Glyphosat – Gefährlicher als bisher angenommen

Seit 1974 verkauft Monsanto unter der Marke Roundup Unkrautvernichtungsmittel. Seit 1974 verkauft Monsanto unter der Marke Roundup Unkrautvernichtungsmittel.

In unseren Gärten sowie in der Landwirtschaft wachsen nicht nur Pflanzen, die uns lieb sind, sondern auch Unkraut. Die unerwünschten Pflanzen bekämpfen viele von uns mit Hilfe von Toxinen. Diese Produkte verschmutzen die Gewässer und sind für uns Menschen, wie eine neue Studie der WHO belegt, höchstwahrscheinlich krebserregend. Für uns ist es bequemer, die Toxine zu versprühen, als das Unkraut von Hand selbst auszuzehren. Doch für unsere Gesundheit sind die Folgen fatal.

Der amerikanische Konzern Monsanto vertreibt unter dem Markennamen Roundup eine Serie von Breitbandherbiziden (Unkrautvernichtungsmittel). Diese werden in der Landwirtschaft sowie von Hobbygärtner zur Bekämpfung von Unkraut verwendet. Roundup beinhaltet das für fast alle Pflanzenarten giftige Glyphosat. Problematisch ist, dass Roundup immer giftiger ist als sein aktiver Bestandteil Glyphosat. Denn bei der Rezeptur werden mehrere Gifte zusammengemischt und aufgrund des Cocktaileffekts kann die Mixtur gefährlicher und giftiger sein als die einzelnen Bestandteile. Roundup wirkt über die Blätter der Pflanzen, welche die Flüssigkeit wie Wasser aufnehmen. Monsanto erwirtschaftet allein mit Roundup einen Jahresumsatz von zwei Milliarden US-Dollar. Auf dem Markt gibt es rund 100 weitere Produkte mit den Namen wie Taifun, Weedkill, Touchdown, Glyphos oder Capito. Die Landwirtschaft und Hobbygärtner setzen fälschlicherweise auf diese Produkte.

„Wenn es grünt und spriesst, fängt der Toxic Spring an.“
Greenpeace-Landwirtschaftsexpertin Marianne Künzle

Der Einsatz von Glyphosat ist höchst umstritten. In der Schweiz wurden 2013 rund 300 Tonnen Glyphosat verkauft und versprüht. Dies obwohl bei uns keine Gentech-Pflanzen angepflanzt werden, die gegen Glyphosat immunisiert wurden. Gerade jetzt im Frühling haben zahlreiche Äcker einen auffälligen giftgelben Stich. Greenpeace-Landwirtschaftsexpertin Marianne Künzle erklärt diesen: „Wenn es grünt und spriesst, fängt der Toxic Spring an: Auffällig viele Äcker werden vor der Aussaat mit Glyphosat abgespritzt, bald auch grüne Wiesen oder Brachen, die in Ackerland umgewandelt werden. Innert Tagen verwandeln sie sich in gelb-orange Wüsten. Der Glyphosat-Wahnsinn auf dem Acker und im Garten muss gestoppt werden!“

  • Click to enlarge image Sprhflugzeug-Glyphosat-Monsanto.jpg Sprühflugzeug im Einsatz Quelle: wikipedia

Gewässerverschmutzung trägt zur Krebsentstehung bei

Die aktuelle Studie der International Agency for Research on Cancer (IARC), eine Einrichtung der WHO, belegt, dass fünf Organophosphate, die als Herbizide oder Pestizide eingesetzt werden, krebserregend seien. Glyphosat wird dabei in die Kategorie 2A eingestuft. Diese beinhaltet Substanzen, die bei Tieren krebserregend wirken und bei Menschen höchstwahrscheinlich Krebs auslösen. Seit 2001 forschen Wissenschaftler in den USA, Kanada und Schweden. Zur Auswertung der Daten wurden Krebs-Experten aus elf Ländern herbeigezogen und alle von ihnen kamen zum Schluss, dass Roundup bei Tieren Krebs auslöst. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass das Herbizid Glyphosat Lymphdrüsen- und Lungenkrebs beim Menschen auslöst. Mit dieser Studie ist die WHO, die erste grosse internationale Organisation, die Monsanto kritisiert. Monsanto stellt die Qualität der Studie infrage und hält fest, dass der Konzern der IARC wissenschaftliche Daten zur Verfügung stellte, welche die Sicherheit von Glyphosat belegten. Diese seien jedoch ignoriert worden. Eine weitere Problematik ist die Verschmutzung der Gewässer. Im Wasser vernichtet Glyphosat nahezu alles, was darin lebt. Trotz dieser gesundheitlichen und ökologischen Bedenken wird Roundup in der Coop Zeitung als die Lösung gegen Unkraut angepriesen. Dies ist uns – auch wenn wir in Rechnung stellen, dass viele ältere Herbizide noch schädlicher waren – bei diesem sich immer stärker ökologisch orientierenden Unternehmen unverständlich. Umweltnetz-schweiz empfiehlt Ihnen, gänzlich auf diese Produkte zu verzichten und selbst Hand anzulegen bei der Bekämpfung des Unkrauts.

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