Pollen - Das Leiden der Allergiker

Pflanzenpollen unter dem Elektronenmikroskop Pflanzenpollen unter dem Elektronenmikroskop

Mittel gegen Heuschnupfen gibt es viele. Doch wieso es überhaupt zu einer allergischen Reaktion gegen Pollen kommt, ist noch immer nicht zu 100% geklärt. Neue Studien belegen, dass die Autoabgase in den Städten und unsere sterile Umgebung ihre Hände in diesem juckenden Spiel haben.

Die Pollenallergie wird auch saisonale allergische Rhinitis genannt und äussert sich durch laufende Nasen, juckende Augen und gereizter Haut. Bindehautentzündungen und ein Gefühl der Abgeschlagenheit zählen auch zu den Symptomen vom Heuschnupfen. Ausgelöst werden diese durch Pollen von Laubbäumen wie Birke oder Erle oder von Strauchgewächsen wie Hasel. Aber auch andere Pflanzen wie Gräser und Kräuter, die sich durch Luftbestäubung fortpflanzen, können eine allergische Reaktion auslösen. 

Wie kommt es zum Heuschnupfen?

Unser Immunsystem reagiert normalerweise nur auf Krankheitserreger oder unerwünschte Zellen im Körper. In vereinfachter Form kann man sich den Vorgang wie eine Alarmanlage des Körpers vorstellen: Bevor ein Krankheitserreger unserem Körper Schaden zufügen kann, muss er zuerst die Sicherheitsmauer passieren - unsere Haut. Im Körper angekommen, schlagen die sogenannten T-Helferzellen oder Immunzellen Alarm. Der Körper produziert dann Antikörper, die wiederum durch diverse chemischen Reaktionen zu einer Neutralisierung des Krankheitserregers führen.

Bei einer Allergie passiert folgendes: Immunzellen sehen plötzlich in einem harmlosen Stoff irrtümlich einen Feind, sprich ein Allergen, und bringen passende Antikörper in Stellung. Zu diesem Zeitpunkt zeigt der betroffene Mensch keine Symptome. Die an Mastzellen gekoppelten Antikörper binden nun beim nächsten und jedem weiteren Kontakt mit dem Allergen im möglichen Masse die Allergene. Dabei setzen Mastzellen hoch aktive Entzündungsstoffe frei: Histamin. Die Folge ist eine allergische Reaktion, die vor allem Nase und Augen beeinflusst.

Heuschnupfen - sprich Allergien sind also eine Überreaktion des Immunsystems. Meist passiert der ‘Irrtum’ des Immunsystems schon in der frühen Kindheit. Tatsächlich stellen Allergien bei Kindern eines der häufigsten Gesundheitsprobleme dar.

Wieso werden in der Stadt mehr Menschen vom Heuschnupfen geplagt, als auf dem Land?

Wissenschaftler sind sich nicht einig, wodurch es zu Allergien kommt. Zwei mögliche Gründe für eine Pollenallergie sind die Folgenden:

Zu sterile Umgebungen, wie sie oft in europäischen Städten vorkommen, unterfordern das Immunsystem vor allem von Kindern. Da die Kinder nicht auf dem Feld spielen können und nicht auch mal ‘Dreck essen’, sind sie weniger Erregern ausgesetzt. Wenn später tatsächlich die Pollen fliegen, weiss der Körper nicht wie mit den Reizstoffen umzugehen ist und stuft sie fälschlicherweise als gefährlich ein. Verstärkt werden die Allergien durch den Konsum von Antibiotika. So kann es vorkommen, dass ein Mensch, der auf dem Land grossgeworden ist, trotzdem plötzlich an Heuschnupfen leidet.

Aber nicht nur die sterile Umgebung in der wir leben, bringt uns zum niesen: In den Städten ist die Luft bedenklich schlecht. Deutsche Forscher haben festgestellt, dass zwei durch den Verkehr erzeugte Schadstoffe bestimmte Allergie-auslösende Proteine auf den Pollen chemisch verändern. Die Reaktion des Immunsystems auf die veränderten Proteine ist noch heftiger als bei den  herkömmlichen Pollen. Im Fokus der Studie standen die Schadstoffe Stickstoffdioxid und bodennahes Ozon. Ersteres entsteht beim Verbrennen von fossilen Brennstoffen und schädigt die Atemwege, während Ozon Hauptbestandteil von Smog ist und die Atemwege reizen kann.

Tipps für Allergiker

Viele Allergiker, die unter Heuschnupfen leiden, bekämpfen während der Heuschnupfen-Saison ihre Beschwerden mit Medikamenten. Die neuen sogenannten Antihistaminika führen zu weniger Müdigkeit als die herkömmlichen, die noch vor einigen Jahren auf dem Markt zu erwerben waren. Die Antihistaminika blockieren - wie es der Name schon sagt - das Histamin, bevor es eine Reaktion an den Schleimhäuten hervorrufen kann. Mit Nasenspray und Augentropfen werden die akuten Symptome bekämpft. Wer das Problem beim Schopf packen möchte, sollte eine Desensibilisierung versuchen. Bei dieser Methode werden vom Arzt geringe Mengen der ‘Problem-Pollen' unter die Haut gespritzt und dies in einer aufsteigenden Dosis, sieben Mal pro Jahr. Die Idee ist es, den Körper an die Pollen zu gewöhnen und ihm das ’Überreagieren’ abzugewöhnen. 

Wer ganz auf chemische Mittel verzichten möchte, kann folgende Hausmittel versuchen:

{Zudem kann man sich über Umweltnetz Schweiz oder entsprechende Apps über die aktuellen Pollen- und Blühbeginnprognosen informieren.

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