Pendlerleben: Rahm aus der Dose

31 Jan 2017
Der Rahm wird das Schweizer-Kreuz verlieren. Der Rahm wird das Schweizer-Kreuz verlieren.

Kassensturz hat diesen Monat berichtet, was für unsinnige Transportwege unser Essen zurücklegt, bevor es die 6 Meter durch unsere Körper wandert.  

 Von Frische kann da kaum die Rede sein. 600 Tonnen Schweizer Rahm werden jährlich mit Lastwagen bis nach Belgien transportiert, dort in Dosen verpackt und dann wieder zurückgefahren, um in den Regalen der Migros verkauft zu werden. Emmi tut das gleiche, nur 100 Kilometer weiter und in den Süden. Grund dafür ist, dass es keine solche Fabrik in der Schweiz gibt, so die Begründung der Vertreiber. Schon vor vier Jahren hatte K-Tipp darüber geschrieben. Geändert hat sich seither nichts. Wegen der Swissness-Regelung, die mit dem neuen Jahr erneuert wurde, dürfen Emmi und Migros auch kein Schweizerkreuz mehr auf die Dose malen. Die alten Flaschen dürfen aber trotzdem noch verkauft werden, wäre ja sonst doppelt so schlecht für die Umwelt.

Schweizer Rahm wird in Belgien in Dosen abgefüllt. - Michelle Bucher

Apfelmus und Mövenpick-Glace

Im Jahr 2005 wurden insgesamt 11‘000 Tonnen Ware exportiert, verarbeitet und wieder ins Inland gebracht, über die Hälfte davon sind Lebensmittel. 2015 war es bereits das Dreifache: 33‘000 Tonnen  wurden so reimportiert! Der Dosenrahm ist also nicht der einzige Pendler. Schweizer Äpfel von Volg reisen 400km in die Nähe Frankfurts und kommen als Apfelmus im Glas zurück. Ein noch abstruseres Beispiel liefert das Mövenpick Glace: In Rorschach hergestellt, wird es nach Norddeutschland chauffiert, in Stängelglaceform gebracht, mit Schokolade überzogen (welche ebenfalls aus der Schweiz stammt) und reist dann tiefgefroren in die Schweiz zurück.

Was tun?

Schlagrahm und Apfelmus sind nicht die einzigen Übeltäter. Beachten Sie nicht nur, was Produkte enthalten, sondern auch woher sie kommen und wo sie abgepackt werden! Kommentieren Sie den Artikel, wenn Sie ein Produkt gefunden haben, welches ebenfalls unnötig auf Reisen geht.

Indem Sie beispielsweise keinen Schlagrahm in der Dose mehr kaufen, unterstützen Sie diese sinnlose Umweltverschmutzung nicht länger – ganz ehrlich, Schlagrahm lässt sich innert Minuten selbst herstellen. Auch Apfelmus ist einfach zu machen und schmeckt obendrein noch besser.

Da kommt natürlich gleich die Stimme im Kopf und sagt: „Wenn ich das alleine tue, wird sich da nie was ändern dran, und ich bin die, die dann mehr Arbeit hat.“ Aber hätten die Frauen in Appenzell 1990 nach diesem Prinzip gehandelt, dürften Sie vielleicht jetzt noch nicht abstimmen. Es braucht immer mehr als eine. Aber jemand muss den ersten Schritt tun. Wie Ghandi schon gesagt hat: „Sei selbst die Veränderung, die du in der Welt sehen willst.“

 

Weiterführende Informationen/Quellen
SRF Kassensturz
K-Tipp 2013

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