Lichtverschmutzung

Seit knapp 60 Jahren wird das Sternenlicht über unseren Städten immer mehr von einem milchig aufgehellten Nachthimmel verdrängt. Die Gesundheit von Mensch und Tier wird durch das künstliche Licht beeinflusst.

Nach Angaben der Umweltfachstelle der Zentralschweiz ist unter Lichtverschmutzung die künstliche Aufhellung des Nachthimmels mit schädlichen oder lästigen Auswirkungen auf Mensch und Umwelt zu verstehen. Oftmals wird Licht unkontrolliert abgestrahlt und bewirkt so durch diffuses Leuchten eine Aufhellung des Nachthimmels. Dem Beobachter zeigen sich sogenannte Lichtglocken über stark besiedelten Gebieten. In Europa und den USA wird die Nacht Jahr für Jahr um 10 Prozent heller. Nur in vereinzelten entlegenen Gebieten besteht eine ursprüngliche, natürliche Dunkelheit - nicht aber in der Schweiz.

Alle Lichtquellen, welche Licht nach oben (also über die Horizontale) abstrahlen, wie Scheinwerfer, Laser- und Lichtshows, Leuchtreklamen, nach oben gerichtete Fassadenbeleuchtungen, ungünstig konstruierte Strassen- und Platzbeleuchtungen verursachen Lichtverschmutzung. Auch private Gartenbeleuchtungen tragen ihren Teil dazu bei. 

Auswirkungen der Lichtverschmutzung

Die hellen Nächte versperren nicht nur die Sicht auf die Sterne: Unnötig angelassene Beleuchtungen verschwenden Energie und führen beim Mensch und Tier zu Problemen:

Menschen

Künstliches Licht kann den Schlaf-Wach-Rhythmus des Menschen stören, was sich negativ auf dessen Gesundheit auswirkt. Dabei verursacht nicht das Licht direkt eine bestimmte Krankheit, wie das beispielsweise bei der Luftverschmutzung der Fall ist. Vielmehr führt ein gestörter Schlaf zu Depressionen, konstanter Müdigkeit oder Stress. Wer unter Schlafmangel leidet, trägt bewiesenermassen ein höheres Risiko, an Krebs oder Diabetes zu erkranken.

Es ist aber nicht nur das Licht in der Nacht, welches zu Problemen führt: Münchner Forscher haben nachgewiesen, dass der Mensch in der Stadt auch während dem Tag unter ungenügenden Lichtverhältnissen lebt. In den meisten Betrieben verbringen Mitarbeiter viele Stunden im Büro vor dem Computer. Das schummrige Licht am Arbeitsplatz versetzt den Körper in den ‘Dämmer-Modus‘ während der Bildschirm zur Produktion des Schlafhormons Melatonin anregt. Wer am Abend hingegen in den vergleichsweise grellen Bildschirm schaut, wird unnötig wachgehalten. 

Tiere

Wegen künstlichen Leuchten geht eine hohe Anzahl an Insekten und Vögeln zugrunde. Pro Scheinwerfer und Nacht verbrennen schätzungsweise 150 Nachtfalter. Bei Nebel wird das Streulicht der Stadt vervielfacht. Besonders Vögel, die sich auf ihren Reisen an den Sternen orientieren, kommen vom Weg ab. Auch eine Gefahr stellten rötliche Lichtquellen dar. Vögel werden von dieser Art Licht angezogen und kollidieren regelmässig mit Gebäuden. Gemäss Christian Cajochen, Universitäre Klinik Basel, sind im Frühling in Deutschland in nur einer Nacht 11'000 Zugvögel von einem beleuchteten Gewächshaus angezogen worden. Bei bedrohten Vögeln müsse laut BAFU mit einem Rückgang oder dem Aussterben von kleinen, isolierten Populationen gerechnet werden.

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