Ratgeber: Abfall mit Potenzial

Aus einer Knoblauchzehe lässt sich die ganze Knolle wieder heranziehen Aus einer Knoblauchzehe lässt sich die ganze Knolle wieder heranziehen

Ein altes Salatblatt landet bei Ihnen direkt in der Grünabfuhr und Knoblauch regelmässig auf der Einkaufsliste? Dann wussten Sie möglicherweise nicht, dass nicht nur Energien, sondern auch viele tagtägliche Lebensmittel erneuerbar sind.

 

Mit in der Küche anfallenden Pflanzenresten können Sie oft wieder eine vollständige Pflanze heranwachsen lassen. Dabei sparen Sie sich den Einkauf und sind sich erst noch der Abwesenheit von Pestiziden gewiss. Je nach Pflanze benötigen Sie dazu nicht viel mehr, als eine Schale Wasser, einen Topf Erde und eine Prise Geduld.

Salat

Legen Sie das Blatt eines Blatt- oder Eisbergsalats in eine Schüssel mit 2-3 cm Wasser und stellen Sie diese an einen warmen, hellen Ort. Besprühen Sie es in den folgenden Tagen ab und zu mit Wasser, und es werden sich bald kleine Wurzeln bilden. Diese pflanzen Sie anschliessend in Erde und schon bald können Sie Ihren hauseigenen Salat ernten. Dasselbe Verfahren funktioniert übrigens auch mit den Blättern von Kohl.

Knoblauch

Anstatt die letzte Knoblauchzehe einer Knolle durch die Knoblauchpresse zu drücken, können Sie sie ziehen und nach einigen Monaten Ihren eigenen Knoblauch ernten. Da der herkömmliche Knoblauch aus dem Supermarkt meist aus wärmeren Ländern mit einem anderen Klima als in Mitteleuropa stammt, lohnt es sich, für die Aufzucht frischen Knoblauch aus der Region zu verwenden. Die geeignetste Anbauzeit ist im Herbst, geerntet wird im Frühjahr. Der Knoblauch ist keine anspruchsvolle Pflanze. In einer lockeren, nährstoffreichen Erde – z.B Hummus beigemischt mit etwas Sand – und einem sonnigen, nicht zu feuchtem Ort gedeiht er fleissig vor sich hin.

 

Kartoffeln

Die Kartoffeln in ihrem Küchenschrank bilden nach einiger Zeit kleine Knötchen, sogenannte Augen. Kein Grund, diese wegzuschneiden, denn aus den Augen können sich Keimlinge entwickeln. Schneiden Sie die Knolle in kleine 1 cm dicke Stücke und trocknen Sie diese zwei Tage lang an einem luftigen Ort. Mitte März ist es Zeit, die geschnittenen Kartoffeln in feuchte Erde zu pflanzen. Falls Sie einen Topf (mindestens 10 Liter) verwenden, sollte das Wasser abfliessen können, um Staunässe zu verhindern. Etwa vier Wochen nach der Aussaht wird die oberirdische, blütentragende Kartoffelpflanze sichtbar. Für einige Monate übernimmt sie die Versorgung der unterirdischen Knolle; die bei der Photosynthese produzierten Kohlenhydrate lagern sich allmählich in der Knolle ein. Beginnt die Pflanze zu welken, ist es an der Zeit, die Kartoffel zu ernten.

Ingwer

Wie bei den Kartoffeln, bilden sich auch beim Ingwer Augen, aus denen sich neue Pflanzen ziehen lassen. Ingwer wächst ursprünglich in tropischen Wäldern, achten Sie deshalb auf eine hohe Luftfeuchtigkeit, genügend Wärme (ca. 24°C) und vermeiden Sie direktes Sonnenlicht. Häufiges Einsprühen, das Platzieren des Topfes über einer Wasserschale und in der Nähe der Heizung und sind wirksame Massnahmen. Die Ingwerknolle legen Sie über Nacht ein und schneiden sie dann in 1 cm dicke Stücke. Pflanzen Sie diese mit Schnittfläche nach unten so ein, dass sie nur mit einer dünnen Schicht Erde bedeckt sind. Nach 8-10 Monaten können Sie die Pflanze aus der Erde ziehen und kommen in den Genuss frischen Ingwers. Natürlich lässt sich mit einem Stück der Knolle die Prozedur wiederholen. Mit Kurkuma können Sie übrigens genau gleich vorgehen.

Zitrusfrüchte

Bis Sie aus den Kernen von Orange, Mandarine und Zitrone einen Früchte tragenden Baum gezogen haben, kann es zwar einige Jahre dauern; unterdessen können Sie sich allerdings an einer hübschen Zimmerpflanze erfreuen. Zuerst pflanzen Sie frische Kerne 1-2 cm tief in Erde und lassen sie unter viel Sonne einige Wochen keimen. Halten Sie die Erde dabei immer feucht, aber nicht zu nass, Zitrusfrüchte reagieren empfindlich auf Staunässe. Ist die Pflanze einmal 5-10 cm gewachsen, können Sie sie in einen grösseren Topf umpflanzen. Um Ihre Erfolgschancen zu erhöhen, lohnt es sich, ein besonderes Augenmerk auf das verwendete Substrat zu werfen. Genau auf die Bedürfnisse von Zitrusfrüchten abgestimmte Zitruserde finden Sie in jedem Gartencenter. Natürlich können Sie solches auch selber herstellen.

Knollensellerie

Das Wurzelende des Knollenselleries können sie in eine Schale mit Wasser legen. Nach etwa zehn Tagen werden sich neue Wurzeln gebildet haben, die Sie an einer sonnigen Stelle ins Freie (erst ab Mai) oder in einen Topf einpflanzen können. Je länger Sie mit der Ernte warten, desto grösser wird die Knolle. Jedoch empfiehlt es sich, zwischen Ende Oktober und Anfang November zu ernten, um die Knolle vor der ersten Frostperiode zu schützen.

Die Liste könnte noch weitergeführt werden: Lauch, Erbsensprossen, Zwiebeln- ja sogar die Ananas können Sie selber nachziehen. In der weiterführenden Informationen finden Sie deshalb noch mehr Anregungen für zukünftige Küchenexperimente.

Quellen und weiterführende Informationen
Acht Tipps
Küchenabfälle in neue gesunde Pflanzen verwandeln
Zitruserde selber mischen
Knoblauch anpflanzen

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