Insektenburger im Supermarkt: Mai 2017 als Startpunkt

17 Mai 2017
Ab dem 1. Mai ist das Züchten und Verkaufen von Insekten als Lebensmittel in der Schweiz erlaubt. Ab dem 1. Mai ist das Züchten und Verkaufen von Insekten als Lebensmittel in der Schweiz erlaubt.

Seit Anfang Mai dürfen Insekten als Lebensmittel gezüchtet und verkauft werden: Hätten Sie den Mehlwurmburger gerne mit Ketchup oder Barbeque-Sauce?

Der Startschuss ist gefallen: Ab dem 1. Mai dürfen in der Schweiz Insekten für die Lebensmittelproduktion gezüchtet werden. Sobald die ersten auf dem Markt sind, kann man Grillen, Heuschrecken und Mehlwürmer in Pestoform, als Snack bei Esssento und als Mehlwurmburger  bei Coop in 100 Filialen kaufen.

Insekten Essen? Nichts Neues

Insekten werden in vielen Kulturen schon seit langer Zeit als Nahrung genutzt. Wer schon einmal in Asien war, hat die etwas anderen Essensstände wahrscheinlich auch schon entdeckt: Alle möglichen Insekten, von der Heuschrecke bis zur Spinne, werden knusprig frittiert, gegrillt und gewürzt angeboten. Aber auch die Aborigines essen Insekten und Maden. In Sand und Asche geröstet wurden sie anschliessend verspeist und heute auch im Supermarkt verkauft.

Wieso Insekten?

Da der Input-Output-Wert eines Kilo Rindfleisch bei 17:1 liegt (es braucht also 17 Kilo Futter, um ein Kilo Rindfleisch zu produzieren), ist er bei Grillen bei 1.7:1, also zehnmal kleiner. Das heisst, dass die Zucht von Insekten deutlich weniger Ressourcen verbraucht und weniger Treibhausgase verursacht. Zudem ist auch eine viel kleinere Fläche und Wassermenge nötig.

Des Weiteren sind Insekten reich an Protein, enthalten essentielle Vitamine und Mineralstoffe und ungesättigte Fettsäuren.

Die Zucht

Essento verriet uns, wie die krabbelnden Tierchen gezüchtet werden: Die Insekten werden in eine Box mit Futtersubstrat gegeben und können schon nach 6 Wochen geerntet werden. Zuvor werden sie auf eine Diät gesetzt, damit sich der Darm entleert, und dann schockgefroren. Ihr Futter besteht aus Weizenmehl und Haferflocken. In Zukunft sollen Seitenströme der Lebensmittelproduktion dafür genutzt werden. So müssen keine zusätzlichen Ressourcen produziert, sondern es können „Abfallprodukte“ im Cradle-to-Cradle-System genutzt werden.

Die fleischlose Alternative

Während die Produktion von Insekten deutlich klimaschonender ist, fragt sich, ob es nötig ist, sie zu konsumieren. In Coop’s Insektenburger sind auch pflanzliche Lebensmittel wie Linsen beigemischt. Vegane und vegetarische Burger enthalten ähnliche Zutaten, enthalten aber keine Insekten. Diese schmecken laut Hersteller hervorragend, haben diverse Geschmacksnoten und können an jedem Grillfest gebraten werden. Essento möchte natürlich Menschen weg vom Fleisch und zum Insektenfood hinbringen, um damit die Umwelt zu schonen. Doch ob dann Insekten nicht einfach als zusätzliches Lebensmittel zum Fleisch dazu konsumiert werden, können sie nicht steuern.

 

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