Die Zukunft der Meere liegt an uns

Die Ozeane durchlaufen folgenschwere Veränderungen. Die Ozeane durchlaufen folgenschwere Veränderungen.

Wir schliessen unsere Artikelserie zum Ökosystem Meer mit einer Zukunftsprognose ab. Was erwartet die Ozeane und damit uns und unseren Planeten?

So unnahbar die Meere für uns sind, so zentral sind sie für das Erdsystem. Der Klimawandel wirkt sich direkt auf die Meere aus: In den vergangenen vierzig Jahren haben sie mehr als 90 % der Wärme aufgenommen, die durch den Anstieg der Treibhausgase in der Atmosphäre entstanden ist. Dadurch haben die Ozeane eine abschwächende Wirkung auf die Erderwärmung – sie sind riesige Wärmespeicher. Doch nur vorübergehend: Irgendwann könnte die gespeicherte Energie wieder in die Atmosphäre gelangen und so die Erderwärmung massiv beschleunigen. Deshalb ist diese eigentlich weiter fortgeschritten, als auf der Erdoberfläche messbar ist.

Der Klimawandel hat Folgen

Die Meeresoberfläche hat sich seit 1880 im Durchschnitt alle zehn Jahre um 0,05°C erwärmt, die gesamte Erdtemperatur seither um ca. 0,85°C. Das mag unbedeutend erscheinen, hat aber weitreichende Auswirkungen auf die klimatischen Bedingungen: Mit den Meeresströmungen verändern sich auch die globalen Windsysteme. Tropische Wirbelstürme werden heftiger und häufiger. Damit wandeln sich auch die Lebensverhältnisse auf der Erde.

Versauerung der Ozeane

Die Meere sind nicht nur Wärmespeicher, sondern nehmen auch über ein Drittel des emittierten Kohlendioxids auf. Durch eine chemische Reaktion verbindet es sich mit Wasser zu Kohlensäure. Einen weiteren Teil absorbiert die Vegetation. So gelangt schliesslich nur die Hälfte des CO2 in die Atmosphäre. Doch das könnte bald mehr werden, wenn die Kapazität zur weiteren Bindung des Treibhausgases ausgeschöpft sein wird.

Der Anstieg des CO2-Gehalts in den Meeren führt zu deren Versauerung. So ist ihr pH-Wert seit 1800 von 8,16 auf 8,05 gesunken – das ist 10 Mal so sauer wie in der vorindustriellen Zeit. Mit der Versauerung des Meerwassers steigt auch der pH-Wert im Inneren der Organismen. Nicht alle können sich genügend schnell darauf einstellen: Viele Meeresbewohner werden in ihrem Wachstum und der Fortpflanzung beeinträchtigt, weil die Entwicklung der Larven eingeschränkt ist. Auch können zum Beispiel Tintenfische nicht mehr richtig atmen und schwimmen. Besonders gefährdet sind Lebewesen mit Kalkschalen oder Skeletten, da diese vom sauren Wasser angegriffen werden. So sind auch Korallen in Gefahr.

Fische müssen fliehen

Die Ozeane erwärmen sich nicht an allen Stellen gleichmässig. Da es gegen die Pole hin aber tendenziell wärmer wird, verlassen viele Meeresfische aus den Tropen ihre Habitate - es wird ihnen dort zu warm. In höheren Breitengraden jedoch finden sie wieder geeignete Temperaturen. Das führt zu Problemen in den Tropen, wo Entwicklungsländer stark vom Fischfang abhängig sind. Ausserdem verändern sich die lokalen Ökosysteme, wenn plötzlich Raubfische wie der Lachs oder der Thunfisch fehlen.

Gefährlicher Meeresspiegelanstieg

Im Zusammenhang mit dem Klimawandel steht auch der Anstieg des Meeresspiegels um mehrere Zentimeter pro Jahr. Einen grossen Effekt hat bekanntlich das Schmelzen des Eises auf den Landmassen, d.h. der Gletscher und des Antarktiseises. Die Meere steigen aber auch an, weil sich das Meerwasser durch die Erwärmung ausdehnt. Das kann in Zukunft ganze Küstenstädte überschwemmen.

Ein Werk des Menschen

Die Meere verändern sich nicht nur wegen des Klimawandels stark – wir beeinflussen sie durch unser  Konsumverhalten. Ein bedeutendes Thema ist die Überfischung der Meere – 2014 wurden mehr als 90 Millionen Tonnen Fische aus dem Wasser geholt. Der Fischfang ist in den letzten 60 Jahren so stark angestiegen, dass heute über ein Drittel des weltweiten Bestandes überfischt ist – alles andere als nachhaltig. Darunter leiden nicht nur die marinen Ökosysteme, sondern auch wir Menschen: Der Bedarf an Fischen wird in naher Zukunft nicht mehr gedeckt werden können.

Ein weiteres grosses Problem ist die Verschmutzung der Meere durch giftige Chemikalien von Fabriken und der Pharmaindustrie, Kunstdünger, Öl, Plastik und weiterem Müll, der im Meer landet.

Nicht zu vergessen ist auch der Unterwasserlärm, der von Frachtern und Kreuzfahrtschiffen ausgeht. Er stört die Kommunikation zwischen Meerestieren wie Walen und Delfinen empfindlich.

 

Die Menschheit hat einen bedeutenden Einfluss auf die Meere. Doch wir sind von ihnen abhängig: Sie sind Klimastabilisator, Nahrungsquelle und wichtiges Erholungsgebiet zugleich. Wenn wir wollen, dass dies so bleibt, müssen wir die Probleme an der Wurzel packen – und unser Verhalten grundlegend ändern.

 

Quellen und weitere Informationen:
Zukunft der Meere: Müssen wir bald Quallenburger essen? (Spektrum.de)

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