Alles hat ein Ende, nur der Plastik nicht

Dem Plastik kann man heute kaum mehr entkommen Dem Plastik kann man heute kaum mehr entkommen

Einkaufen wollen wir in Coop und Migros vor allem Lebensmittel. Unverlangt mit dazu bekommen wir aber einen grossen Haufen Plastik. Geht das nicht auch ohne?

 Plastik ist ein praktisches Verpackungsmaterial; er ist leicht, flexibel, robust und billig. Deshalb sind nach wie vor viele Produkte in den Schweizer Lebensmittelläden in Plastik verpackt. In den letzten Jahren wurde versucht, dies zu verändern, doch es besteht noch immer Verbesserungspotential.

Problematik des praktischen Plastiks

Plastik gehört zu unserem Alltag, er ist überall anzutreffen und wird als Selbstverständlichkeit angesehen. Doch Plastik ist kein natürlicher Stoff, sondern wird chemisch hergestellt. Für die Produktion des Kunststoffes wird Erdöl verwendet und während des Prozesses werden zum Teil giftige Gase freigesetzt. Plastik wird wegen seiner Langlebigkeit gerne für Verpackungen benutzt. Das Problem ist nur, dass er zu lange überlebt. Der Kunststoff ist nämlich nicht biologisch abbaubar.

3 Mal Plastik im Lebensmittelladen

EINWEG-Säckli: Einweg-Plastiktüten sind seit einigen Jahren in Verruf geraten. In der EU dürfen seit dem Jahr 2018 Plastiksäcke nicht mehr gratis angeboten werden. In einigen Ländern ist man so weit gegangen, dass man den Verbrauch der Einwegsäckli vollständig verboten hat. In der Schweiz wurde ein solches Verbot vom Parlament abgelehnt. Seit ca. drei Jahren verlangen Migros und Coop jedoch einen symbolischen Preis von 5 Rappen, für die kurzlebigen Tüten.  Diese Gebühr hat laut der Migros bereits einen grossen Erfolg erzielt: „Seit ihrer Einführung ist der Verbrauch der Raschelbeutel um 83 Prozent zurückgegangen.“ Auch Coop berichtet hier über einen Rückgang von über 80%. Trotzdem nimmt der Detailhändler noch etwa 350`000 Franken im Jahr über den Verkauf der Plastiksäckli ein. Laut Coop-Chef Joos Sutter fliessen diese Einnahmen vollständig in nachhaltige Projekte.  

BIO-Gemüse: Die Plastikverpackung von Bioprodukten stiftet stets wieder Verwirrung bei den Kundinnen und Kunden. Im Laden steht man jeweils vor dem Dilemma Nicht-Bio oder Plastik zu kaufen. Die Grossverteiler begründen dies mit einem Verweis auf das Gesetz: BIO-Produkte müssen jederzeit klar von anderen Produkten unterscheidbar sein. Es gibt aber eine Alternative zur Plastikverpackung, das „Natürliche Labeling“. Das BIO-Gemüse wird mit einem „Laser-Tattoo“ gekennzeichnet, so kann die Verwechslung (ebenso wie die betrügerische Umpreisung) auch ohne Plastikmüll verhindert werden. Coop und Migros stehen diesem innovativen Verfahren vorerst skeptisch gegenüber und bleiben bei etablierten Methoden. Jedoch hat Coop im letzten Herbst die Plastikverpackungen auch bei BIO-Gemüse reduziert.

PET-Flaschen: „Luft raus – Deckel drauf“, den Mottosatz des PET-Recycling lernen wir in der Schweiz schon von klein auf kennen. Dies hängt damit zusammen, dass noch immer viele Getränke in einer Polyethylenterephthalat (PET)-Verpackung verkauft werden. Erfreulich ist allerdings, dass ein Grossteil davon recycelt wird. In der Schweiz haben wir über 50`000 PET-Recycling-Sammelstellen. Durch die Wiederverwertung können wir laut Swiss Recycling pro Jahr 138`000 Tonnen Treibhausgase verhindern.

Quellen und weitere Informationen:
plastikvermeiden.com: Der Planet aus Plastik - die schockierende Wahrheit
generation-m.migros: Kleiner Preis mit grosser Wirkung
SRF Kassensturz Espresso: Licht-Tattoos für Bio-Gemüse
Swiss-Recycling: Zahlen zu PET-Recycling Schweiz
20min: Interview mit Coop-Chef Joos Sutter

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