Ratgeber: Die nachhaltige Konsumpyramide

Die Konsumpyramide ist der Bedürfnishierarchie des US-amerikanischen Psychologen Abraham Maslow nachempfunden. Die Konsumpyramide ist der Bedürfnishierarchie des US-amerikanischen Psychologen Abraham Maslow nachempfunden.

Man kann viele Ressourcen sparen und seinen ökologischen Fussabdruck deutlich verbessern, wenn man bewusst konsumiert und nicht gleich alles wegwirft. So einfach geht’s:

 

1.  Nutze, was du hast! 

Seien wir mal ehrlich: Viele Neuanschaffungen sind gar nicht notwendig! Nachhaltiger als einkaufen ist es, wenn wir die Dinge weiter nutzen, die wir ohnehin besitzen. Mit dieser Philosophie lassen sich mit Abstand die meisten Materialien, viel Energie und somit auch CO2 einsparen. 
Vor allem die Mode-Industrie will uns weismachen, wie wichtig es sei, jede Saison dem neuen Trend zu folgen und sich modisch zu verändern. Aber braucht es wirklich eine neue Bluse, während ihr Vorgängermodell immer noch gefällt und bei den Mitmenschen für nette Komplimente sorgt? Und muss wirklich eine neue Jeans her, wenn die alte noch passt? Ist es notwendig, nach 2 Jahren das Smartphone zu wechseln, obwohl das alte noch einwandfrei funktioniert? 
Überlegen Sie sich bewusst bei jeder Neuanschaffung, ob Sie diese wirklich benötigen und ob in ihrem Haushalt nicht schon ein ähnliches oder gleiches Exemplar vorhanden ist. Wenn ja, nutzen Sie es und verzichten Sie auf den Neukauf! Und wer sich dennoch mal verändern will oder was Neues braucht, liest weiter. 

2. Repariere, wenn möglich und ersetze Teile. 

Gerade im technischen Bereich wird viel zu schnell entsorgt. Im Elektronikmarkt heisst es oft: “Die Reparatur lohnt sich nicht mehr, kaufen Sie lieber gleich ein neues Produkt”. Doch es ist Zeit, das mal zu überdenken: Wie kann es sein, dass Elektrogeräte (wie beispielsweise Toaster, Waschmaschinen oder Klapptelefone), die indessen 20 Jahre oder älter sind, immer noch funktionieren? Und ging man bei kleineren Defekten früher nicht ins Fachgeschäft, um seine Geräte reparieren zu lassen? 
Es sollte nicht sein, dass Neuanschaffungen preisgünstiger oder gleich teuer sind als Reparaturen!  
Besonders ärgerlich ist es, wenn das Display des Smartphones kaputt geht. Hier ist der Preis für den Ersatz und Austausch in Handygeschäften oft genauso teuer wie das Telefon selbst. Schaut man aber im Internet nach den einzelnen Teilen lassen sich günstige Ersatzteile schnell finden. Videos mit Anleitungen genau dazu gibt es auf YouTube indessen zuhauf! Und auch wenn Sie nicht selbst basteln wollen, überlegen Sie sich doch trotzdem, ob es nicht mehr Sinn macht, das Smartphone wiederherzustellen. Alle Kontakte, Fotos und Daten bleiben erhalten. Ist das nicht einfacher? 
Tipp: Erkundigen Sie sich schon beim Kauf, ob beim Smartphone Display oder der Akku austauschbar sind.  

3. Selber machen. 

Neue Dinge lösen in uns ein Glücksgefühl aus und unser Belohnungszentrum im Gehirn speichert diese Informationen. Doch dieses Glücksgefühl hält nicht lange an. Um es erneut zu aktivieren, braucht es also schon nach kurzer Zeit ein neues Kauferlebnis. Ein echter Glücksfall für die Werbeindustrie! Allein, auch hier wird das Glücksgefühl nicht lange anhalten… Es wäre an der Zeit, unser Gehirn auszutricksen: Mit selbergemachten Sachen und der tiefen Befriedigung, die uns diese verschaffen. Der Vorteil: Wir können dabei auch gleich selber aus fairen, ökologischen und nachhaltigen Materialien und Zutaten auswählen! 

