Was ich nicht weiss, macht mich nicht heiss? Hitzesommer 2018

Gegen die Hitze hilft ein kaltes Getränk. Aber wie lange noch…? Gegen die Hitze hilft ein kaltes Getränk. Aber wie lange noch…?

Jetzt beklagen wir uns zwar schon wieder über die Kälte und das deprimierende Wetter. Aber wissen Sie noch, wie heiss es vor ein paar Monaten war, oder im Sommer 2018?  Ein Bericht vom BAFU zum Hitzesommer 2018 zeigt nun, was Hitze und Trockenheit für Auswirkungen haben.

 Die Hitzewellen und Trockenperioden werden auch in der Schweiz immer extremer und länger.  In den letzten Jahrzehnten waren die Schweizer Sommer trockener und heisser als früher. Auch im Jahr 2018 bewegten sich die Temperaturen im überdurchschnittlichen Bereich. In der Rangliste der wärmsten Sommerjahre steht 2018 an dritter Stelle, seit dem Messbeginn im 19. Jahrhundert. Betrachtet man die Monate zwischen April und September, liegt die Sommersaison 18 sogar auf dem ersten Platz. Diese extremen Temperaturen lassen erahnen, was noch auf uns zukommt. Doch unsere Zukunft ist noch nicht in Stein eingemeisselt. Mit einer sofortigen und drastischen Senkung der Treibhausgasemissionen können wir das Schlimmste verhindern. Das National Centre for Climate Services NCCS zeigt mit den Klimaszenarien CH2018 zwei unterschiedliche Entwicklungen der künftigen Schweiz. Das eine Szenario baut auf eine verantwortungsvolle und wirksame Klimapolitik mit ambitionierten Massnahmen. Das Gegenstück ist ein Szenario ohne Klimaschutzmassnahmen. Beide diese Szenarien wurden in Relation mit den Verhältnissen im Sommer 2018 gebracht. Dass die Temperaturen dabei zwei Grad über der Norm lagen, war keine überraschende Erkenntnis. Die Niederschlagsmenge war allerdings aussergewöhnlich tief – sogar bezüglich des Szenarios ohne Klimaschutzmassnahmen.

Hitze- und Trockenperioden sind grundsätzlich nichts Neues. In den 40er Jahren folgten beispielsweise mehrere warme und niederschlagsarme Jahre aufeinander. Auch einzelne Ausreisserjahre hat es immer wieder gegeben. Der Sommer 2003 ist vielen Schweizerinnen und Schweizern als der Hitzesommer schlechthin in Erinnerung geblieben. Die rekordmässigen Temperaturen mögen einige als Segen ansehen. Doch das ist nicht die ganze Wahrheit. Denn diese klimatischen Veränderungen sind nur erste Auswirkungen des Klimawandels, und bereits ein Hitzesommer, wie wir ihn im Jahr 2018 erlebten, zieht verheerende Folgen nach sich. Welche, zeigt uns der BAFU Bericht:

Gesundheitsrisiko

Wir Menschen entwickeln im Sommer Strategien, um die hohen Temperaturen zu überstehen. Wir erobern Flüsse und Seen, stellen unsere Wohnungen mit Ventilatoren voll oder schütten uns ganz banal Eiswasser in den Nacken. Das sind aber nur kurzfristige Hilfspflaster. Personen oder andere Lebewesen, die sich nicht gegen die Hitze wappnen können, stehen vor einer bedrohlichen Situation. Mehrtägige Hitzewellen bedeuten ein ernsthaftes Gesundheitsrisiko. Vor allem ältere Leute und Kleinkinder reagieren anfällig auf extreme Temperaturen. Um das Risiko einzudämmen, wurden in der Westschweiz und im Tessin Hitzemassnahmenpläne entwickelt, die in den Extremjahren 2015 und 2018 getestet werden konnten. Die Sterblichkeitszahlen weisen nun darauf hin, dass die Massnahmenpläne Wirkung zeigen. In der Deutschschweiz sind solche Pläne noch nicht vollumfänglich gediehen.

Das Durstjahr

In puncto Trockenheit wird das Jahr 2018 noch länger in Erinnerung bleiben. Von Juli bis Ende Jahr hatten Seen und Flüsse tiefe Wasserstände. In direkter Folge produzierten die Laufwasserkraftwerke in der zweiten Hälfte des Jahres auch weniger Strom. Im Wasserschloss Schweiz musste man sich ja bisher kaum Sorgen um die Wasserversorgung machen. Doch 2018 hat sich gezeigt, was auf uns zukommt. Auch unsere Wasserreserven reichen nicht ins Unendliche. Deshalb müssen Lösungsstrategien zur Bewältigung von Trockenperioden entwickelt werden.

Konsequenzen für die Umwelt

Nicht nur für die Menschen, sondern auch für die Umwelt, die Tiere und Pflanzen hat ein solcher Sommer ernsthafte Folgen. Vor allem Wassertiere wie Fische und Amphibien hatten 2018 mit der Trockenheit zu kämpfen. Schaffhausen, Thurgau und Zürich reagierten mit einem Notfallkonzept und konnten einigen Tieren somit zur Hilfe eilen. Ein weiterer Faktor ist die Waldbrandgefahr. 2018 herrschte vielerorts ein Feuerverbot, welches die Gefahr eindämmen konnte.

Zweitausendneunzehn

Auch der diesjährige Sommer reiht sich in die wärmsten Sommer seit dem Messbeginn 1864 ein. Vor allem während der Monate Juni und Juli schossen unsere Thermometer in die Höhe. Analysen deuten darauf hin, dass das Jahr 2019 noch vor dem Hitzesommer 2018 landet. Somit hätten wir drei Jahre in Folge eine landesweite Durchschnittstemperatur von über 15 Grad.

Quellen und weitere Informationen:
NCCS Admin: Schweizer Klimaszenarien
BAFU Admin: Medienmitteilung
NCCS Admin: Heisser Sommer 2019

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