Ratlosigkeit an der Klimakonferenz in Berlin

05 Jul 2011

An der Petersberger Klimakonferenz in Berlin sollten die internationalen Klimaverhandlungen neu belebt werden. Delegierte aus aller Welt haben über die Klimapolitik nach dem Kyoto Protokoll debattiert, das nur noch bis 2012 gilt. Wie es danach weitergehen soll, weiss allerdings niemand.

Minister und Diplomaten aus 35 Industriestaaten und Entwicklungsländern diskutierten im Rahmen der zweiten Auflage des zweitägigen „Petersberger Klimadialogs" über die Zukunft der weltweiten Klimapolitik. Ins Leben gerufen wurde dieser Dialog nach der gescheiterten Klimakonferenz von Kopenhagen im 2009. Im kleinen Kreis sollte eine nüchterne Bestandsaufnahme erfolgen. Doch gestern Abend, am Ende der Gespräche, herrschte Ratlosigkeit vor.

Beim Klimagipfel im mexikanischen Cancún hatten sich die Staaten im vorigen Dezember zumindest auf ein Paket verständigen können, das den Klimaschutz künftig ausmachen soll. Dazu zählt beispielsweise das Fernziel, den globalen Temperaturanstieg auf maximal zwei Grad zu begrenzen. Zudem wurde der grobe Rahmen definiert, in dem das geschehen soll.

Das Ziel bleibt jedoch weiterhin ein globales, rechtsverbindliches Abkommen als Nachfolge des 2012 auslaufenden Kyoto Protokolls. Doch davon ist man auch nach der zweitägigen Zusammenkunft in Berlin meilenweit entfernt. Selbst die Chefin des Uno-Klimasekretariates (UNFCCC), Christiane Figueres, glaubt nicht mehr an einen Durchbruch an der nächsten globalen Klimakonferenz Ende diesen Jahres im südafrikanischen Durban.

Der Grund für die still stehenden Verhandlungen ist die fehlende Bereitschaft der USA, China, Indien oder Brasilien, sich auf bindende CO2-Minderungsziele zu verpflichten. Die grossen Schwellenländer sehen die Industriestaaten als Verursacher der bisherigen Misere in der Pflicht. Die USA ihrerseits befürchten wirtschaftliche Nachteile im globalen Wettbewerb. Eine drastische Minderung der CO2-Emmissionen ist jedoch ohne das Mitwirken dieser Staaten nicht realistisch. Denn nur schon die USA und China verursachen zusammen 44 Prozent des weltweiten Treibhausgasausstosses.

Klimaforscher befürchten, dass sich die Erdatmosphäre ohne ein neues Abkommen in diesem Jahrhundert um deutlich mehr als zwei Grad erwärmen wird. Gemäss den Wissenschaftlern ist dies die gerade noch tolerable Grenze, sollte es nicht zu potentiell katastrophalen Folgen des Klimawandels kommen. Jedoch besteht bereits in Bezug auf die Frage, wie CO2 Minderungen gemessen und kontrolliert werden sollen, Unklarheit. Die Bestimmung, welche Staaten welchen Beitrag leisten, scheint in diesem Kontext leider ein utopisches Ziel.

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