Das Corona-Jahr im Klimawandel (Teil 2)

Die Erde wird vom Corona-Virus und dem Klimawandel gleichzeitig geplagt Die Erde wird vom Corona-Virus und dem Klimawandel gleichzeitig geplagt

Ein schwieriges Jahr geht zu Ende, das uns mit den sich zusehends stärker manifestierenden Auswirkungen des Klimawandels und der Ungewissheit um das Coronavirus in Atem hielt. Während sich Politik und Gesellschaft vehement gegen die Gefahren der Krankheit wehren, sind die Befürchtungen um die Folgen des Klimawandels verdrängt worden, obwohl uns diese noch viel länger betreffen werden.

 

Eigentlich wissen wir es schon lange, aber richtig bewusst wurde es uns erst mit dem Club of Rome und seiner 1972 publizierten Studie von Meadows «Die Grenzen des Wachstums», dass wir in einer begrenzten Umwelt leben; begrenzt durch die bewohnbaren Gebiete, die Ressourcen, die Böden, das Wasser, die Luft.
Durch sie sind unsere Aktivitäten eingeschränkt und abhängig von der Regenerierfähigkeit der Natur. Sie bildet die Grundlage unseres Lebens und bietet uns die Möglichkeiten, zu überleben. Übernutzen oder zerstören wir sie gar, sägen wir an dem Ast, auf dem wir sitzen!
So setzte sich am Erdgipfel von Rio 1992 die Erkenntnis durch, dass wir — um überleben zu können — künftig eine nachhaltige Entwicklung anstreben müssen, die den Ausgleich ökonomischer Wünsche mit sozialen Bedürfnissen und ökologischen Notwendigkeiten schafft.

Trotz inzwischen vielen Umwelt- und Klimakonferenzen wie insbesondere dem Pariser Klimagipfel 2015, sowie internationalen Programmen, Lokale Agenda 21, Milleniumsziele und UN-Nachhaltigkeitszielsetzungen 2030, an denen die Weltgemeinschaft immer wieder über die dringende Notwendigkeit der Reduktion unserer Emissionen und damit den Verzicht auf die Verbrennung fossiler Treib- und Brennstoffe, die Schonung der endlichen Ressourcen unseres Planeten, ebenso wie über die Implementierung einer Kreislaufwirtschaft intensiv debattierte, zeigt sich, dass noch immer die ökonomische Sicht als dominierende Komponente unser Dasein bestimmt.

Noch immer wird Mantra-mässig das Wohl des andauernden Wachstums gepredigt und suggeriert, dass unser Wohlstand nur dadurch zu erhalten und weiter auszubauen sei. Wie aber soll unbegrenztes Wachstum in einer begrenzten Welt möglich sein? Die einfachsten physikalischen Grundregeln zeigen, dass dies unmöglich ist… Aber trotzdem glauben wir, daran festhalten zu können!

Seit Jahren bzw. Jahrzehnten wissen wir, dass es so nicht weitergehen kann. Soll unsere Überlebensstrategie erfolgreich werden, müssen wir unser Wirtschaften ändern. Dazu braucht es eine Entwicklung, die eine dauerhafte Stabilität erlaubt, was nur durch die Gleichwertigkeit von Ökologie, sozialer Gesellschaft und Ökonomie möglich ist.
Fast 50 Jahre nach dem Club of Rome und 5 Jahre nach dem Klimaabkommen von Paris müssen wir uns ernsthaft die Frage gefallen lassen, was wir zur Rettung unserer Umwelt und unseres Klimas in all den Jahren erreicht haben.
Viel wertvolle Zeit liessen wir leider ungenützt verstreichen. Studien zeigen, dass aber dennoch die Hoffnung besteht, die Begrenzung des Anstiegs der Erdtemperatur auf unter 2°C bzw. 1,5°C mit der dafür notwendigen umfassenden CO2-Reduktion erreichen zu können. Allerdings sind dafür wesentlich wirksamere Anstrengungen und ein massiv höheres finanzielles Engagement unabdingbar.

Noch sind wir nicht auf Kurs. Die Versorgung mit erneuerbaren Energien muss viel konsequenter und schneller erfolgen. Dazu sind sowohl Politiker wie insbesondere die von ihnen kontrollierten Energieversorgungsunternehmen aufgefordert, endlich verkrustete Machtstrukturen aufzubrechen und Abschied von ihren zentralistischen Monopolen zu nehmen.

Die Zeit drängt; bis 2050 wir haben nur noch 30 Jahre, um die Dekarbonisierung unserer Wirtschaft durchzusetzen. Die nächsten Jahre sind entscheidend, denn bis 2030 müssen die wesentlichen Weichen gestellt und notwendige Zwischenziele erreicht sein.

In Analogie zu unserer nach der globalen Finanzkrise 2008 formulierten Feststellung 

«Wäre die Umwelt eine Bank, wäre sie längst gerettet worden!»

müssen wir heute formulieren

«Wäre der Klimawandel ein Virus, würden wir alles daransetzen, uns davor zu schützen!»

 

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