Klimawandel: Erste negative Anzeichen beim Kaffee-Anbau in Uganda

22 Dez 2011

Obwohl Uganda nicht gerade um die Ecke liegt, betrifft uns das Schicksal dieses Landes – vor allem die Kaffeetrinker unter uns. Weil die Temperaturen im Land steigen, wird der Anbau der Bohne nahezu unmöglich. 

Viele Menschen in Uganda leben vom Export der Kaffeebohnen. Bislang lief das Geschäft gut, doch mittlerweile haben die Bauern Existenzängste. Die Erderwärmung hinterlässt erste Spuren. 
Der Wechsel zwischen Trocken- und Regenzeit ist nicht mehr verlässlich. Die Sonne scheint viel länger. Wenn es regnet, dann nur kurz, aber so heftig, dass die Pflanzen zerstört werden. Dabei wäre es so wichtig, dass ein bestimmtes Regenfallmuster herrscht, denn davon hängt der Kaffee-Ertag ab. Der Regen beeinflusst die Blütezeit und die Reifung der Kaffeekirsche; sie wiederum bestimmen die Qualität der Ernte. 
"Wir pflanzen und pflanzen nochmals. Wir verschwenden Saatgut. Wir versuchen es und versuchen es wieder", sagt eine Bäuerin. Oft ohne Erfolg.
80 bis 90 Prozent der Bevölkerung von Uganda leben von der Landwirtschaft. Der Klimawandel gefährdet also die Existenz vieler Menschen. 

Wir pflanzen und pflanzen nochmals. Wir verschwenden Saatgut. Wir versuchen es und versuchen es wieder.


Der Kaffee gehört, neben Fisch und Tourismus zu den grössten Devisenbringern des Landes. Robert Waggwa Nsibirwa, Chef der Africa Coffee Academy, einer Beratungs- und Fortbildungseinrichtung für die Branche, schätzt, dass mehr als zwölf Millionen Menschen in irgendeiner Form an der Kaffeewirtschaft beteiligt sind. 

Schätzungen besagen, dass die mittlere Temperatur in den nächsten Jahren in Uganda bis zu vier Grad steigen wird. Auch soll es häufiger Dürren, Hitzewellen, Stürme und Überflutungen geben. Dies verursacht Nahrungsmittelknappheit und könnte zu Konflikten bezüglich Ressourcen führen. 
Zwar gilt Uganda mittlerweile als stabiler Staat, doch wie viele Entwicklungsländer ist es zu arm, um sich aus eigener Kraft den Veränderungen anzupassen. 

Die Bauern versuchen sich den Bedingungen anzupassen und pflanzen Bäume, die Schatten spenden. Ausserdem legen sie Terrassen an und mulchen den Boden, um ihn feucht zu halten. Doch auf lange Zeit nützen auch diese Vorkehrungen wenig bis nichts. 
Die Situation zeigt, wie dringend das zielgerichtete und konsequente Handeln der politischen Instanzen aller Länder wäre, die globale Erwärmung aufzuhalten. Ergebnislose Klimakonferenzen verschleppen das Problem, das unaufhaltsam grösser wird. Für Uganda bedeutet der fortschreitende Klimawandel das Ende des Kaffeeanbaus mit weitreichenden Folgen. 

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