Ratgeber: Plastikfrei Lebensmittel einkaufen

Es wird immer leichter, Waren auch unverpackt einzukaufen Es wird immer leichter, Waren auch unverpackt einzukaufen

Einer unserer Neujahrsvorsätze ist, weniger Plastikmüll zu produzieren. Am besten fangen wir damit beim wöchentlichen Lebensmitteleinkauf an. Wir zeigen in diesem Ratgeber, wie es ganz einfach geht!

Geht man im Supermarkt einkaufen, bekommt man vieles in einer Plastikhülle verpackt; und das oftmals auch noch unnötig. Diese landet zu Hause im Müll und wird bestenfalls verbrannt. Schlimmstenfalls endet sie im Ausland auf einer Müllhalde und verseucht die Umwelt. Wir als Konsumentinnen und Konsumenten können dem vorbeugen, indem wir bewusster einkaufen gehen. Mit ein paar kleinen Veränderungen im Alltag geht das einfacher, als man denkt. Wir zeigen, wie!


Unverpackt im Supermarkt

Einkaufsliste geschrieben? Stoffbeutel und Mehrwegbehälter eingepackt? Dann kann’s schon losgehen! Gehen wir erst einmal in einen konventionellen Supermarkt. Denn auch dort gibt es gewisse Produkte unverpackt zu kaufen. Und zwar…

  • Früchte, Gemüse und Pilze: Ein Grossteil der Früchte-, Gemüse- und Pilzsorten sind in Schweizer Supermärkten unverpackt erhältlich, da es nach Gewicht verkauft wird. Wir wiegen diese zunächst ohne Verpackung und legen sie dann in unsere mitgebrachte Tasche. So bezahlen wir das Gewicht der Tasche nicht mit. Leider sind viele Bio-Waren in Plastikhüllen verpackt. Diese holen wir uns deshalb direkt vom Bio-Bauernhof, in einem Bioladen oder auf dem Wochenmarkt.
  • Nüsse, Bohnen, Reis: Weiter geht’s zu den Trockenwaren. Nüsse und Trockenfrüchte gibt es schon seit längerem unverpackt zu kaufen. Seit neuerem gibt es bei gewissen Einzelhändlern nun auch Bohnen, Reis, Getreide und sogar Cornflakes und Süsswaren im Offenverkauf. Am besten eignen sich engmaschige Mehrwegbeutel, denn sie haben wenig Eigengewicht. Diese können wir mit unseren Nüssen und Bohnen füllen und wägen. Wir können aber auch eine einzelne Papiertüte zum Wägen aller Produkte verwenden, bevor wir die Trockenwaren in unsere Glasgefässe füllen.
  • Brote: Mmmh… Das frische Brot riecht schon verlockend; machen wir jetzt also einen Abstecher zu den Backwaren. Grössere Brote sind oft bereits vorverpackt. Kleine Brötchen, Pizzen und Süssgebäcke werden hingegen einzeln im Offenverkauf angeboten. Diese können wir in unseren Stoffbeutel packen. Bei klebrigem Süssgebäck oder öligem Salzgebäck greifen wir zu einem unserer verschliessbaren Mehrweggefässe — am besten ein transparentes, sodass wir das Gebäck an der Kasse ganz einfach vorzeigen können.
  • Eier: Als nächstes geht es zu den Tierprodukten — auf diese verzichten wir zwar im Januar, aber einen Blick drauf werfen können wir trotzdem. Einige Einzelhändler bieten Eier im Offenverkauf an, und daneben gleich Mehrweg-Eierbehälter. Wir können aber auch denselben Eierkarton mehrere Male wiederverwenden, denn er ist sehr stabil. Nachdem er ausgedient hat, geben wir ihn natürlich in die Kartonsammlung.
  • Käse: An der Käsetheke können wir nach Lust und Laune Käsesorten bestaunen und auswählen. Wir zeigen dabei unsere wiederverwendbaren Behälter und lassen den Käse direkt nach dem Wägen reinlegen. Das Etikett kleben wir einfach auf das Behältnis. Das erspart der Verkäuferin oder dem Verkäufer die Arbeit, jeden Käse einzeln einzupacken — und wir können ihn zu Hause samt Behälter bequem in den Kühlschrank legen.
  • Fleisch und Fisch: In der Nähe der Käsetheke findet man oft auch die Fleisch- und Fischtheken. Wie beim Käse gibt es auch hier eine grosse Auswahl und die Möglichkeit, Produkte aus der Region zu kaufen. Im Vergleich zu vorverpackten Produkten können wir sogar das Stück, die gewünschte Menge und den Schnitt (z.B. filetiert, gehackt) auswählen. Am hygienischsten ist ein gut verschliessbarer Glasbehälter, der sich gut mit heissem Wasser ausspülen lässt. Da Glas weniger porös ist als bspw. Mehrwegbehälter aus Plastik, läuft man auch nicht Gefahr, dass sich mit der Zeit Bakterien in kleinen Ritzen oder Poren festsetzen.

