Ratgeber: Enzyme im Waschmittel – wirksam aber umstritten

Von einem Waschmittel erwarten wir, dass es unsere Wäsche makellos säubert. Enzyme in Waschmitteln helfen, die Wäsche bereits ab 20 °C gründlich zu waschen. Dafür schrecken Waschmittelhersteller allerdings auch vor dem Einsatz von Gentechnik nicht zurück: Schätzungsweise 80% aller industriell hergestellten Enzyme werden mithilfe gentechnisch veränderter Mikroorganismen produziert.

Enzyme wirken als Bio-Katalysatoren. Sie kommen in allen Lebewesen natürlicherweise vor und helfen, chemische Reaktionen auszulösen und zu beschleunigen. Von diesen nützlichen Eigenschaften profitiert die  Waschmittelindustrie: Amylasen verdauen Kohlenhydrate, Lipasen lösen Fett, und Eiweissverschmutzungen werden von Proteasen angegangen. Damit werden Flecken selbst bei niedrigeren Waschtemperaturen effizienter entfernt. Eine Studie von Ökotest bestätigt, dass bereits 20 °C ausreichen, um Zahnpasta, Frittierfett oder Blut aus verschmutzten Textilien zu entfernen.

Waschmittelhersteller verbinden die Vorteile von Enzymen immer wieder mit einer positiveren Ökobilanz. Geworben wird mit einem geringeren Energieverbrauch aufgrund der kälteren Waschtemperatur, sowie mit einem reduzierten Waschmittelverbrauch. Ausserdem reiche bereits eine kleine Menge Enzyme aus, um den Bedarf an umweltschädlichen Tensiden um ein vielfaches zu verringern.

„Wer beim Waschen weniger giftige Substanzen verwenden möchte, sollte Folgendes beachten: Verwende biologisch abbaubare Seifenlauge natürlicher Herkunft, ohne Duftstoffe und ohne den Zusatz von Farbstoffen, Phosphaten, chlorhaltigen Bleichmitteln und genetisch modifizierten Enzymen.“
Greenpeace Schweiz

Keine Frage: Die enzymhaltigen Waschmittel sparen theoretisch Energie. Doch bei genauem Hinsehen ist die Ökobilanz alles andere als lupenrein: Die herkömmliche industrielle Herstellung von Enzymen ist mit einem intensiven Ressourcenverbrauch, einem hohen Energieeinsatz und grossen Abfallmengen verbunden. Um effizientere und stabilere Enzyme im grossen Stil herzustellen, wird immer häufiger auf Verfahren mit gentechnisch veränderten Mikroorganismen gesetzt. Dies birgt jedoch schwer abschätzbare Gefahren: Die Gentech-Organismen gelangen in die Natur und schädigen dort möglicherweise andere Lebewesen oder übertragen ihre manipulierten Gene auf diese. Veränderungen ganzer Ökosysteme können nicht ausgeschlossen werden. Zudem ist unklar, ob die Gentech-Organismen nicht auch gesundheitsschädigend sind. Enzyme besitzen wie alle Eiweissverbindungen ein gewisses allergisches Potenzial. Zwar belegen Studien, dass dieses Risiko gering ist – diese stammen jedoch allesamt von den Waschmittelherstellern selbst. Was Firmen zudem gern verschweigen: Enzyme sind in flüssige Grundlagen nur schwer einzubringen. Aus diesem Grund kommt für herkömmliche Produkte oft Borax zum Einsatz –  eine giftige Substanz, die ökologisch nicht abbaubar ist und kanzerogen wirkt.

Offensichtlich geht es auch ohne Enzyme: Diverse Firmen wie Sonett oder Held bieten in der Schweiz  enzymfreies Waschpulver an. Um beim Waschen Energie zu sparen, empfiehlt Greenpeace statt enzymhaltiger Waschmittel, die Benutzung einer energieeffizienten Waschmaschine und die Wahl eines Spar- und Schonprogrammes.

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Kommentare (1) anzeigenausblenden 

+8 #Sven P2018-12-09 11:39
Liebe Authorin - Sie haben von Biotechnologie und Gentechnik herzlich wenig verstanden. Schade dass jeder im Internet ein bisschen falsche Informationen verbreiten kann. Belegen Sie Ihre Aussagen doch mit relevanten Studien. "Gentech"-Waschmittel gibts seit 50 Jahren - haben Sie schonmal etwas vom Ausbüxen von GMOs oder Wirkungen von modifizierten Enzymen gelesen? Nein? Gibts auch nicht. Möchten Sie lieber wieder aus Tierabfällen Insulin extrahieren anstatt diese sauber und effizient von Mikroorganismen produzieren zu lassen? Dieser Artikel ist kanzerogen, sonst nichts.
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