Neue Gefahrensymbole für chemische Produkte

Die neuen, weltweit einheitlichen Symbole kennzeichnen die Gefahren chemischer Produkte. Die neuen, weltweit einheitlichen Symbole kennzeichnen die Gefahren chemischer Produkte.

Im Rahmen der Kampagne «Genau geschaut, gut geschützt» informiert das Bundesamt für Gesundheit (BAG) über die neuen Gefahrensymbole chemischer Produkte. Der Gebrauch von chemischen Produkten im Alltag erfordert die Auseinandersetzung mit deren Gefahrenkennzeichnung, den geeigneten Schutzmassnahmen und das Handeln im Notfall.

International einheitliche Kennzeichnung
Das „Globally Harmonized System“ (GHS) ist das neue, weltweit einheitliche System zur Gefahrenkennzeichnung von chemischen Produkten. Die Schweiz passt sich ab sofort an das von den Vereinten Nationen entwickelte System an (UNECE). In Zukunft werden nicht mehr Symbole auf orangem Grund auf Gefahren hinweisen, sondern rot umrahmte schwarze Symbole auf weissem Grund. Obwohl bereits produzierte Produkte noch während zwei Jahren verkauft werden können, dürfen neu hergestellte chemische Produkte in der Schweiz nur noch mit den neuen Gefahrensymbolen gekennzeichnet werden. Die vom BAG lancierte Informationskampagne «Genau geschaut, gut geschützt» erklärt, worauf im Umgang mit chemischen Produkten besonders geachtet werden muss und liefert wichtige Informationen für Konsumentinnen und Konsumenten.

Verantwortungsvoller Umgang mit Chemikalien
Bereits beim Kauf von Chemikalien sollten unbedingt die Hinweise auf der Etikette gelesen werden, um die Umwelt, sich selber und andere vor Gefahren zu schützen. Die Kennzeichnung mittels Giftklassen wurde 2005 abgeschafft. Heute findet man auf der Rückseite von Putz- und Waschmitteln, Geschirrspültabs, Farben, Klebstoffen, Lösungsmitteln und Unkrautvertilgern folgende Gefahrenkennzeichnung: 

  • Die schwarzen Gefahrensymbole auf weissem Grund sind gesetzlich geregelt und weltweit einheitlich. Sie geben Hinweise auf die chemischen Eigenschaften und benennen das Risiko im Umgang mit dem Produkt. Eine Übersicht über die neun Gefahrenpiktogramme finden sich hier (Vorsicht gefährlich, Hochentzündlich, Brandfördernd, Explosiv, Gas unter Druck, Gewässergefährdend, Ätzend, Gesundheitsschädigend, Hochgiftig)
  • Die Gefahrenhinweise geben eine genaue Beschreibung der Gefahr (zum Beispiel „verursacht Hautreizungen“)
  • Die Sicherheitshinweise erläutern, was zu tun ist, um ein Risiko zu vermeiden (zum Beispiel „Schutzhandschuhe tragen“)
  • Die Gefahrenstufe gibt einen einfachen Anhaltspunkt zur Schwere der Gefahr.

Chemikalien sollten nicht mehr als nötig gekauft werden. Ausserdem ist es wichtig, die Dosierungsanleitung immer genau zu befolgen und allenfalls eine entsprechende Schutzausrüstung zu tragen. Man darf das Produkt nie in Lebensmittelbehälter umfüllen oder für etwas anderes einsetzen, als vom Hersteller vorgesehen. Chemikalien müssen sicher gelagert werden und dürfen nicht achtlos herumstehen. Sie sollten insbesondere für Kinder unerreichbar sein. Besonders auch zur Entsorgung gilt es, die entsprechenden Hinweise zu beachten.

Pro Jahr geschehen in Schweizer Haushalten bis zu 50‘000 Vorfälle mit chemischen Produkten.
Bundesamt für Gesundheit

Im Notfall 145
Bei Vergiftungsunfällen oder beim Verdacht auf eine Vergiftung leistet die 24h-Notfallnummer 145 Soforthilfe. Ärztinnen und Ärzte sowie weitere medizinische Fachpersonen der Notrufzentrale von Tox Info Suisse geben täglich rund um die Uhr unentgeltlich telefonische Auskunft. Die folgenden Angaben sollten bei einem Anruf geliefert werden, da sie für eine individuelle Risikobeurteilung und Behandlung wichtig sind:

  • Wer: Alter, Gewicht, Geschlecht der betreffenden Person, Telefonnummer für Rückruf
  • Was: Alles, was über die betreffende Substanz oder das Produkt bekannt ist (Etikettenhinweise)
  • Wieviel: Abschätzung der möglicherweise maximal aufgenommenen Menge
  • Wann: Abschätzung der seit dem Vorfall verstrichenen Zeit
  • Was noch: Erste beobachtete Symptome? Erste getroffene Massnahmen?

Mit dem neuen einheitlichen System sollen Unsicherheiten beseitigt werden, die sich beim Gebrauch der alten, orangen Piktogramme und aufgrund der Abschaffung der Giftklassen ergeben haben. Man erhofft sich dadurch einen Rückgang der Unfälle mit Chemikalien.

Weitere Informationen:
Informationskampagne "Genau geschaut, gut geschützt" (cheminfo.ch)
Auskunft bei Vergiftungen oder Verdacht auf Vergiftungen (toxinfo.ch)
Die neuen Gefahrensymbole für chemische Produkte sind ab 1. Juni verbindlich (BAG)

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