 

Alternativen zum Supermarkt:
In spezialisierten Geschäften findet man immer ein breites Sortiment an Lebensmitteln einer bestimmten Kategorie, die man vor Ort in mitgebrachte Behältnisse einpacken lassen kann:
- Wochenmarkt und Bauernhof-Läden: Hier bekommt man immer eine breite Auswahl an Gemüse- und Früchtesorten, aber auch Tierprodukte wie Eier und Milch, Brote, saisonale Säfte, Konfitüren, Honig, und und und. Kauft man direkt von einem lokalen Bauernhof, sind die Produkte nicht nur erstklassig frisch — man spart auch die oftmals langen Transportwege der Produkte und reduziert damit CO2-Emissionen. (Zumindest, solange man den Bauernhof nicht wieder in einer Extrafahrt mit dem Auto besucht…)
- Bäckereien: Lokale Bäckereien bieten Brote und allerlei leckere Salz- und Süssgebäcke im Offenverkauf an. Sie geben Ihnen bestimmt gerne alles direkt in Ihren Behälter oder in den Brotsack!
- Metzgereien: Metzger bieten nebst frischem Fleisch auch Würstchen, Trockenfleisch und verschiedentlich sogar unverpackte gefüllte Teigwaren im Offenverkauf, die in Supermärkten nicht zu finden sind.
- Öl- und Essig-Geschäfte: Diese Läden spezialisieren sich auf feinste Öle und Essige, die man direkt vom Fass erhält. Gewisse Händler bieten zugleich auch Weine an. Es ist ein ganz spezielles Erlebnis, wenn man dem Öl beim Einfliessen in die (mitgebrachte) Glasflasche zusieht. Gönnen Sie es sich!
- Fertiges im Offenverkauf: Ob Asiatisch, Indisch, Türkisch, Italienisch — viele Restaurants und kleinere Lebensmittelgeschäfte bieten frisch gekochte Gerichte im Offenverkauf an.

 

Grosse Auswahl in Unverpackt-Läden

In anderen Warengruppen kann es schwieriger sein, unverpackte Produkte in einem herkömmlichen Supermarkt zu finden. Hier bieten spezielle Unverpackt-Geschäfte ein breites Sortiment: Flüssigprodukte wie Milch, Getränke, Öle und Essige und Trockenwaren wie Mehl, Gewürze und Teigwaren werden dort unverpackt angeboten. Wo sich das nächste Unverpackt-Geschäft hier in der Schweiz befindet, können Sie anhand der interaktiven Karte von Zero Waste Switzerland erfahren.


Wir wünschen Ihnen nun einen unbeschwerten Einkauf!

 

Quellen und weitere Informationen:
Zero Waste Switzerland: Karte mit Zero Waste freundlichen Geschäften
Wastelandrebel: Karte mit Unverpackt-Läden in Europa

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