Ratgeber: Legionäre in der Leitung

Wird Wasser zur Gefahr? Wird Wasser zur Gefahr?

Die Legionärskrankheit ist weniger amüsant, als sie vielleicht klingen mag. Glücklicherweise kennen wir ein paar effektive Präventionsmassnahmen, die der Verbreitung von Legionellen entgegenwirken.

Legionellen sind Bakterien, die unterschiedliche Formen vor Krankheiten erregen können. Die stäbchenförmigen Mikroorganismen kommen weltweit in fast allen wässrigen oder feuchten Gebieten vor. In geringer Anzahl sind sie natürlicher Bestandteil von Oberflächengewässern und Grundwasser. Die Legionellen können sich bei den entsprechenden Bedingungen gut vermehren: Gebiete mit Temperaturen zwischen 25 und 45 Grad bieten ihnen optimale Wachstumsbedingungen. Sie bevorzugen ausserdem Wasser, das sich nicht dauernd erneuert, sprich stehende Gewässer. Wassertanks, Duschköpfe, Wasserleitungen oder Whirlpools sind deshalb Orte, an denen sich die Legionellen besonders wohl fühlen. Auch in Klimaanlagen können sie sich stark vermehren.

Und jetzt?

Diese Bakterien können eine schwere Form der Lungenentzündung auslösen. Diese Krankheit wird dann Legionellose oder auch Legionärskrankheit genannt. Die Infektion erfolgt  beim Einatmen von zerstäubten Wassertröpfchen, die bestimmte Legionellentypen enthalten. Auch Ansteckungen von Mensch zu Mensch sind grundsätzlich möglich, treten allerdings nur äusserst selten auf. Besonders anfällig sind ältere oder immunschwache Menschen sowie Raucherinnen und Raucher. Ausserdem erkranken öfter Männer als Frauen. Infizierte verspüren Symptome wie Fieber, Husten, Muskel-/Kopfschmerzen oder auch Appetitverlust. Die Lungenentzündung kann tödlich enden. Trotz Antibiotika-Behandlung erliegen zwischen fünf und zehn Prozent der Erkrankten der Legionärskrankheit. Es gibt allerdings auch einen milderen Krankheitsverlauf, das sogenannte Pontiac-Fieber. Dessen Symptome sind mit einer Sommergrippe vergleichbar. Gemeldet werden in der Schweiz durchschnittlich 400 Fälle der Legionärskrankheit im Jahr. Im Jahr 2011 waren es erst halb so viele Fälle.

Hilfe?

Natürlich gibt es Massnahmen, die der Legionellose vorbeugen können. Ab einer Temperatur von 60 Grad sterben die Bakterien ab. Bei den sanitären Installationen sollte deshalb eine genügend hohe Wassertemperatur sichergestellt werden: 60 Grad beim Boilerausgang und 55 Grad im Leitungssystem. Eine Temperatur unter 25 Grad unterbindet die Vermehrung der Legionellen. Das Kaltwasser sollte deshalb unterhalb dieser Temperaturgrenze bleiben. Es empfiehlt sich ausserdem, die sanitären Leitungen nach längerem Nichtgebrauch durchzuspülen. Die Dusch- und Wasserhähne nach den Ferien wenige Minuten laufen lassen. Die Bakterien fühlen sich auch in verkalkter Umgebung wohl. Ein weiterer Tipp ist deshalb eine regelmässige Entkalkung. Um das Legionellenrisiko vollständig auszuschliessen, können sogenannte Legionellenschaltungen installiert werden. Mit Hilfe der Wärmepumpe wird das Wasser ca. einmal pro Woche automatisch auf über 60 Grad erhitzt.

 

Quellen und weitere Informationen:
Bundesamt für Gesundheit: Legionellose
Kantonales Labor Zürich: Legionellen
Energie-Experten: Sind Wärmepumpen ein Legionellen Risiko? 
Detaillierte Informationen zum Thema sind in folgendem Dokument aus dem Jahr 2018 zusammengestellt: Legionellen und Legionellose BAG-/BLV-Empfehlungen

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