Ratgeber: Haferöl — Eine Alternative zu Palmöl?

Könnte Haferöl zum neuen Palmöl werden? Könnte Haferöl zum neuen Palmöl werden?

Die Rodung von Regenwäldern durch die Palmölindustrie hat verheerende Folgen für die globale Biodiversität. Wer Palmöl vermeiden will, steht aber vor grossen Herausforderungen: In unseren Konsumprodukten ist es allgegenwärtig. Es sind deshalb einheimische Alternativen gefragt.

Palmöl ist das weltweit am häufigsten eingesetzte Pflanzenöl, da es preisgünstig ist und vielseitig eingesetzt werden kann. Neben Lebensmitteln wird es für Kosmetikartikel, Kerzen, Farben oder Lacke verwendet sowie als Energiequelle in Form von „Bio“-Sprit. Das Pflanzenöl ist also ein Alleskönner und wird dementsprechend global stark nachgefragt. Das Problem: Die rasant steigende Nachfrage geht zulasten von Menschen und Umwelt. Vor allem in Indonesien und Malaysia, wo rund 80% des Palmöls angebaut werden, werden tropische Wälder gerodet und damit wichtige Ökosysteme zerstört. Deshalb wird die Nachfrage nach Alternativen immer lauter. Eine wenig bekannte einheimische Variante ist das Haferöl.


Einheimisch und genügsam

Hafersamenöl, auch Haferkern- oder einfach Haferöl genannt, wird, wie der Name schon sagt, aus Hafer (Avena sativa) gewonnen. Es hat eine goldgelbe Farbe und einen leicht nussigen Geschmack. Aufgrund seines — im Vergleich zu anderen Pflanzenölen — hohen Anteils an Vitamin E und K werden ihm gesundheitsfördernde Eigenschaften zugeschrieben.

Ein entscheidender Vorteil von Haferöl im Vergleich zu Palmöl ist, dass sein Erzeuger hier in Europa angebaut wird. Dadurch werden weite Transportwege eingespart und in Folge die CO2-Emissionen in der Produktionskette reduziert. Vor allem aber fallen ihm keine wertvollen tropischen Regenwälder zum Opfer.

Hafer gilt, da er die Fruchtfolgekrankheiten von Weizen und Gerste nicht überträgt, als Gesundungsfrucht in der landwirtschaftlichen Fruchtfolge. Das Hafergras gedeiht auch bei feuchtem Wetter und ist genügsam. Im Gegensatz zum Weizen liefert er ohne intensive Düngung gute Erträge und eignet sich so für die extensive Bewirtschaftung. Während Hafer für den menschlichen Verzehr in Form von Haferflocken, Hafermilch oder Haferöl geeignet ist, findet es seine häufigste Verwendung als Viehfutter.


Ein Held gegen trockene Haut

Trotz des grossen Bekanntheitsgrades und der Beliebtheit von Hafer ist das daraus gewonnene Öl weniger bekannt. Ähnlich wie Palmöl kann auch das Haferöl vielseitig eingesetzt werden. In Nahrungsmitteln ist es aber noch kaum anzutreffen. Manchmal ist es bereits in vereinzelten Produkten — beispielsweise in Schokoladeprodukten — zu finden. Bekannter ist Hafer zurzeit noch in seinen anderen Formen; als Haferflocken oder -milch.

In der Naturkosmetik ist das Haferöl indessen weiter verbreitet. Als Oat Oil oder Avena sativa (Oat) Kernel Oil wird das Haferöl dank seiner beruhigenden, feuchtigkeitsspendenden und entzündungshemmenden Eigenschaften gerne gegen trockene und gereizte Haut verwendet. So findet man Haferöl u.a. in Shampoos, Duschmitteln, Hautcremes und Seifen.

 

Quellen und weitere Informationen:
Festival der Natur Schweiz 2021
Mission B
BAFU: Zustand der Biodiversität in der Schweiz

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