Fair Trade - nicht immer 100% fair

30 Jun 2017
Fair Trade-Siegel Fair Trade-Siegel

Mischprodukte, die als Fair Trade deklariert sind, können oft nicht zu 100% aus fair gehandelten und produzierten Zutaten bestehen. Deshalb wurde von dem Dachverband von Fair Trade ein Richtwert von 20 Prozent festgelegt, um den Standard zu sichern.

Immer mehr Unternehmen implementieren ökosoziale Standards in ihrer Produktion. So steht beispielsweise das Fair Trade-Gütesiegel Max Havelaar für nachhaltig angebaute und fair gehandelte Produkte. Dabei wird ein ganzheitlicher Ansatz verfolgt, bei dem nebst Anforderungen an den nachhaltigen Anbau auch die demokratische Organisation der Produzenten und faire Handelsbeziehungen zentral sind. Fair Trade-Labels haben das Potential, zu einer nachhaltigen Entwicklung beizutragen.

Die Standards von Fair Trade

Es gibt produktbezogene und organisationsbezogene Standards, welch erfüllt werden müssen, bevor ein Produkt mit dem Fair Trade-Logo gekennzeichnet werden darf. Es gibt ausserdem noch einen Standard, in welchem geregelt ist, wie die Händler mit den gesiegelten Produkten umgehen müssen. Darin werden beispielsweise die Bezahlungsmodalitäten und die Vorfinanzierung festgelegt.

Auf einem Mischprodukt, welches aus verschiedenen Komponenten besteht - wie beispielsweise Schokolade - muss klar deklariert sein, welche Komponenten aus fairem Handel und Anbau stammen. Ein Produkt darf nur mit dem Fair Trade-Gütesigel markiert sein, wenn mindestens 20 Prozent seiner Inhaltsstoffe aus fairem Handel und Anbau stammen. Diese Richtlinie gilt erst seit Juli 2011, zuvor betrug der Mindestanteil 50 Prozent.

Zuständig für diese Regelung ist der Verband der Fair Trade-Siegelinitiativen, kurz Fair Trade International (FLO) genannt. Mehr Informationen zum Verband finden sie auch unter www.fairtrade.net.

Ist das Motto: So viel wie möglich? Oder so wenig wie nötig?

Laut der Fair Trade Organisationen darf ein Produkte mit mindestens 20 Prozent fairen Inhaltsstoffen als Fair Trade deklariert werden. Dabei gilt aber die Auflage, dass wenn weitere Zutaten des Produkts als Fair Trade erhältlich sind, diese auch verwendet werden müssen. In einem Fair Trade-Produkt steckt also soviel Fair Trade wie möglich.

Es stellt sich dennoch die Frage, ob diese „lockeren“ 20 Prozent gut oder schlecht für das Siegel sind. Einerseits wurde durch die Herabsetzung des Standard die Marke geschwächt, sie verliert dadurch an Glaubwürdigkeit. Dies könnte vom Konsumenten als Verkaufstäuschung wahrgenommen werden. Andererseits entstehen so Möglichkeiten, mehr Produkte unter dem Label zu vermarkten, was den Absatz von fair gehandelten Produkten erhöht. Davon profitieren auch die Produzenten der Fair Trade-Anteile des Produkts.

 

 

 

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