Ratgeber: Mehrweg-Becher verkleinern Abfallberge

29 Okt 2015
Berg voller Einweg-Plastikbecher Berg voller Einweg-Plastikbecher

Jeden Tag verpflegen sich Tausende unterwegs. Ob Kaffeebecher, Dosen, Dönerboxen oder Burgerkarton: Nach einmaligem Gebrauch haben die Verpackungen des Take-Away-Essens ihren Zweck erfüllt und müssen entsorgt werden. Tonnen an Verpackungsmaterial landen auf diese Weise im Abfall. Abhilfe schaffen könnten Mehrweg-Becher und auffüllbare Lunchboxen.

Ob asiatisch, vegetarisch oder schweizerisch: Die Mahlzeiten zum Mitnehmen sind beliebt. Sie sind praktisch, schnell verfügbar und meist günstiger als vergleichbare Menus im Restaurant. Auch wenn vergleichsweise kleine Mengen der dabei anfallenden Abfälle auf dem Boden liegen bleiben, so empfinden dennoch neun von zehn Personen Littering persönlich als störend. Doch die Abfallflut geht trotz vieler Gegenmassnahmen Jahr für Jahr weiter. Dies kann nicht nur zu einem schlechten Image der betroffenen Gemeinden führen, sondern bedeutet auch mehr Reinigungsaufwand und höhere Kosten.

Abfallaufkommen in der Schweiz

In den letzten Jahren hat das Aufkommen der im öffentlichen Raum anfallenden Abfälle deutlich zugenommen. Dahinter stehen Entwicklungen wie etwa die Zunahme der Mobilität sowie der daran gekoppelte Unterwegskonsum. Auf den Strassen, in Parkanlagen oder an Fluss- und Seeufern landen vor allem Abfälle von Mahlzeiten (Take-Away-Verpflegung), Getränken (Aludosen, Pet- und Glasflaschen), Gratiszeitungen und Flyer sowie Zigaretten.

Übers Jahr betrachtet entstehen durch die fliegende Verpflegung gut 470 Mio. Abfallstücke im öffentlichen Raum. Etwa 210 Mio. Abfallstücke werden durch Gratiszeitungen, Flyer und Broschüren erzeugt. Insgesamt erzeugt die fliegende Verpflegung 55 % der Abfallstücke, Zeitungen und Flyer sind für weitere 25 % verantwortlich. Die restlichen Abfälle wie Zigarettenpackungen oder organische Abfälle machen die restlichen 20 % aus.

Was Littering kostet
Das Liegenlassen oder Wegwerfen von Abfällen im öffentlichen Raum verursacht in der Schweiz jährliche Aufräumkosten von 200 Millionen, 150 Mio. Fr. davon im öffentlichen Raum, 50 Mio. Fr. in den öffentlichen Verkehrsmitteln. Diese Kosten werden von der Allgemeinheit getragen. Dies ist das Ergebnis einer umfassenden Studie, welche im Auftrag des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) durchgeführt wurde. In den Gemeinden werden ein Grossteil der Littering-Kosten (77,3 Millionen Franken) durch Esswaren- und Getränkeverpackungen sowie durch weitere Gegenstände der fliegenden Verpflegung (Servietten, Plastikbesteck, etc.) verursacht. Einen grossen Kostenaufwand verursachen die Zigaretten. 52,5 Millionen Franken werden jährlich für das Beseitigen von weggeworfenen Zigaretten aufgewendet.

Massnahmen gegen Littering – was tun?

Es gibt wohl kein Patentrezept gegen Littering, das universell anwendbar wäre. Littering kann nur wirkungsvoll bekämpft werden, wenn verschiedene Massnahmen kombiniert werden. Dazu gehören:

  • Prävention: Öffentlichkeitsarbeit und Sensibilisierung
  • Information und Bildung
  • Reinigung und sinnvolle Gestaltung der Infrastrukturen
  • Finanzielle Anreize für Konsumentinnen und Konsumenten und finanzielle Massnahmen für den Detailhandel
  • Sanktionen (Bussen) und Repression

Doch das Ziel darf nicht nur sein, die Leute für richtiges Entsorgen zu sensibilisieren, sondern muss auch heissen, grundsätzlich weniger Abfall zu produzieren. Denn der unproblematischste Abfall ist nach wie vor jener, der gar nicht entsteht. Darum sind innovative Ansätze für die Abfallvermeidung sehr wichtig. Es gibt hier gute Lösungen, die extrem viel Müll sparen und nicht aufwändig sind. Das wichtigste ist dabei, die eigenen Gewohnheiten zu kennen, und sich ein bisschen vorzubereiten. Wir empfehlen mindestens eine davon in das eigene Verhaltensrepertoire aufzunehmen.

  • Fast jedes Take-Away Essen kann auch in einer Tupperdose geholt werden. Vorteil: Kein Müll, dichter Verschluss für den Transport, appetitlichere Anrichtung.
  • Getränkebecher für Coffee-to-go selbst mitbringen – Die Kaffeekette Starbucks und verschiedene kleine Anbieter verkaufen zum Beispiel eigene Mehrfachbecher. Sie bieten Kunden mit eigenem Becher sogar Rabatt an.
  • Immer eine kleine, dünne Plastiktüte dabei haben – die passt in jede Hosentasche und kann multifunktional eingesetzt werden, um kleine Einkäufe, lose Lebensmittel wie Obst oder auch Take-Aways zu transportieren.

Weitere Informationen:
Quelle Bund Littering

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