Neue Projekte bringen Wind in die Energielandschaft der Schweiz

Eine Kombination von zwei Energielieferanten könnte die Zukunft unserer erneuerbaren Energien sein. Eine Kombination von zwei Energielieferanten könnte die Zukunft unserer erneuerbaren Energien sein.

Wie man an den wiederkehrenden Hurrikanen sieht, ist die Kraft des Windes gewaltig. Wer es schafft, diese Kraft umzuwandeln, kann eine grosse Menge an Energie gewinnen.

Erneuerbare Energien stammen aus Quellen, die sich immer wieder regenerieren: Quellen wie Sonne, Wasser, Wind, Biomasse oder Geothermie. Die Nachfrage nach erneuerbaren Energien wächst im Zusammenhang mit dem Klimawandel. In der Schweiz stammen knapp 20% des Gesamtenergieverbrauchs aus erneuerbaren Quellen. Der Strom wird zu etwa 60% aus regenerierbaren Energien – vor allem Wasserkraft - gewonnen. Die Windenergie ist von allen Energien – zur Stromerzeugung – die Quelle, die in den letzten Jahren am meisten gewachsen ist. Auch die Kraftwerksleistungen konnten stark verbessert werden.

Windräder

Windräder nutzen die kinetische Energie der anströmenden Luft zur Rotation der Flügel. Die auf diese Weise erzeugte mechanische Energie wird von einem Generator in Strom umgewandelt. In der Schweiz wurde dieses Verfahren zur Energiegewinnung 1986 erstmals eingesetzt. Neben einzelnen Rotoren findet sich der grösste Windpark der Schweiz auf dem Mont Corsin im Berner Jura. Die Windenergie kann aber in unserem Land noch stark ausgebaut werden. Häufig wird der Bau von Windrädern mit Einsprachen jedoch von Seiten besorgter Bürger oder Organisationen verzögert oder gar verhindert. Die Beschwerden hängen mit dem Rotoren-Geräusch, der Ästhetik, Umweltbedenken und der Gefahr für Vögel zusammen.  Die Annahme, dass in der Schweiz schlechte Windbedingungen herrschen und die Windenergienutzung sich nicht lohnen würden, ist weitverbreitet. Auch hierzulande gibt es aber zahlreiche geeignete Standorte für die Gewinnung von Windenergie. Nicht nur in Küstennähe kann diese Energieform genutzt werden, sondern auch im Binnenland. In der Schweiz herrschen zum Beispiel auf den Jurahöhen, im westlichen Mittelland, sowie in den Alpen und den Voralpen – vor allem auf Pässen - gute bis sehr gute Windverhältnisse.

Weshalb Windenergie?

Bisher stammt ein Grossteil der erneuerbaren Energien der Schweiz – ganz im Sinne des Mottos „Wasserschloss Schweiz“ - aus Wasserkraftwerken. Ende 2018 wurde nur an 37 Standorten Windenergie gewonnen. Insgesamt haben die Windenergieanlagen letztes Jahr 121.7 Millionen Kilowattstunden Energie erzeugt. Das scheint eine grosse Zahl zu sein, doch mit der Windenergie wurden lediglich 0.2% des gesamtschweizerischen Stromverbrauchs abgedeckt. Dies entspricht aber immerhin dem Bedarf von 36`500 Haushalten. Der Blick auf unsere Nachbarländer zeigt, dass wir in der Windenergieproduktion hinterherhinken. In Europa wurden im Jahr 2018 bereits 14% des gesamten Stromverbrauchs mit Windenergie produziert. Gemäss der Energiestrategie des Bundes soll die Windenergie bis 2050 mindestens sieben Prozent des Schweizer Stroms erreichen. Mit der Erhöhung und Verstärkung der erneuerbaren Energien können Atomkraftwerke ersetzt und die Schweiz unabhängiger vom Ausland gemacht werden.

Wind Projekte

Neue Ansätze zur Windenergienutzung bevorzugen Kleinwindräder. Damit werden grosse Windrotoren vermieden, die von Teilen der Bevölkerung mit nur wenig Begeisterung gesehen werden. Die Anlagen sind kleiner, flexibler und dezentral. Sie können auf Flachdächern von Industriebauten oder Mehrfamilienhäusern montiert, in einem Weiler oder Bauernhof zur eigenen Stromversorgung installiert werden. Das ermöglicht einer Familie, einem Bauernhof oder einem ganzen Unternehmen erneuerbaren Strom selbst herzustellen. Vielversprechend sind ausserdem Kombinationen von Energiequellen: So kann beispielsweise ein Windrad auf einem Sockel gebaut werden, der mit Solar-Panels ausgestattet ist. So ergänzen sich diese zwei Energielieferanten perfekt. Die Solar-Panels generieren tagsüber und im Sommer am meisten Strom. Windig ist es hingegen vermehrt in der Nacht und im Winter. Die Energie kann direkt in das Netz eingespeist oder in einer Batterie gespeichert werden.
Futuristische Projekte gehen noch weiter und versuchen, mit Hilfe von Fluggeräten wie Drohnen oder Drachen, Windkraft in Energie umzuwandeln.

Quellen und weitere Informationen:
energieschweiz.ch
suisse-eole.ch
bfe.admin.ch: Windenergie

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