Bleischwere Lebensmittel

In der EU wurden die Grenzwerte von Blei in Lebensmitteln gesenkt – in der Schweiz noch nicht. In der EU wurden die Grenzwerte von Blei in Lebensmitteln gesenkt – in der Schweiz noch nicht.

Vor einer Woche sind im Zuge des europäischen Plans zur Krebsbekämpfung neue Grenzwerte für Blei in Lebensmitteln in Kraft getreten. Auch die Schweiz will nun die Blei-Höchstwerte an diejenigen der EU anpassen.

Die EU legte beim Festsetzen der neuen Grenzwerte ein Augenmerk auf strengere Höchstgehalte in Säuglingsnahrung, Gewürzen, Weine und Salz. Hintergrund für die Anpassung ist die Erkenntnis, dass es keine Kontaminationsschwelle gibt, unterhalb derer gesundheitliche Schäden für den Menschen ausgeschlossen werden können. «Im Rahmen des europäischen Krebsbekämpfungsplans haben wir uns verpflichtet, den Gehalt karzinogener Inhaltsstoffe weiter zu verringern», sagte EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides zum Inkrafttreten der neuen Grenzwerte.

Blei im Körper

Blei ist ein giftiges, krebserregendes Schwermetall. Belastete Lebensmittel gelten deshalb als grosse Gesundheitsgefahr. Während lange Zeit davon ausgegangen wurde, dass Blei in geringer Menge keine gesundheitlichen Schäden verursacht, ist nun klar, dass es keine Dosis ohne negative Wirkung gibt. Vor allem für Föten, Säuglinge, Kleinkinder sowie schwangere oder stillende Frauen sollte die Bleiaufnahme so gering wie möglich gehalten werden. Die möglichen Folgen sind ansonsten Nervenschäden, Störungen der Hirnfunktion oder eine beeinträchtigte Intelligenz. Bei Erwachsenen können bei wiederholter Einnahme die Nieren geschädigt werden.
Blei sammelt sich überall an, wo Calcium vorhanden ist – im menschlichen Körper daher hauptsächlich in den Knochen. 90% des Bleis im Körper können dort über längere Zeit gespeichert, über das Blut transportiert und schliesslich an Organe abgegeben werden.

Blei, wo kommst du her?

Die Belastung mit Blei aus der Umwelt war früher deutlich höher. Die wichtigsten Kontaminationsquellen wie Bleiwasserleitungen sind heute vielerorts verboten.
In Lebensmitteln ist Blei vor allem in Salz, Wein und Wildfleisch (siehe Informationskasten) enthalten. Aber auch in Algen, Fischen, Meeresfrüchten sowie Nahrungsergänzungsmitteln kann Blei nachgewiesen werden. Ausserdem können aber Lebensmittel wie Getreideprodukte oder Gemüse trotz geringem Bleigehalt einen nennenswerten Anteil zur Bleiaufnahme beitragen, da diese viel konsumiert werden.

Durch die neue Regelung ist in der EU nun ein Höchstgehalt von 1.0 Milligramm pro Kilo in Salz und 0.1 Milligramm pro Kilo in Wein festgelegt worden. In der Schweiz sind die Grenzwerte von Salz doppelt so hoch, beim Wein bei 0.15 Milligramm je Kilo angesetzt. «Da Blei in Lebensmitteln nicht gänzlich vermeidbar ist, wurden die Höchstgehalte für Blei in einzelnen Lebensmitteln so festgelegt, dass die Gesamtbelastung der Bevölkerung möglichst geringgehalten werden kann», meint das zuständige Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) in einer Anfrage von SRF. Deshalb werde auch die Schweiz in der nächsten Revision der Kontaminationsverordnung die Grenzwerte an diejenige der EU angleichen.

 

 Blei in Wild
Wird Wild mit Bleimunition erlegt, können Rückstände im Fleisch bleiben. Das BLV empfiehlt daher, mit Bleimunition geschossenes Wild nur in geringen Mengen zu konsumieren. Für Kinder unter sieben Jahren, sowie schwangeren und stillenden Frauen oder Frauen mit Kinderwunsch wird ganz davon abgeraten, Wild zu konsumieren.

 

Quellen und weitere Informationen:
BLV: Blei
Pharmazeutische Zeitung: Blei im Blut - Auch wenig ist giftig

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