Gesunde (Ge)Nüsse

Baumnüsse werden wieder öfters in der Schweiz angepflanzt. Baumnüsse werden wieder öfters in der Schweiz angepflanzt.

Nüsse sind nahrhaft und gesund. Doch welche Nüsse besonders gut sind und warum nicht alle Nüsse Nüsse sind, erklären wir hier.

Nüsse sind nicht gleich Nüsse. Während Walnüsse (in der Schweiz als Baumnüsse bekannt), Haselnüsse und Esskastanien (Maroni) zu den Nüssen gehören (wie übrigens auch unsere Erdbeeren), sind Paranüsse, Mandeln, Cashew- und Macadamianüsse Kerne von Steinfrüchten; Erdnüsse gehören gar zu den Hülsenfrüchten.

Gesundheit

Nüsse halten gesund. Wer regelmässig Nüsse verzehrt, kann sein Risiko für Diabetes, Herzinfarkte, Schlaganfälle oder Bauchspeicheldrüsenkrebs reduzieren. Ausserdem verbessern sie gemäss Studien die Cholesterinwerte und schützen die Blutgefässe.

Nüsse sind zwar extrem fetthaltig, doch sind sie vor allem bekannt für die wertvollen ungesättigten Omega-3-Fettsäuren. Trotz des hohen Fettanteils gelten Nüsse nicht als Dickmacher, wie aus vielen Studien hervorgeht. Nüsse machen schnell satt und die gesunden Fette werden im Körper für zahlreiche Funktionen benötigt und nicht eingelagert. Nebst den Fetten liefern Nüsse auch Vitamin E, Folsäure, Magnesium und Proteine. Die meisten Nüsse verfügen sogar über einen höheren Anteil an Eisen als Fleisch, so sind sie eine wichtige Nahrungsergänzung für Vegetarier.

 

  Kalorien pro 100g Fett pro 100g
Besonderheit
Baumnuss 654 kcal 65g Am meisten Omega-3-Fettsäuren (8g pro 100g), Blätter des Baumes können auch als Tee verwendet werden
Cashew 553 kcal 42g Besonders reich an Eisen & Magnesium sowie Vitamin B
Erdnuss 567 kcal 48 g Reich an Linolsäure (gut fürs Hautbild)
Haselnuss 628 kcal 61g Ölsäuren helfen Cholesterinwerte zu bessern; besonders reich an Vitamin E
Macadamianuss 718 kcal 75g Besonders fetthaltig
Mandel 575 kcal 50g Besonders reich an Vitamin E
Maroni 192 kcal 2g Besonders fettarm, hoher Stärkeanteil
Paranuss 670 kcal 67g Reich an Selen (hilft beim Entgiften)
Pekannuss 703 kcal 72g Relativ viel Omega-3-Fettsäuren (1g pro 100g); Ölsäuren helfen Cholesterinwerte zu verbessern

Nüsse in der Schweiz

In der Schweiz sind vor allem die verschiedene Walnussarten, Haselnüsse sowie die Edelkastanie heimisch. Obwohl der Bestand an Nussbäumen seit den 1950-er Jahren um gut 75 % auf 130‘000 Einzelbäume gesunken ist, erlebt der Nussbaum in der Schweiz wieder einen Boom. Dies ist vor allem auf die 2009 gegründete Nussbaumschule im Thurgau zurückzuführen. Die Haselnuss-Produktion der Schweiz steckt dagegen erst noch in Kinderschuhen. Im Gegensatz zum nördlichen Nachbarn Deutschland werden in der Schweiz kaum grössere Mengen an Haselnüssen angepflanzt. Die Kastanie findet man in der Schweiz zum grössten Teil im Tessin, aber auch im Wallis, in Greppen am Vierwaldstättersee oder im Chablais.

Weiter finden sich in der Schweiz Bucheckern – die Früchte der Rotbuche – und Eicheln. Sie werden heut meist nicht mehr verzehrt. Buchecker (“Buechenüssli“) und Eicheln wurden in der Vergangenheit zur Tiermast verwendet und meist in Krisenzeiten auch als Nahrungsmittel für den Menschen und als Kaffeeersatz gebraucht. Bucheckern sind leicht giftig. Die Giftstoffe können aber durch das Rösten minimiert werden. Eicheln verfügen über viele Gerbstoffe, welche nicht gut verträglich sind und durch mehrmaliges Einlegen ausgewaschen werden müssen. 