  • Selbstgemachte Kosmetik 
  • Selbstgestrickte Schals und Mützen 
  • Waschmittel selber machen 
  • Upcycling 
  • Gemüseanbau auf dem Balkon 
  • Selber kochen  

4. Leihe aus. 

Bei Dingen, die wir vielleicht nur ein oder zweimal im Jahr benutzen, scheint es besonders verschwenderisch, diese zu kaufen und dann im Schrank, der Garage oder im Keller verschwinden zu lassen. Braucht wirklich jeder Nachbar in der Strasse einen Rasenmäher und ein Fondueset? Überlegen Sie doch zunächst wer in der Familie, im Freundes- und Bekanntenkreis könnte Ihnen für eine gewisse Zeit dieses Gerät ausleihen und wo ist es möglich, etwas gemeinschaftlich zu nutzen? 
Weitere Möglichkeiten: 

  • Werkzeug in Baumärkten ausleihen. 
  • Carsharing- Angebote nutzen und Mitfahrgelegenheiten anbieten. 
  • Zeitungsabonnements, Bücher, Gartengeräte, Küchengeräte, Sportgeräte... im Umfeld ausleihen und weitergeben. 

5. Tausche.

Jeder wächst mal aus der Jeans, entdeckt schreckliche Modesünden in seinem Kleiderschrank, findet das alte Teeservice der Oma dann doch nicht mehr ganz so Vintage oder erkennt, dass das Studentensofa einfach nicht familientauglich ist. Geschmäcker ändern sich! Doch das ist gar kein Problem: Was Sie nicht mehr mögen, sucht vielleicht ein anderer! Noch nie war es so einfach wie in der heutigen digitalen Welt, den alten Plunder an die Frau zu bekommen:  

  • Apps wie Kleiderkreisel, Swapper oder Tauschticket nutzen
  • Internetseiten wie Mamikreisel.de (Umstandstand- und Kindermode), Game-Change.de (Videospiel Tauschbörse) und tauschen-ohne-geld.de
  • Lokale Tauschringe nutzen oder selber gründen
  • Schenk- und Tauschgruppen auf Facebook
  • Büchertauschbörsen
  • Die gute alte Anzeigenzeitung mit der Zu-Verschenken-Rubrik 

6. Kaufe gebraucht. 

Oft ist das Secondhand-Produkt sehr viel preisgünstiger als die Neuanschaffung! Auch hier gibt es wieder zahlreiche Plattformen im Internet (tutti.ch, ricardo.ch, ebay.de) oder Angebote in den sozialen Medien. Wer auf Nummer sicher gehen will und sich das Produkt vorher anschauen möchte, geht in Secondhandwarenhäuser bzw. Kleiderläden stöbern. Ansonsten ist ein Besuch auf einem Flohmarkt immer ein tolles Erlebnis. Besonders bei Gegenständen, die aufwendig in der Produktion oder Entsorgung sind – wie etwa Elektrogeräte, Fahrräder, Möbel oder Kleidung – spart Secondhand Ressourcen und Energie. Der Zweithand-Kauf macht zudem oft Sinn bei Dingen, die nur über einen begrenzten Zeitraum genutzt werden – etwa bei Kinderspielzeug, Filmen oder Sportgeräten. 

7. Kaufe neu – aber nachhaltig, fair und ökologisch. 

Manchmal ist auf einfach nichts zu machen: Das Produkt ist über die sechs bisher genannten Schritte nicht zu bekommen. Es führt kein Weg an einer Neuanschaffung vorbei. Doch ein erfreuter Blick ins Portemonnaie zeigt: Durch die erheblichen Kosteneinsparungen – wegen des bewussten Konsums bei allen anderen Dingen – ist es gut gefüllt. Das Budget reicht nun vollkommen aus, um ein Produkt, das lokal, fair und ökologisch produziert wurde (aber vielleicht etwas teurer ist), zu erstehen.  

 

 

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