Advent, Advent, viele Lichtlein brennen

Der Beleuchtungstrend aus Amerika kommt nach Europa Der Beleuchtungstrend aus Amerika kommt nach Europa

Weihnachten steht vor der Tür und überall strahlen erleuchtete Fenster, Gärten und Balkone. Das frisst viel Strom und kostet Geld. Mit ein paar Tipps kann man Energie und Aufwand sparen.

Strahlende, glitzernde Strassen, festlich beleuchtete Wohnungen, Gärten und Hausfassaden: Jahr für Jahr bringen wir in der Adventszeit die Welt um uns herum zum Leuchten. So schön die winterlichen Lichterspiele auch sind, sie verschwenden oft viel Strom. Dem Energieunternehmen Lichtblick zufolge erleuchten in der Advents- und Weihnachtszeit dieses Jahr rund 18,8 Milliarden Lämpchen die deutschen Haushalte — 1,8 Milliarden Lichtlein mehr als im Vorjahr. Trotz vermehrtem Einsatz sparsamer LED-Lampen steigt der Stromverbrauch gegenüber dem Vorjahr um 4% auf 532 Millionen Kilowattstunden an. Das ist genauso viel Strom, wie eine Stadt mit 177’000 Haushalten in einem ganzen Jahr verbrauchen würde. Mit rund 168 Millionen Euro an Stromkosten ist die Illumination auch ganz schön kostspielig.


Hollywood in Europa

Dass wir uns in dieser dunklen Jahreszeit nach dem Licht sehnen, ist verständlich. Die Dunkelheit wird oft mit Kälte und Tod in Verbindung gebracht, während Licht Wärme ausstrahlt und für das Leben steht. Dieser Symbolgehalt bestand schon lange vor dem Christentum: Er ist unserem Denken und Fühlen universell eingebrannt. Das lässt sich daran erkennen, dass Licht in nahezu jeder Religion eine herausragende Rolle einnimmt. Früher versammelten sich Familien bei Kerzenlicht und wärmten sich am Feuer, heute hat sich der Brauch in den öffentlichen Raum ausgebreitet — mit blinkenden Lichterketten und leuchtenden Weihnachtsfiguren. Das Geblinke spiegelt aber weniger Ruhe und Besinnung, sondern eher das Konsumverhalten wider, wie es intensiviert von Amerika nach Europa schwappt. Tatsächlich hat Hollywood unsere Vorstellung von Weihnachten stark beeinflusst: Anstelle von Eseln stehen Rentiere in unseren Gärten; die Weihnachtsbäume leuchten vielfarbig, und die Geschenke bringt nicht mehr das Christkind, sondern ein beleibter Santa Claus auf dem fliegenden Schlitten.


Wenn das Licht zur Verschmutzung wird

Wenn es um Weihnachtsbeleuchtung geht, ist schnell von Lichtverschmutzung die Rede. Der Begriff umfasst direkt einfallendes Kunstlicht sowie Kunstlicht, das an Luft- und Staubteilchen in der Atmosphäre gestreut wird und somit den Himmel aufhellt. Insekten, die sich normalerweise am Mondlicht orientieren, finden sich nicht mehr zurecht und sterben aus Erschöpfung oder verbrennen an heissen Glühbirnen. Auch andere Tiere sind betroffen. So kann es vorkommen, dass Vögel so lange über erleuchteten Städten kreisen, bis sie erschöpft vom Himmel fallen, und dass sich Fledermäuse nicht mehr für die Nahrungssuche aus ihren Verstecken trauen. Beim Menschen stören Lichtquellen die Ausschüttung des Hormons Melatonin, das den natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus regelt — sogar bei geschlossenen Augenlidern. Besonders schädlich sind nach oben gerichtete Leuchten oder Projektoren, die Muster an Häuserwände zeichnen. Lichterketten an einem privaten Haus haben allerdings bei weitem keinen so grossen Einfluss wie grossflächige Leuchtreklamen, Lichterdekorationen und Scheinwerfer in Städten.


Strom und Geld sparen

Herkömmliche Lichterketten sind verschwenderische Stromfresser. Eine einzelne alte Kette verursacht innerhalb der Weihnachtszeit Stromkosten von rund 30 Euro. Wie gewaltig diese Zahl ist, wird klar, wenn man sie etwa mit dem Verbrauch eines Kühlschranks vergleicht: Dieser schafft es in einem ganzen Monat auf gerade einmal drei Euro. Für Innen- und Aussenbereiche ist deshalb die Beleuchtung mit «Licht emittierenden Dioden» (kurz LED) eine gute Wahl. Bei dieser intelligenten Elektronik reguliert ein Transformator die Stromspannung, sodass die Lämpchen kalt bleiben und Stromschläge ausgeschlossen sind. Die moderne LED-Technik verbraucht weniger Strom, leuchtet aber heller als herkömmliche Lämpchen. So kostet der Betrieb von LED-Lichterketten nur ungefähr 6 Euro pro Lichterkette in der Weihnachtszeit.
Auch wenn LED-Leuchten deutlich weniger Strom verbrauchen, sollte man sie nicht rund um die Uhr leuchten lassen, sondern bedarfsgerecht ein- und ausschalten. Nachts kann man eine Zeitschaltuhr einsetzen, die zur gewünschten Zeit die Lichter löscht.

So gilt auch zu Weihnachten das Motto: Weniger ist mehr.

 

Quellen und weitere Informationen:
Lichtblick: Weihnachts-Rekord in Corona-Zeiten
E.ON Energie Deutschland GmbH: Stromverbrauch von Weihnachtsbeleuchtung sinkt

 

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