AKW Mühleberg wieder in Betrieb

 Die Tests seien erfolgreich verlaufen: Knapp drei Monate nach der Abschaltung des AKW Mühleberg geht es heute wieder ans Netz. Eine Langzeitbewilligung ist dies jedoch nicht.

Nach der Atomkatastrophe in Fukushima wurde das AKW Mühleberg im Juni von der BKW abgestellt. Man begründete den Schritt damit, dass bei extremem Hochwasser eine Wasserzuleitung verstopft werden könnte. 

Neu gibt es drei zusätzliche Ansaugstutzen, bei der Kühlwasser aus der Aare entnommen wird. Mit weiteren Sicherheitsmassnahmen sollte die Wasserversorgung des Notstandgebäudes nun auch bei extremem Hochwasser funktionieren. 

Die Aufsichtsbehörde hat Anfang September die Massnahmen als ausreichend beurteilt und grünes Licht für eine Wiederinbetriebnahme gegeben. Damit sind aber nur gerade die Minimalanforderungen erfüllt. Wenn das AKW Mühleberg länger betrieben werden soll, muss es ein zusätzliches Kühlsystem einbauen. Momentan wird ein Kompaktkühler geprüft, der im Notfall mit Luft kühlen könnte. 

Alle Schweizer AKW müssen bis Ende März 2012 den Nachweis erbringen, dass sie einem Extrem-Erdbeben standhalten können. Erst danach entscheidet das Ensi über eine Langzeitbewilligung. Für das AKW Mühleberg ist dies von besonderer Bedeutung, liegt es doch unmittelbar unterhalb der Staumauer des Wohlensees. Dazu müssten mehrere Millionen Franken investiert werden. Ob dann das fast 40-jährige Kraftwerk überhaupt noch rentabel ist? Dazu macht die BKW nächstes Jahr eine Wirtschaftlichkeitsprüfung. 

Ungelöst ist das Problem der Risse im Kernmantel des Reaktors. Seit 1990 sind sie bekannt und erst 1996 liess die BKW einen Zuganker montieren, dessen Tauglichkeit jedoch umstritten ist. Im Sommer dieses Jahres wurde mit Hilfe eines Ultraschallgeräts überprüft, wie schlimm die Risse sind und welche Folgen sie haben könnten. Die Ergebnisse sollen erst in den nächsten Wochen bekannt gegeben werden. 

…und trotzdem wird der Atomreaktor heute wieder in Betrieb genommen!

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