Geniessen Sie Nüsse…

…täglich, aber in Mass. 20-30 g werden empfohlen. Dies entspricht etwa einer Handvoll. Greifen Sie dabei auf ungesalzene und ungeröstete Produkte zurück, da durch das Rösten die Fettsäuren und Vitamine zerstört werden. Nüsse können dabei beliebig als Snack für Zwischendurch, als Beigabe beim Müesli oder zum Aufpeppen von Gerichten dienen. Berücksichtigen Sie dabei vor allem Nüsse aus der Schweiz (wie eben Baum- oder Haselnüsse). Informieren Sie sich über regionale Anbieter in Ihrer Nähe. Die Plattform Mundraub bietet ausserdem die Möglichkeit, herrenlose oder vergessene Obstbäume zu verzeichnen und so der Bevölkerung zugänglich zu machen. So gelangen Sie ganz leicht und erst noch kostengünstig an lokales Obst.

  • Click to enlarge image Fruechte-Nuesse-Cashew.JPG Der Name Cashew leitet sich vom portugiesischen Caju ab, was so viel wie Nierenbaum bedeutet und wohl auch die Form der Kerne zurückzuführen ist. Der Geschmack der Cashewnuss ist süsslich-nussig. Quelle: Isabelle Vieli
  • Click to enlarge image Fruechte-Nuesse-Haselnuss.JPG Die Erntezeit von Haselnüssen ist üblicherweise im September oder Oktober. Die Haselnüsse dienen auch als Futter für Kleinsäuger (wie Eichhörner oder Mäuse) und Vögel; diese helfen auch die Samen der Nuss zu verbreiten. Quelle: Isabelle Vieli
  • Click to enlarge image Fruechte-Nuesse-Mandeln.JPG Mandeln wachsen an Bäumen oder sträuchern von 2-8m Wuchshöhe. Sie enthalten einen erhöhten Anteil an Folsäure und sind so insbesondere für Schwangere empfehlenswert. Quelle: Isabelle Vieli
  • Click to enlarge image Fruechte-Nuesse-Paranuss.JPG Paranüsse stammen aus Brasilien. Die Bäume werden bis zu 60 m hoch und eine einzige Paranussfrucht enthält 16 Nüsse. Bis die Bäume die ersten Früchte tragen vergehen aber rund zehn Jahre. Quelle: Isabelle Vieli
  • Click to enlarge image Fruechte-Nuesse-Pekannuss.JPG Die Pekannuss gehört zur Familie der Walnüsse und ist in Nordamerika beheimatet. Die Nuss lässt sich ohne Nussknacker öffnen, da die Schale sehr dünn ist. Am 14. April ist in den USA der Tag der Pekannuss. Quelle: Isabelle Vieli

Weiterführende Informationen/Quellen:
Biohof Schär Brittnau, Haselnussproduzent im Wiggertal
Swissfruit, Baumnussproduzenten
K-Tipp, Nüsse im Test
Zentrum der Gesundheit, Nüsse & Gesundheit
Mundraub

 

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Kommentare (2) anzeigenausblenden 

0 #Mareike2016-09-28 18:10
ich hätte eine Frage, da Sie ja schreiben das ungeröstete Nüsse bevorzugt werden sollen. Wie sieht es im Vergleich mit normal erhältlichen Nüssen (meist erhitzt) und rohkost Nüsse aus? Sollten nur Rohkost Produkte gegessen werden? wäre auf jedenfall um einiges teurer?
Antworten
0 #umweltnetz-schweiz2016-09-29 13:04
Liebe Mareike
Tatsächlich gibt es einige Nüsse, die erhitzt werden, um die Schale besser zu knacken (vor allem Cashew- oder auch Paranusskerne). Bei guter Witterung werden die meisten Nüsse sonnengetrocknet (beispielsweise Produkte von Sun Queen sowie Bio-Produkte, nach eigenen Angaben der Migros). Stimmt die Witterung nicht, wird der Trocknungsvorgang im Ofen gemacht. Hier kann es sein, dass bei zu hohen Temperaturen keine Rohkostqualität mehr erreicht wird. Die Hersteller argumentieren aber damit, dass durch den geringen Wasseranteil der Nüsse nur eine kleine Beeinträchtigung der Inhaltsstoffe entsteht. Insofern sind im Detailhandel erhältliche Nüsse immer noch sehr gesund.
Wenn du sichergehen willst, dass die Nüsse nicht erhitzt wurden, achte auf den Zusatz 'in Rohkostqualität' (beispielsweise bei www.naturkostbar.ch). Diese sind tatsächlich meist etwas teurer. Die günstigere Variante ist das Sammeln von Haselnüssen oder der Kauf von ganzen Baumnüssen - so kosten sie weniger Geld und sind garantiert 'in Rohkostqualität'.
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