über unterirdische Leitungen in eine Unterstation, wo er teilweise auf 50kV transformiert und von dort auf die umliegenden Dörfer verteilt wird.

"Die Windenergie hat in den vergangenen zehn Jahren in Europa einen beispiellosen Aufschwung erlebt. Die gesamte Leistung ist heute mehr als zwanzig Mal so gross wie vor zehn Jahren. Diese Entwicklung ist an der Schweiz bisher vorüber gegangen."

Michael Kaufmann (Ehem. Programmleiter EnergieSchweiz, Vizedirektor Bundesamt für Energie)


Die BKW betreibt auf dem Mont-Soleil neben dem Windpark auch das grösste Photovoltaik-Kompetenzzentrum der Schweiz. Die 20'000 m2 grosse Photovoltaikanlage wurde 1992 erstellt und dient der Grundlagenforschung. Die Forschungsergebnisse haben beispielsweise den Bau des grössten Solarkatamarans der Welt „MobiCat“ und Bertrand Piccard's Solarflugzeug „Solar Impulse“ möglich gemacht. Heute werden im Kompetenzzentrum auch Langzeittests mit Sonnenkollektoren von verschiedenen Herstellern durchgeführt.

Der in der Schweiz produzierte Strom verursacht pro kWh nur 18 Gramm CO2, ist also fast klimaneutral. Zum Vergleich: Strom, der in einem Kohlekraftwerk produziert wird, verursacht 1153 Gramm an CO2-Emissionen. Strom aus einem Gaskombikraftwerk verursacht immer noch 428 Gramm CO2-Emissionen pro kWh. Da die Schweiz nicht genügend Strom produziert, um ihren Bedarf zu decken, ist sie auf Stromimporte aus dem Ausland angewiesen. Dieser Strom stammt auch aus Kohle- und Gaskombikraftwerken. Wird der Importstrom in die Emissionsbilanz mit einbezogen, verursacht jede in der Schweiz verbrauchte Kilowattstunde Strom 111 Gramm CO2. Das wird auch in Zukunft so bleiben, wenn wie in der Energiestrategie 2050 vorgesehen, die Stromimporte beibehalten werden.

Kommentar schreiben

Die Kommentare werden vor dem Aufschalten von unseren Administratoren geprüft. Es kann deshalb zu Verzögerungen kommen. Die Aufschaltung kann nach nachstehenden Kriterien auch verweigert werden:

Ehrverletzung/Beleidigung: Um einen angenehmen, sachlichen und fairen Umgang miteinander zu gewährleisten, publizieren wir keine Beiträge, die sich im Ton vergreifen. Dazu gehören die Verwendung von polemischen und beleidigenden Ausdrücken ebenso wie persönliche Angriffe auf andere Diskussionsteilnehmer.

Rassismus/Sexismus: Es ist nicht erlaubt, Inhalte zu verbreiten, die unter die Schweizerische Rassismusstrafnorm fallen und Personen aufgrund ihrer Rasse, Ethnie, Kultur oder Geschlecht herabsetzen oder zu Hass aufrufen. Diskriminierende Äusserungen werden nicht publiziert.
Verleumdung: Wir dulden keine Verleumdungen gegen einzelne Personen oder Unternehmen.

Vulgarität: Wir publizieren keine Kommentare, die Fluchwörter enthalten oder vulgär sind.

Werbung: Eigenwerbung, Reklame für kommerzielle Produkte oder politische Propaganda haben keinen Platz in Onlinekommentaren.

Logo von umweltnetz-schweiz

umweltnetz-schweiz.ch

Forum für umweltbewusste Menschen

Informationen aus den Bereichen Umwelt, Natur, Ökologie, Energie, Gesundheit und Nachhaltigkeit.

Das wirkungsvolle Umweltportal.

Redaktion

Stiftung Umweltinformation Schweiz
Eichwaldstrasse 35
6005 Luzern
Telefon 041 240 57 57
E-Mail redaktion@umweltnetz-schweiz.ch

Social Media

×

Newsletter Anmeldung

Bleiben Sie auf dem neusten Stand und melden Sie sich bei unserem Newsletter an.